von Konrad D. Fromm
   

Schock für Pegida: Die Christianisierung des Abendlandes schreitet voran

Die Woche läuft schlecht für die Patriotischen Europäerinnen und Europäer, die sich gegen die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes landauf und landab zu abendlichen Spaziergängen zusammenfinden. Erst stolpert der Pegida-Fremdenfeindlichkeitssympathisanten-Führer Lutz Bachmann über eine missglückte Hitlerimitation, dann ziehen sich Teile des Vorstandes des Vereins aus – offiziell – persönlichen Gründen zurück. Der Dresdner Spaziergang am 2. Februar: abgesagt. Und nun auch noch die Feststellung, dass nach Berechnungen von ENDSTATION RECHTS. muslimische Zuwanderung in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle spielt. Aber der Reihe nach.

In der Diskussion des Migrationsberichts 2013 stellte Nutzer „Stefan Hieronymos Wunder“ die Behauptung auf, dass bei der Betrachtung der Wanderungsbewegungen nach Herkunftsland die Aussage, dass eine Islamisierung des Abendlandes aufgrund des primär europäischen Zuzugs nicht drohe, unzulässig sei. Aus wissenschaftlicher Sicht mag dies sogar zutreffend sein.

ENDSTATION RECHTS. hat die Daten des Migrationsberichtes 2013 daher erneut einer eingehenden Prüfung unterzogen, hat Länderdaten zur Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in 65 Staaten der Welt betrachtet und auf dieser Basis eine Hochrechnung erstellt, wie denn der Wanderungssaldo in Deutschland in Bezug auf Religionszugehörigkeit aussieht. Das Ergebnis: 67 Prozent der Zugewanderten nach Deutschland sind Christen, 15 Prozent sind Muslime und weitere 18 Prozent gehören anderen oder keiner Religion an.

Viermal so viele Christen wie Muslime

Es kamen also im Jahr 2013 mehr als viermal so viele Christen nach Deutschland wie Muslime. Rechnet man den Zuzugssaldo zu den bereits im Land befindlichen Angehörigen einer Religion hinzu, so ergeben sich bei den Anteilen der jeweiligen Religionen an der Gesamtbevölkerung lediglich minimale Veränderungen. Katholiken und Orthodoxe könnten auf ein leichtes Plus von je 0,1 Prozentpunkten setzen, Protestanten würden rechnerisch an der Gesamtbevölkerung um 0,2 Prozentpunkte sinken. Bei den Muslimen bliebe – die höhere Schätzung von 4,5 Millionen Muslimen bzw. 5,6 Prozent der Bevölkerung angenommen – der Anteil an der Bevölkerung konstant bei minimalem Zuwachs.

In der Gesamtbilanz ändert sich durch den Zuzug am deutschen Gefüge der Religionen nur minimal etwas. Die deutlichste Tendenz, die man aus den Zahlen ablesen kann, ist bei den christlichen Religionen der Zuwachs bei Katholiken und Orthodoxen gegenüber den Protestanten.

Im Zuwanderungssaldo bei muslimischem Zuzug stammen zwei Drittel der Zuziehenden aus gerade einmal fünf Ländern: Syrien (23 Prozent), Kosovo (13 Prozent), Afghanistan (12 Prozent), Pakistan (10 Prozent) sowie Iran (9 Prozent). Deutsche (ca. minus 1.000 Personen) sowie Türken (ca. minus 4.500 Personen) besitzen bezogen auf die muslimische Bevölkerung negative Wanderungsbewegungen.

Methodisches Vorgehen erläutert

Und wie kommt ENDSTATION RECHTS. nun auf diese Zahlen? Da der Migrationsbericht keinerlei Aussagen zur Religion der Zuziehenden und Fortziehenden Personen erfasst, waren einige Hilfsannahmen notwendig, um religiöse Wanderungsbewegungen zumindest hochrechnen zu können. Als erstes wurden die Wanderungsbewegungen, also Zuzüge und Fortzüge, nach Staatsangehörigkeit erfasst. Dann wurden für die so gefundenen Herkunftsländer – immerhin 65 an der Zahl – die verfügbaren Daten über die Verteilung von Religionen in diesen Ländern zusammengetragen.

Die Grundannahme, die der Hochrechnung zugrunde gelegt wurde, war dann, dass bei Zuzug und Fortzug von Personen einer Nationalität diese natürliche Stichprobe immer der durchschnittlichen Verteilung der Religion im Herkunftsland entspricht. Andere Annahmen sind an dieser Stelle nicht möglich – und würden im Übrigen wohl eher zu einer Änderung der Religionswanderung zugunsten von Christen und sonstigen Religionen führen, da bspw. aus Syrien und aus dem Irak primär nicht-muslimische Zuwanderung angenommen werden muss vor dem Hintergrund, dass Nicht-Muslime im Bürgerkrieg erhöhten Repressalien ausgesetzt sind.

Da die zustande kommenden Zahlen keinen Anspruch auf Genauigkeit haben, wurden sie für die Präsentation auf volle 500 gerundet. Ebenso wurde auf die Verwendung von Nachkommastellen weitestgehend verzichtet. Einzige Ausnahme: Bei der Angabe des Anteils von Anhängern einer Religion an der deutschen Gesamtbevölkerung kann auf die Verwendung von Nachkommastellen nicht verzichtet werden.

Es handelt sich bei den hier vorliegenden Zahlen um eine Hochrechnung. Das "Problem" mit Religionen ist, dass zwar das Bekenntnis zu einer Religion bzw. die fest erfassbare Zugehörigkeit abgefragt werden kann. Aber schon bei der Frage, ob eine Person auch wirklich religiös ist und die eigene Religion aktiv praktiziert, gibt es keinerlei Datenbasis mehr, auf die zurückgegriffen werden könnte. Und wozu zählt man Agnostiker, die ja die Existenz einer höheren Instanz offen lassen? Schließlich können Agnostiker sowohl Atheisten als auch Theisten sein.

Fazit: Angehörige des christlichen Glaubens prägen die Zuwanderung

Abschließend bleibt festzuhalten: Ungeachtet der methodischen Schwächen der vorliegenden Hochrechnung, stellt sie zum derzeitigen Zeitpunkt die einzigen brauchbaren Zahlen über die Verteilung von Religionen bei der Zuwanderung nach Deutschland dar. Die Zahlen machen deutlich, dass muslimische Zuwanderung mit ca. 15 Prozent des Wanderungssaldos nur eine untergeordnete Rolle spielt und deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit deutlich höher liegt als die tatsächlichen Wanderungsbewegungen belegen.

Der Anteil der Katholiken an den Zugewanderten wird insbesondere durch die polnische Zuwanderung bestimmt. Vom Balkan kommt das Gros der orthodox geprägten Zuwanderer, deren Anteil deutlich größer ist, als es die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt. Eine Ursache mag in der sozialistischen Geschichte dieser Länder liegen, die eher von Religionsferne geprägt waren.

Zurück nach Dresden. Pegida muss sich umbenennen. Denn der zweite Vokal des Kürzels hat, gemessen an den vorliegenden Zahlen, keinerlei empirische Relevanz. Die Frage ist nur, wer bei einer Peg_da-Demo mitlaufen möchte? Und ist man dann eigentlich gegen das Abendland?

Die Grafik wird unter CC-Lizenz bereitgestellt.

Kommentare(21)

No Need Donnerstag, 29.Januar 2015, 20:39 Uhr:
So und jetzt bitte noch die Untergliederung nach Gewaltbereitschaft und Kriminalität je Religion...
 
Konrad D. Fromm Donnerstag, 29.Januar 2015, 21:17 Uhr:
Sehr geehrter bedürfnissfreier Mitbürger ohne Namen,

wenn Sie Endstation Rechts. die notwendigen Mittel für die notwendige Datenerhebung zur Verfügung stellen, können wir Ihrem Wunsch gern nachkommen. Wir dürften uns da im mittleren fünfstelligen Eurobereich bewegen. Etwas günstiger, falls Sie Schweizer Franken spenden. Wobei Sie dann hinterher aber nicht enttäuscht sein dürfen, wenn sich Ihre Vorurteile qua Empirie in Luft auflösen.

Hochachtungsvoll,
Konrad D. Fromm
 
Hotte Donnerstag, 29.Januar 2015, 22:21 Uhr:
@no need
Warum nicht pro Schuhgröße?
 
@ Redaktion Donnerstag, 29.Januar 2015, 22:29 Uhr:
"ENDSTATION RECHTS. hat die Daten des Migrationsberichtes 2013 daher erneut einer eingehenden Prüfung unterzogen..."

Ähm... Wir leben aber nicht mehr im Jahre 2013. Ist euch das bewusst?
 
Roichi Freitag, 30.Januar 2015, 08:56 Uhr:
@no need

Warum wohl wird Religionszugehörigkeit nicht in der Kriminalistik erfasst?
Weil es 1. nicht erfassbar ist und 2. mit Kriminalität nichts zu tun hat.
Übrigens würde sich zeigen, dass die meisten Kriminellen Christen sind. Einfach, weil sie die Bevölkerungsmehrheit stellen.

