von Redaktion
   

Sächsische NPD pumpt Mitglieder für Wahlkampf an

300.000 Euro – so hoch ist der geplante Etat der NPD für die sächsische Landtagswahl am 31. August. Derzeit scheinen die Planungen allerdings eine Deckungslücke aufzuweisen. Auf ihrer Webseite bittet die NPD um Spenden und „verzinste Darlehen“. Zusätzlich werden „Heimattreue Wahlkämpfer“ gesucht. Die acht Abgeordneten sollen sich sogar privat verschuldet haben.

NPD-Fahne (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Noch vor wenigen Monaten sah es nach einer desolaten Bruchlandung der NPD bei den sächsischen Landtagswahlen am 31. August aus. In dem Umfragen erreichten die Rechtsextremisten, die 2004 mit einem Ergebnis von 9,2 Prozent in den Landtag eingezogen waren, noch eine Zustimmung von einem Prozent. Die Affäre um ihren früheren Parteichef Holger Apfel schadete der NPD schwer. Ein Spitzenkader, dem seine Wegbegleiter gleich zwei sexuelle Übergriffe auf jüngere „Kameraden“ vorwerfen, kratzt deutlich am Image der homophoben Saubermänner. Dazu ein neuer Frontmann, der blass blieb und keine eigenen Akzente setzen konnte, wenngleich Holger Szymanski seine Bekanntheit im Freistaat steigerte. Nach den Kommunalwahlen scheinen die Rückschläge mehr oder weniger vergessen. Landesweit kam die NPD auf 4,6 Prozent der Stimmen, die Fünf-Prozent-Hürde ist wieder in greifbarer Nähe.

Um das Steuer vollständig herumzureißen, mobilisiert die NPD alle Reserven. Nach Informationen der „Freien Presse“ kalkuliert der Landesverband mit einem Wahlkampfetat von 300.000 Euro. 2009, als ihr 5,6 Prozent für den zweiten Landtagseinzug nacheinander – ein Novum in der NPD-Historie – reichten, hatte die Partei unter der Führung von Holger Apfel genauso viel Geld zur Verfügung. Ähnlich wie damals setzten die „Macher“ des Vorzeigelandesverbandes auf eine Materialschlacht. Nach ihren Angaben sollen zwischen Leipzig, der Oberlausitz und dem Erzgebirge 60.000 Plakate an die Masten gebracht werden. Außerdem planen die braunen Wahlkämpfer mit 1,5 Millionen Flugblättern zur Verteilung und für ihre Infostände.

NPD pumpt Anhänger an

Der thüringische Schwesterverband rechnet für den dortigen Urnengang, der zwei Wochen nach dem sächsischen stattfindet, mit einem Haushalt von 200.000 Euro. Um diese Summe zu erreichen, rührte der kürzlich wegen Volksverhetzung verurteilte Spitzenkandidat Patrick Wieschke lauthals die Werbetrommel, u. a. im Parteisprachrohr Deutsche Stimme. Doch offensichtlich klafft(e) zuletzt ein Loch in der Kasse.

In Sachsen scheint die Finanzlage ebenfalls kritisch. Unter dem Motto „Jeder Euro hilft“ bittet Szymanski direkt um Spenden für den Landtagswahlkampf. Eine weitere Möglichkeit, so der frühere Republikaner, sei die Bereitstellung eines „verzinsten Darlehens“ für die Partei. Interessen könnten sich diesbezüglich an den Schatzmeister des Verbandes, Alexander Delle, wenden, der auf Listenplatz vier erneut für den Landtag kandidiert.

Allerdings reichen diese Maßnahmen nicht aus, um den Wahlkampf-Motor ans Laufen zu bringen. Händeringend ist die Partei auf der Suche nach „Heimattreuen Wahlkämpfern“, die dann – vermutlich unentgeltlich – durch das Land ziehen, Flyer verteilen und Plakate hängen sollen. Hierfür sollten sich die Unterstützer möglichst eine Woche freihalten, heißt es seitens der NPD im „Weltnetz“. Und nicht zuletzt greifen die acht sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten wohl auch ins eigene Portemonnaie. Wie die „Freie Presse“ weiter schreibt, sollen sich Szymanski, Müller, Gansel & Co. privat verschuldet haben.

