Schulterschluss zum 20. April

Die rechtsextreme Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“ hat für den heutigen Montag in der Innenstadt der sächsischen Großstadt zu einer Demonstration aufgerufen. Die Veranstaltung wurde von der Stadt verboten.

Montag, 20. April 2020
Redaktion

In dem „Pro Chemnitz“-Aufruf für den 20. April wird besonders hervorgehoben, dass es sich um eine Aktion eines überregionalen Bündnisses handelt. Der geplante Protest sollte sich gegen die diversen Corona-bedingten Einschränkungen. Als Motto auf einem verbreiteten Flyer ist zu lesen: „Wir wollen raus! Staatliche Willkür beenden“. Im „Pro Chemnitz“-Sprachjargon ist von einer „Demo gegen die Corona-Diktatur“ die Rede..

Verbunden ist der Aufruf mit Auflistung von zwölf sächsischen Kommunalpolitikern. Das namentliche Who-is-Who zeigt dabei, dass es sich hierbei um einen Schulterschluss zwischen „Pro Chemnitz“ mit ihrem Kopf Martin Kohlmann und der NPD handelt. Neben Kohlmann, Robert Andres und Reiner Drechsel aus der Chemnitzer Ratsfraktion von „Pro Chemnitz“ tauchen auch Peter Schreiber, Mario Löffler und Stefan Hartung auf. Alle drei gehören dem sächsischen NPD-Landesvorstand an. Schreiber ist Landesvorsitzender, Löffler sein Stellvertreter und Hartung Beisitzer. Letzterer repräsentiert zugleich den Verein „Freigeist“. Außerdem aufgeführt ist Thomas Witte vom Verein „Heimattreue Niederdorf“. Der Vereinsvorsitzende wird vom sächsischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.

Beobachtern fällt auf, dass der Protest womöglich nicht ganz unbewusst auf den 20. April gelegt wurde, ist doch hinlänglich bekannt, dass dieser in der rechtsextremen Szene mit dem Hitler-Geburtstag gleichgesetzt wird. (hf)

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