@@

Denk doch mal drüber nach, wie solch ein Bericht entsteht.
Das geht nicht von gleich auf Übermorgen.
 
Kriminalhauptkommissar (m/w/...) Freitag, 30.Januar 2015, 12:45 Uhr:
Super Idee, wir führen einen Kriminalitätskoeffizienten für Religionszugehörigkeit ein!

Dann bekommen alle Menschen christlicher Konfession erst mal eine Kreuzzugpauschale (+0,2 für historischen Christianisierungskollateralschaden) und insbesondere bei der römisch-katholischen Kirche noch eine Missbrauchsumlage für klerikale Vergehen an Minderjährigen (+0,1) zugerechnet. Dazu der Bonus für kirchliche Beteiligung an Unterdrückungsregimen in unzähligen historischen Fällen (+0,3).

Jetzt muss der islamistische Terror aber langsam aufpassen, um im globalen Wettbewerb nicht völlig den Anschluss zu verlieren.
 
Jupp Freitag, 30.Januar 2015, 12:49 Uhr:
Hm, eine Hochrechnung mit sehr gravierenden Schwächen. Hätte man das nicht besser lassen sollen? Und/oder sich eingehend mit der Frage beschäftigen, warum die Wahrnehmung anscheinend eklatant von den "belegbaren" Zahlen abweicht?!
 
Michael Samstag, 31.Januar 2015, 09:42 Uhr:
Ihr habt -wie so unendlich viele in diesem Land- nicht verstanden, worum es eigentlich geht, sonst würdet ihr euch nicht irgendwelchen Zahlenspielchen widmen. Ihr habt auch nicht verstanden, wie und wo sich "Islamisierung" auswirkt. Es geht nicht um die Menge der Menschen, sondern um den Einfluss des Islam. Und auf die Berücksichtigung der Islamischen Kultur hier in Deutschland. Kein Schweinefleisch mehr in einigen Schulen, christliche Kreuze abhängen, Seife mit Moscheebild bei Aldi aus dem Regal nehmen, Araberbande in Bremen und die Justiz traut sich nicht ran, Badezeiten in öffentlichen Bädern für Muslime.... es gibt unzählige Beispiele für den Einfluss des Islam. Das ist das Problem der schleichenden Islamisierung!
 
Jupp Samstag, 31.Januar 2015, 13:50 Uhr:
@KHK
Das hat mit dem Christentum nichts zu tun.
 
Uwe Lembcke Samstag, 31.Januar 2015, 21:22 Uhr:
Natürlich ist ein solcher Bericht Teil der allgegenwärtigen Volksverblödung . Er ist nur eine Momentaufnahme und gibt nicht das wieder, was in der Realität und im täglichen Leben abläuft. Ich habe noch nicht einmal abgefragt ,wer diese Studie bestellt oder finanziert hat und mit welchem Hintergrund. Für wem sind diese Zahlen von Wichtigkeit gewesen.? . . . Ich könnte diese nehmen und mich nach Berlin Neukölln und Kreuzberg begeben. Dort würde ich dieses „Pamphlet“ den Bürgerinnen und Bürgern auf die „Stulle schmieren“ und wir werden sehen, was passiert. Aber anders ist das noch besser erklärt , warum diese Studie rausgeworfenes Geld ist. Man schaut einfach auf die Geburtenstatistiken im Uni-Klinikum HH Eppendorf oder Lübeck .Die Zahlen dort sprechen eine deutlichere Sprache . Nehmt es mir bitte nicht übel - Propaganda ist aber nicht das geeignete Mittel, um Menschen auf Linie zu bringen, genauso wie dieses Internetforum.
 
Roichi Samstag, 31.Januar 2015, 22:40 Uhr:
@ Michael

Da sind wir aber alle froh, so einen Versteher wie dich zu haben, der uns die "Islamisierung" erklärt.
Sonst käme man vielleicht noch auf die Idee, das für das Grundrecht auf Religionsausübung und die Freie Entfaltung der Persönlichkeit zu halten, oder sogar staatliche Neutralität und Rechtsstaat.
Was sind wir also froh über die Erkenntnis, die du uns bringst. Sei gepriesen.
 
falk schuster Samstag, 31.Januar 2015, 23:32 Uhr:
wie dumm seid Ihr eigentlich ? Wir leben hier im Abendland und das ist christlich ! Der Islam hat hier nicht verloren. Der Orient liegt in östlicher Richtung. Wenn es Euch hier nicht gefällt, brecht einfach auf Euch hält hier keiner !!!!! Besiedelt die
Wüste und baut eine große Mauer darum !
 
