von Robert Scholz
   

Schlierer knickt ein – Neuwahlen bei den Republikanern

Überraschenderweise soll es bei den Republikanern nun doch zu Neuwahlen kommen. Dies kündigte der amtierende Parteichef Rolf Schlierer in einer Pressemitteilung an. Bislang wurden personelle Konsequenzen ausgeschlossen. Die Kritik am Vorsitzenden durch die Basis hat allerdings weiter Bestand.

Am Ende einer langen Pressemitteilung kündigt die Bundesgeschäftsstelle der Republikaner beiläufig an, was ein Teil der Partei seit Wochen fordert: Neuwahlen. Parteichef Schlierer und seine Vize Ursula „Uschi“ Winkelsett werden mitverantwortlich gemacht für das desolate Abschneiden bei der Europa- und Bundestagswahl. Schlierer steuere die Partei „seit 15 Jahren ins politische Nirwana“, erklärte etwa ein enttäuschter Parteifreund, der dem Vorsitzenden „politische Dummheit“ und mangelnde Selbstkritik vorwarf.

Unterdessen schicken sich andere bereits an, den seit 1994 amtierenden Schlierer vom Thron zu stoßen. So beschloss der rheinland-pfälzische Landesverband der Republikaner, ihren Landesvorsitzenden Stephan Stritter für eine Kandidatur gegen Schlierer zu nominieren. Einziges Problem: Neuwahlen waren von der Parteiführung bis zum vergangenen Wochenende nicht vorgesehen. In den Pressemitteilungen erklärte Schlierer stets, dass es zwar eines Neuanfangs bedürfe, allerdings bezog sich dies beim Vorsitzenden allein auf Inhalte, nicht auf Personen.

Eine Kehrtwende erfolgte nun offenbar auf zwei so genannten „Regionalkonferenzen“ des Bundesvorstandes in Frankfurt und im bayerischen Burghagel. Hier hätten sich laut Pressemitteilung der Bundesgeschäftsstelle der Republikaner „knapp hundert Funktionsträger und Kommunalpolitiker“ getroffen, um über die „Neuausrichtung“ der Partei zu diskutieren. Dabei hätten es wohl durchaus mehr Teilnehmer werden können.

Ein Kreisverband der Republikaner aus Rheinland-Pfalz beklagt sich im Internet, nicht eingelassen worden zu sein. Dies erklärt man sich  damit, dass offenbar nur Gäste willkommen wären, die dem „Regime“ positiv gegenüberstünden. Man selbst wolle trotzdem bei seiner „Forderung für Neuwahlen“ (sic!) bleiben und gab der Hoffnung Ausdruck, „dass es bald auch dem Letzten auffallen wird, dass er nur Mittel zum Zweck für Hr. Schlierer und Frau Winkelsett ist“. Sehr zur Überraschung des empörten Kreisverbandes sei dann doch „mehrheitlich beschlossen“ worden, Neuwahlen des Bundespräsidiums durchführen zu wollen.

Nach Angaben der Bundesgeschäftsstelle soll nun die Tagesordnung des für Ende März geplanten Parteitags entsprechend erweitert werden. Im Moment läuft also alles auf eine Kampfkandidatur zwischen Stephan Stritter aus Rheinland-Pfalz und dem Amtsinhaber, dem promovierten Mediziner und Rechtsanwalt, Rolf Schlierer aus Baden-Württemberg hinaus.

Keine Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen