von Marc Brandstetter
   

Saarbrücken: Neuer Neonazi-Treffpunkt

Offenbar ist die saarländische Neonazi-Szene bei ihrer Suche nach einer nutzbaren Immobilie fündig geworden. Nach Informationen der Antifa Saar nutzen die Aktivisten einen Anbau im Saarbrücker Stadtteil Rußhütte. Hinter dem Projekt soll ein Mitglied der „Hammerskins“ stecken.

Recherchen der Antifa Saar zufolge hat die saarländische Neonazi-Szene einen neuen Treffpunkt gefunden. Zuvor saßen die Aktivisten mehr oder weniger auf der Straße, da die Band „Jungsturm“ ihren Proberaum in St. Ingbert seit dem Frühjahr 2011 nicht mehr nutzen konnte. In den Räumlichkeiten hatten zuvor einige Konzerte – viele davon als „Geburtstagspartys getarnt – der den „Hammerskins“ nahestehenden Combo stattgefunden.

An die Stelle älterer Szenetreffpunkte soll nun ein einstöckiger Anbau im Saarbrücker Stadtteil Rußhütte getreten sein. Mit rund 80 m² Fläche sowie einer Theke und Toiletten verfügt die Immobilie laut Szene-Kennern über die nötige Infrastruktur. In dem Haus mit den verklebten Fenstern sollen auch Neonazi-Bands die Möglichkeit zum Proben haben. Gebrauch hiervon macht wahrscheinlich die Hassgruppe „Wolfsfront“ des bekannten Neonazis Robert K., der als treibende Kraft hinter dem neuen Szene-Treffpunkt fungieren soll.

K., bis 2005 Mitglied der „Kameradschaft Köllerthal“ und Schlagzeuger von „Aggressor“, die 2004 eine CD mit dem Titel „Aggressive Anthems... ...For An Aggressive Youth!!!“ veröffentlichten, mischt heute bei den „Hammerskins“ mit. Außerdem hat er eine neue Band am Start: „Wolfsfront“. Die klassische Rechtsrock-Kapelle besteht seit 2011, nur ein Jahr nach der Gründung schmiss sie eine Demo-CD auf den Markt. Die Titel der vier enthaltenen Songs könnten nicht entlarvender sein: „Viel Feind, viel Ehr“, „Fight against ZOG“, „Ehre, Glaube, Treue“ und „Deutsche Wehrmacht“.

Kommentare(5)

Ich Freitag, 02.August 2013, 17:17 Uhr:
Wahrscheinlich bleiben die Herren von Rechts nicht lange dort drin.
Ich kenne meine Saarbrücken.
Wir sind eine sehr alternative und weltoffene Stadt, allein schon durch die Nähe zu Frankreich.
Die Herren sollten sich schon mal nach einer anderen Lokalität umschauen
 
Claus Samstag, 03.August 2013, 14:56 Uhr:
Wenn "Robert K." ein bekannter Neonazi ist, warum wird sein Nachname nicht ausgeschrieben. Ist er vielleicht ein V-Mann?

@Ich:
"Wir sind eine sehr alternative und weltoffene Stadt, allein schon durch die Nähe zu Frankreich."

Wer überall offen ist, kann nicht mehr ganz dicht sein. Weltoffenheit bedeutet keineswegs, jedes Land zu einem anonymen Multikulti-Gebilde zu machen, in dem ethnische Konflikte vorprogrammiert sind.
 
Ich Sonntag, 04.August 2013, 11:08 Uhr:
Jedes mal wenn ich das Gewäsch von euch nationalisten höre über Kultur und der gleichen bin ich mir unsicher ob ich lachen, weinen oder kotzen möchte...

Weil: Kultur ist nichts Homogenes, es ist nichts statisches.
Kulturen verschmelzen und entwickeln sich.
Um ein Beispiel zu bringen:
Hätten die altem germanischen Stämme, die Kimber, die Teutonen, die Gothen, so gedacht wie ihr es tut so wäre Deutschland heute noch ein Stammesland.
Denn eine gemeinsame "germanische Kultur" die alles geteilt haben gab es nicht.
Jeder Stamm hatte seine eigene Kultur. Die viel hervorabeschworene Einheit und Großkultur der Germanen gab es nicht.
Die Stämme waren mehr damit beschäftigt sich gegenseitig Land weg zu nehmen als gegen die Römer zu kämpfen.
Erst als die Stämme und ihre Kulturen zusammen gearbeitet haben wurde ein großes ganzes draus in dem jeweils das beste der Kulturen übernommen wurde.
Es wurde nichts vernichtet was bedeutungsvoll gewesen wäre, es fand eingang und erschuff eine weitere Kultur.

Und nun würde ich dich und den Rest des braunen Volkes doch bitte einfach ruhe zu geben.
Wir Saarländer haben nicht vor "heim ins Reich" zu kehren und wir mögen unsere Hauptstädchen so alternativ und weltoffen wie es ist.
Und wie willkommen uns eure Gedanken sind durften ja am Montag deine Kameraden erfahren. 20 von euch und mindest 200 gegen Demonstranten.
 
Tobias Freitag, 16.August 2013, 09:42 Uhr:
Die Nazis sind bereits ausgezogen. Herzlichen Glückwunsch an die Antifa Saar. Eine Woche zwischen Outing und Auszug. Das dürfte neuer Rekord sein!
Presseartikel zum Thema sind auf der Homepage der Antifa Saar dokumentiert.
 
Chewie Freitag, 16.August 2013, 17:43 Uhr:
"[...]jedes Land zu einem anonymen Multikulti-Gebilde zu machen, [...]"

Alleine dieses an sich leere Schlagwort der Anonymität ist so entlarvend, weil es zeigt, welches Ausmaß an nationaler Homogenität dir vorschwebt.

"[...]in dem ethnische Konflikte vorprogrammiert sind.

Du beklgast dich über ethnische Konflikte? Du provozierst sie doch jeden Tag. Der sicherste Auslöser für "ethnische Konflikte" dürfte wohl der Nationalismus und Rassismus sein.
 

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