JayBee Montag, 02.Februar 2015, 08:52 Uhr:
@ falk

Jaja, das christliche Abendland mal wieder. Wusstest Du, daß das Christentum auch aus dem Osten stammt? Und damals war das Abendland noch heidnisch. Wer sagt denn, daß Religion sich an geographische Grenzen zu halten hat? Und wenn das Abendland so christlich sein soll, warum sind dann die Kirchen hier nicht brechend voll? Und daß mit dem Aufbrechen: Solange eine große Mehrheit in der Bevölkerung das nicht so sieht, besteht kein Grund dafür, hier wegzugehen. Aber warum gehst Du nicht einfach?
 
Michael R Montag, 02.Februar 2015, 08:53 Uhr:
@ falk Wenn diejenigen gehen sollten, denen es hier nicht gefällt, dann sind das doch aber die Pegidisten, oder sehe ich das falsch? Der Islam gehört in einigen Teilen Europas schon sehr lange dazu. Es ist einfach nicht richtig zu behaupten, er gehöre hier nicht her. Und dass in Deutschland Muslime leben, ist einfach die Realität. Womit soll man sich deiner Meinung nach denn abfinden, um hier leben zu dürfen? Mit der Realität oder mit fremdenfeindlichen Träumereien?
 
Roichi Montag, 02.Februar 2015, 09:43 Uhr:
@ Uwe

Richtig. Was interessiert dich auch Wissenschaft, wenn es den Stammtisch gibt.
Mehr als Stammtischempirie sind deine Beiträge nämlich nicht.

Wissenschaftliche Untersuchungen dagegen, haben einen gewissen Anspruch, die Realität abzubilden und nicht einfach nur stille Post zu spielen.
Dazu bedarf es dann auch Methoden und entsprechender Analysen.
Weder das Eine, noch das Andere kannst du vorweisen.
Rausgeschmissenes Geld kannst du also nicht begründen.
Parolen schon, denn die sonderst du ab.


@ Falk

Kein Problem. Du darfst gerne gehen. Niemand wird dich aufhalten.
 
Konrad D. Fromm Montag, 02.Februar 2015, 09:53 Uhr:
Sehr geehrte Damen und Herren,

Mäßigung der Wortwahl stünde dem ein oder anderen von Ihnen gut zu Gesicht.

Mal eine Frage an die Runde: Von welcher Studie reden Sie eigentlich? Der Migrationsbericht ist Teil der Arbeit der Bundesregierung und ihr nachgeordneter Behörden. Der kostet nix extra. ENDSTATION RECHTS. arbeitet mit ehrenamtlichem Personal, dass solche Hochrechnungen aus reiner Neugier erstellt und das Ergebnis mit geneigtem wie weniger geneigtem Publikum teilt. Wo ist da also Geld verschwendet?

Es ist immer wieder erheiternd wie gleichermaßen traurig zu sehen, mit welchen Weltbildern manche Menschen durch die Welt laufen.

Ich polemisiere mal: Zugewanderte sind kein Problem, so lange sie a) nicht anders aussehen, b) nicht auf Sozialleistungen angewiesen sind, c) keine Arbeitsplätze für Unqualifizierte besetzen, d) nicht mehr Kinder als Deutsche bekommen und - der wichtigste Punkt - e) dem Deutschen nicht seinen Schweineschnitzelkonsum verderben.

Natürlich erfordert es Denkarbeit, sich in viele der angesprochenen Themen und ihre Ursachen hineinzuarbeiten. Und natürlich gibt es unter den Ausländern, genauso wie unter den Deutschen, Arschlöcher. Das ist in der menschlichen Spezies so angelegt. Ziehe eine Stichprobe, egal aus welchem Kontext - du hast immer ein Arschloch dabei. Das hat nix damit zu tun, wo man persönlich qua Geburt regional verankert wurde - ein Punkt übrigens, den sich kein Mensch aussuchen kann.

