Schulung für Burschenschafter

Die „Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld“ veranstaltet am Wochenende ein „Medienseminar“. Referieren soll Jan Ackermeier von extrem rechten österreichischen Wochenzeitung „Zur Zeit“.

Donnerstag, 25. April 2013
Anton Maegerle

Per Eintrag bei Facebook verkündet die „Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld“, dass sie an dem  Wochenende 27./28. April ein so genanntes „Medienseminar“ abhalten will. Als Referent ist „Bundesbruder“ Jan Ackermeier, Chef vom Dienst der extrem rechten Wochenzeitung „Zur Zeit“, zugleich Alter Herr der „Wiener akademischen Burschenschaft Teutonia“, geladen.

Die „Teutonia“, die aktuell der Deutschen Burschenschaft (DB) vorsitzt, hat sich einem „völkischen Vaterlandsbegriff“ („Spiegel“) verschrieben und ist Gründungsmitglied der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) – einem Zusammenschluss von rechten Hardlinern in der Verbindungsszene.

Referenten bei der „Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld“ waren bislang unter anderem bekannte Geschichtsrevisionisten wie Gerd Schultze-Rhonhof und Reinhard Günzel sowie rechtsextreme Verschwörungstheoretiker wie der Österreicher Richard Melisch. Sprecher der Aktivitas der „Normannia-Nibelungen“ war zeitweilig Marc S., der bei der 1992 verbotenen Neonazi-Truppe „Nationalistische Front“ (NF) aktiv war.

Schriftführer beim „Kulturwerk Österreich“

Ackermeier ist Chef vom Dienst der FPÖ-nahen Wochenzeitung „Zur Zeit“ (ZZ). Die laut Eigenangaben in einer Auflage von 22 000 Exemplaren erscheinende Wochenzeitung wird in der slowakischen Hauptstadt Bratislava gedruckt. ZZ beharrt in ihren Mediadaten-Angaben zum Druckort weiterhin auf dem ehemals deutschen Namen Preßburg. Autoren der aktuellen Ausgabe des Blattes sind unter anderem Martin Pfeiffer, Vorsitzender der rechtsextremen „Gesellschaft für freie Publizistik“, und die frühere Europaabgeordnete der Republikaner Johanna Grund.

Ackermeier fungiert auch als Mitarbeiter des FPÖ-Nationalrats Christian Höbart. Zuvor hatte er kurzfristig seinen Job als beim FPÖ-Abgeordneten Harald Stefan verloren, als er mit der Organisierung eines rechtsextremen Jugendlagers allzu auffällig geworden war.

Seit November 2012 hat Ackermeier, vormals Mitarbeiter der Monatszeitschrift „Nation&Europa“, auch den Posten des Schriftführers beim rechtsextremen „Kulturwerk Österreich“ inne. Ein Protokoll der Bundesvorstandssitzung der extrem rechten „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO) vom Juli 2010 weist Ackermeier als Beisitzer aus. Als Gelegenheitsautor tritt Ackermeier auch bei der revanchistischen Monatszeitschrift „Der Eckart“, dem Sprachrohr der Österreichischen Landsmannschaft, in Erscheinung.

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