von Robert Scholz
   

Rolf Schlierer will Neuanfang der Republikaner – nur nicht personell

Der Parteivorsitzende der Republikaner, Dr. Rolf Schlierer, steht spätestens seit dem desaströsen Wahlergebnis bei der Bundestagswahl im Fokus der Kritik der verbliebenen Parteimitglieder. Den versprochenen Neuanfang soll es auf einem Programmparteitag im Frühjahr nächsten Jahres geben. Für einige Parteimitglieder zu spät, sie wollen „Dr. Schlierer abwracken“.

Nachdem bereits der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende der Republikaner als Gegenkandidat zu Schlierer in Stellung gebracht wurde, schlägt dem amtierenden Bundesvorsitzenden nun auch aus dem eigenen Landesverband Baden-Württemberg Kritik entgegen.

Heiko Trenkle, engagierter Jungpolitiker der Republikaner, der bei der Bundestagswahl der jüngste Kandidat aller Parteien gewesen sein soll, kritisiert auf seiner Internetseite in aller Deutlichkeit den Bundesvorsitzenden und fordert die Parteimitglieder auf, den aus Rheinland-Pfalz angestoßenen Versuch der Absetzung des Bundesvorstand zu unterstützen. Trenkle wirft Schlierer vor, in der heißen Wahlkampfphase in den Urlaub entschwunden zu sein und für das enttäuschende Abschneiden bei der Bundestagswahl in erster Linie andere verantwortlich zu machen. Eigene Fehler würde er hingegen ausblenden.

Schlierer habe die Partei „seit 15 Jahren ins politische Nirwana“ gelenkt, so Trenkle. Er wirft dem Bundesvorsitzenden „politische Dummheit“ vor. Letztendlich tue der Republikaner-Chef mit seiner Parteiführung seinen „ehemaligen Vertrauten einen gigantischen Dienst“. Trenkle spielt damit direkt auf die ehemalige Mitgliedschaft Schlierers im CDU-nahen Studienzentrum Weikersheim an. Die Republikaner wollen sich als Partei rechts der CDU positionieren, zählen sich im Gegensatz zu DVU und NPD aber dem demokratischen Spektrum zu, was Abgrenzungsbeschlüsse der Parteiführung auch nach außen belegen sollen.

In einem Kommentar unter Trenkles Artikel äußert sich auch ein gewisser „Toralf Grau“, der festhält: „Das ist sehr mutig von Dir Heiko!“ Toralf Grau ist sächsischer Landesvorsitzender der Republikaner und war bei den Landtagswahlen im Freistaat – vier Wochen vor der Bundestagswahl – auch Spitzenkandidat seiner Partei. Auch er soll laut Trenkle keinerlei Unterstützung im Wahlkampf erfahren haben. Schlierer hätte demnach weder mit Grau gesprochen, noch sei er persönlich in Sachsen gewesen oder hätte den Landtagswahlkampf organisatorisch oder finanziell unterstützt.

Schlierer selbst äußerte sich bislang nicht zu der Kritik an seiner Person. Allein inhaltlich solle der „Neuanfang“ laut Pressemitteilung angegangen werden. Auf einer Funktionärstagung der Republikaner in Nordrhein-Westfalen habe Schlierer demnach mit Parteivize Uschi Winkelsett „für eine Neupositionierung der Partei“ geworben. Einen Sonderparteitag soll es offenbar nicht geben. Im März 2010 finde regulär ein Parteitag statt, der den Auftakt für den Wahlkampf in NRW, bei dem die Republikaner antreten wollen, bilden solle. Auch dieser Wahlantritt ist innerparteilich nicht unumstritten, da die Pro-Parteien, so Trenkle, besser aufgestellt seien.

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