In diesem Sinne,
Konrad D. Fromm
 
kritiker Montag, 02.Februar 2015, 23:03 Uhr:
@ Michael R. 2.2. 8.35 Uhr
"Der Islam gehört in einigen..." und "es ist einfach nicht richtig zu behaupten.."
Natürlich muß der brave deutsche, politisch korrekte deutsche Michel seiner
Obrigkeit (Frau Merkel und Altbundespräsident Wulff) artig nachplappern daß
der Islam zu Deutschland gehöre. Schließlich ist es ja heutzutage "in", wenn
man sich voller Stolz zur selbsternannten "Zivilgesellschaft" (keiner kann diesen
Begriff genau definieren) zählt und sich "bunt", "vielfältig" und vor allem
"tolerant" (nur nicht gegenüber Andersdenkenden) nennt.
Was ist der Islam ? Nur eine Religion und er hat wie alle Religionen keine objek-
tiv fassbare Gestalt, sondern ist nur das, an welches einige Menschen glauben.
Von den 4 Mio in Deutschland lebenden Muslimen praktiziert nur ein Teil den
islamischen Glauben. Und diese Menschen sind nicht mehr und nicht weniger
als irgendeine Glaubensgemeinschaft oder ein bayrischer Trachtenverein oder
die roten Socken in Brandenburg.
Die Religion Islam ist k e i n historisch gewachsener Bestandteil der deutschen
Kultur, Tradition und Lebensart - gehört also nicht per se zu Deutschland.
@ Konrad D.Fromm
"Mäßigung der Wortwahl stünde dem einen oder anderen..."
Auch Ihnen, werter Herr Fromm ! Oder halten Sie Ihre Wortwahl "Arschlöcher"
und "Arschloch" für gemäßigt ??
 
Konrad D. Fromm Dienstag, 03.Februar 2015, 10:49 Uhr:
@kritiker:
Euphemismen erschienen mir an dieser Stelle nicht angebracht. Zudem besitzt "Arschloch" in all seiner Roheit den großen Vorteil, über Sprachgrenzen hinweg gut verstanden zu werden, ohne die so bezeichneten zu kriminalisieren oder zu diskriminieren. Egalité.

Und zu dem von Ihnen ins Spiel gebrachten geschichtlichen Rückblick:
Spätestens mit dem Anwerben von Gastarbeitern aus der Türkei wird der Islam zu einem Bestandteil der deutschen Lebenswelt. Der Islam mag vor zweihundert Jahren nicht zu Deutschland gehört haben. Vielleicht. Aber diese Aussage für die Gegenwart zu negieren zeugt schon von einer sehr reaktionären Weltsicht.

Hochachtungsvoll,
Konrad D. Fromm
 
Roichi Dienstag, 03.Februar 2015, 10:55 Uhr:
@ kritiker

Nur mal ein Anstoß zum Nachdenken.
Du schreibst: "wenn man sich voller Stolz zur selbsternannten "Zivilgesellschaft" (keiner kann diesen Begriff genau definieren) zählt"
um dann gleich mit dem Begriff der "deutschen Kultur, Tradition und Lebensart" zu kommen, der mindestens ebensowenig definiert ist.
Die hilflosen Versuche der Kamerraden dazu gipfelten in Björns deutschem Ohm.
Da bekommt deine Behauptung, der Islam als Religion wäre kein Bestandteil doch gleich eine ganz andere Bedeutung.
 
münchhausen Dienstag, 03.Februar 2015, 10:56 Uhr:
Lieber Kritiker,

natürlich ist der Begriff der Zivilgesellschaft definiert und bestimmt. Definitionen und lange Abhandlungen dazu finden Sie nicht nur bei den Klassikern wie Aristoteles, Hegel, Kant oder Ferguson, sondern auch unter anderem bei

- Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon, Bonn 2011.
- Hans-Joachim Lauth / Wolfgang Merkel: Zivilgesellschaft und Transformation, in: Zivilgesellschaft im Transformationsprozeß, hg v. ders., Mainz 1997, S. 15-49.
- Dieter Gosewinkel: Zivilgesellschaft, in: Europäische Geschichte Online, hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz), 2011.
- Dieter Gosewinkel, Dieter Rucht, Wolfgang van den Daele, Jürgen Kocka (Hrsg.): Zivilgesellschaft – national und transnational. Berlin 2004
- Jürgen Habermas: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates, Frankfurt a.M. 1992.
 
Ulrik Dienstag, 03.Februar 2015, 20:06 Uhr:
wenn der Islam hier eine untergeordnete Rolle spielt, dann mag das auf die Gesamtverteilung zutreffen, nicht aber auf die erhöhte Konzentration in einigen Stadtteilen, wo Islam sogar die Mehrheit bildet. M.E. wird dieser Religion aber ein überhöhter Stellenwert von ihren Anhängern zuteil, eigentlich ists doch nur eine kleine Subreligion welche für die Kinder Esaus vorbestimmt war, als Europäer sollte man nicht so einfach zum Islam komvertieren.
 

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