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REP-Liste zur Europawahl: „No names“ greifen an

Ihre Niederlage bei den Bundestagswahlen – deutschlandweit nur 0,2 Prozent – konnten die REP nicht abschütteln. Mit einem weitgehend unbekannten Kandidaten ziehen sie dessen ungeachtet in den Wahlkampf zur Europawahl im kommenden Mai. Unterstützt wird die Schlierer-Truppe dabei von den Islamfeinden der Freiheit.

REP-Infostand in Schwerin (Foto: Oliver Cruzcampo)

Bereits seit fast 20 Jahren steht Rolf Schlierer an der Spitze der REP. Als Erfolgsgeschichte wird der studierte Arzt und Rechtsanwalt seine Zeit als Vorsitzender kaum verkaufen können, denn die letzten aufsehenerregenden Wahlergebnisse datieren auf Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts. 1996 zog die Partei mit 9,1 Prozent in den Landtag von Baden-Württemberg ein, danach zeigte der Trend beständig nach unten. Beim letzten landesweiten Urnengang in Hessen kamen die REP noch auf 0,3 Prozent. Mit 0,2 Prozent fiel das Resultat der am gleichen Tag stattfindenden Bundestagswahl für Führungsetage und Basis noch enttäuschender aus.

Angesichts dieser weitgehend elektoralen Bedeutungslosigkeit verzichtet Schlierer sogar auf die Listenführerschaft zu den Wahlen zum europäischen Parlament am 25. Mai kommenden Jahres. Stattdessen schicken die REP einen unbekannten Kommunalpolitiker aus Bayern, Hermann Mack, als Spitzenkandidaten ins Rennen. Der 60-Jährige kandidierte bei den letzten beiden bayerischen Landtagswahlen auf der REP-Liste. Nach eigenen Angaben sitzt der medizinische Fußpfleger seit 1996 im Kreistag des Landkreises Dillingen. Auf Platz zwei folgt der Düsseldorfer Jurist Andre Maniera, der dem nordrhein-westfälischen Landesverband vorsteht. Komplettiert wird die Liste vom stellvertretenden Landesvorsitzenden Rodolfo Panetta aus Baden-Württemberg, der noch 2011 als Kraftfahrer arbeitete sowie Bert-Rüdiger Förster und Alois Röbosch. Der Rentner aus Hessen und der Betriebsleiter aus Speyer (Rheinland-Pfalz), seit 2004 Mitglied des dortigen Stadtrates, gehören bislang ebenfalls eher zu den REP-Hinterbänklern.

Unterstützt werden die REP-Wahlkämpfer unter der Führung von Bundesvize Detlef Stauch laut einer Pressemitteilung von der islamfeindlichen Splitterpartei Die Freiheit. Zuletzt hatten die Hobbypolitiker um Chef-Agitator Michael Stürzenberger, der den Koran als „gefährlichstes Buch der Welt“ verunglimpft hatte, erklärt, ihre landes- und bundespolitischen Initiativen zugunsten der „Alternative für Deutschland“ einstellen zu wollen. Dort hatten die Avancen der Islamfeinde, deren bayerischer Landesverband vom dortigen Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet wird, für Verstimmung gesorgt.

Mit ihrer Wahlliste zeigen die REP – obwohl sie derzeit wie zahlreiche andere kleinere Parteien vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die gültige Drei-Prozent-Hürde klagen –, dass sie den Europawahlen nur eine geringe Bedeutung zumessen. Ein Überspringen der 0,5-Prozent-Grenze, was die Zahlung staatlicher Mittel garantieren würde, scheint mithin aussichtslos.

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