Zusätzlich hat sich die NPD in den letzten Jahren ein finanzielles Polster geschaffen. Laut dem letzten einsehbaren Rechenschaftsbericht (pdf-Dokument) haben der Landesverband und die Kreisverbände gut 80.000 Euro auf die hohe Kante gelegt. Das sind 20.000 Euro mehr als die Piraten für ihren gesamtem Wahlkampf veranschlagt haben.

Kommentare(7)

Björn Montag, 07.Juli 2014, 11:16 Uhr:
Und da behaupten manche den NPD-Volksvertretern ginge es ums Geld.
 
Willi Doe Montag, 07.Juli 2014, 17:05 Uhr:
Sächsische SPD lebt auf Pump

1.000.000 Euro (1 Mio.) – so hoch ist der geplante Etat der SPD für die sächsische Landtagswahl am 31. August. Derzeit scheinen die Planungen allerdings eine Deckungslücke aufzuweisen. Auf ihrer Webseite bittet die SPD um Spenden. Selbst der Küchentisch von Spitzengenossen Martin Dulig muss herhalten.
Die bei der letzten Landtagswahl mit 10,4 Prozent im Desaster gelandete SPD scheint sich nunmehr einer Materialschlacht hinzugeben. Wenig sozial wollen die Genossen augenscheinlich nicht die Schulen und Kindertagesstätten unterstützen, vielmehr sollen 1 Million Euro für den Wiedereinzug locker gemacht werden.
Um das Steuer vollständig herumzureißen, mobilisiert die SPD alle Reserven. Nach Informationen der „Freien Presse“ kalkuliert der Landesverband mit einem Wahlkampfetat von 1 Million Euro. 2009, als 10,4 Prozent für das zweite Desaster nacheinander sorgten – ein Novum in der sächsischen SPD-Historie –, hatte die Partei noch 750.000 Euro zur Verfügung. Ähnlich wie damals setzten die „Macher“ auf eine Materialschlacht. Darüber hinaus wollen die Genossen dem farblosen Spitzenkandidaten Martin Dulig mit einer Imagekampagne auf die Beine helfen. Selbst Duligs Küchentisch soll nun herhalten.
 
paul.pa Montag, 07.Juli 2014, 17:21 Uhr:
Sehr beachtlich, dass die Mitglieder sich zugunsten ihrer Partei verschulden.
 
Sachse Montag, 07.Juli 2014, 18:34 Uhr:
Kurios, dass Endstation Rechts die NPD-Propaganda von den landesweit 4,6 % zur Kommunalwahl übernimmt. Dieser Querschnitt bezieht sich nämlich nur auf die Landkreise, nicht aber auf die kreisfreien Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz! Wenn man die dortigen Zweikomma-Ergebnisse einberechnet, wird man sich bis zur 5%-Hürde ganz schön strecken müssen.
 
Ludwig Entenkittel Dienstag, 08.Juli 2014, 10:58 Uhr:
30 Millionen Euro Steuergelder im Jahr, die der Staat unrechtmäßig gegen Recht,s gegen die NPD einsetzt, ermuntert die NPD-Mitglieder finanziell sich einzusetzen, ja Schulden für ihre Partei auf sich zu nehmen, dies zeigt wie willensstark insgesamt diese Partei und man davon ausgehen kann, das was die NPD will auch durchgesetzt wird.
 
John Dienstag, 08.Juli 2014, 15:06 Uhr:
"man davon ausgehen kann, das was die NPD will auch durchgesetzt wird."

Wo lebst Du denn? Die Abschaffung von Grundrechten, wie die NPD sie fordert, interessiert doch niemanden ernsthaft. Die Nazis fordern seit Jahren alles mögliche...
 
Dennis Dienstag, 08.Juli 2014, 19:00 Uhr:
@ Ludwig:

"30 Millionen Euro Steuergelder im Jahr, die der Staat unrechtmäßig gegen Recht,s gegen die NPD einsetzt,..."

Für den Blödsinn mit dem "unrechtmäßig" hätte ich gerne Belege. Danke!
 

Die Diskussion wurde geschlossen