von Marc Brandstetter
   

Schloss Groß Germersleben bleibt neonazifrei

Der Kauf des Schloss Groß Germersleben (Landkreis Börde) durch den bekannten Rechtsrock-Konzertveranstalter Oliver Manila versetzte die kleine Gemeinde in der Nähe von Magdeburg in Aufregung. Gestern nun die gute Nachricht für die Neonazi-Gegner: Oschersleben bleibt „neonazifrei“ – Manila hat den Kaufpreis nicht überwiesen.

Oliver Manila hat sich in den letzten Jahren einen Namen als Organisator von Rechtsrock-Festivals in Sachsen-Anhalt gemacht, die bundesweit zu den größten Konzerten zählten. Weit über 1.000 braune Musikfans fanden den Weg nach Nienhagen (Landkreis Harz), um dort beispielsweise den Szeneveteranen „Endstufe“ zuzujubeln. Der breite zivilgesellschaftliche Widerstand in dem 400-Seelen-Dorf zwang Manila allerdings, sich nach alternativen Veranstaltungsorten umzusehen. Einen fand er in Schloss Groß Germersleben, das er bei einer Versteigerung für 12.000 Euro erwerben konnte.

Möglicherweise hat sich der Neonazi mit diesem Projekt übernommen. Ein geplantes Konzert scheiterte an behördlichen Auflagen, auch die zu erbringenden Bauschutzmaßnahmen auf dem Gelände des 1999 bei einem Brand zerstörten Schlosses hätten mit einer größeren Summe zu Buche geschlagen. Für seine diesjährige „Skinhead-Party“ wich der braune Konzertveranstalter wieder nach Nienhagen aus: Gerüchteweise hat ein vierstelliger Geldbetrag nun dafür gesorgt, dass Manila wieder „Hopfendarre“ nutzen konnte. Deren Besitzer hatte eigentlich versprochen, seine Liegenschaft nicht mehr für Neonazi-Konzerte zur Verfügung zu stellen, nachdem sich eine Mehrheit des Dorfes gegen solche Veranstaltungen ausgesprochen hatte. 

Dafür blieb Manila den Kaufpreis für Schloss Groß Germersleben schuldig, berichtet der MDR. Gestern sei die Zahlungsfrist abgelaufen, hieß es aus dem Bürgermeisteramt Orschersleben. Die lokale Bürgerinitiative „Groß Germersleben rechtsrockfrei“ zeigte sich zufrieden ob des geplatzten Deals. Sprecher Donald Dölle sagte der Mitteldeutschen Zeitung: „Auch wenn wir nur das I-Tüpfelchen waren: Er hat gesehen, dass wir nicht einverstanden sind.“

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