„Reichstrunkenbold“ auf der Bühne

Sonneberg – Im Raum Sonneberg (Thüringer Wald) soll es Ende des Monats einen Liederabend mit einem rechten Musiker geben, der unter dem Künstlernamen „Reichstrunkenbold“ auftritt.

Dienstag, 25. September 2018
Redaktion

Bei der Organisierung wirkt Angela Schaller mit, die aber keinen genauen Termin dafür nennt. „Reichstrunkenbold“ war der Spitzname des trinkfreudigen, weil alkoholsüchtigen NSDAP-Reichsleiters Robert Ley. Heute ist „Reichstrunkenbold“ auch das Künstlerpseudonym von Philip Tschentscher.

Der gebürtige Hesse Tschentscher unterstützte in Österreich die rechtsextremistische Kameradschaft „Objekt 21“, die eine umfängliche kriminelle Energie entwickelte, und verbüßte von 2014 bis zur vorzeitigen Entlassung im Folgejahr im Nachbarland eine Haftstrafe. Tschentschers öffentliche Bekundungen, Abstand von der rechten Szene gefunden zu haben, waren offenkundig nur vorgeschobener Natur, wie wiederholte Auftritte im neonazistischen Umfeld verdeutlichten.

Tummelplatz für braune Liedermacher

Mit dem abermaligen Musikevent wird Thüringen nicht nur zum Mekka für Rechtsrock-Konzerte, sondern auch immer mehr zu einem Tummelplatz für Liedermacher aus dem braunen Spektrum. Nach dem von NPD-Bundesvize Thorsten Heise auf die Beine gestellten „Eichsfeldtag“ Anfang des Monats in Leinefelde folgte am 8. September eine Zusammenkunft in der Sonneberger Region, bei der „FreilichFrei“, Frank Rennicke und Axel Schlimper zur Gitarre griffen und bei der der Neonazi Meinolf Schönborn, Herausgeber der Periodika „Recht und Wahrheit“, für einen Vortrag eingeladen war. Dem schloss sich eine Woche später dann ein braunes Benefiz-Liederabend in Eisenach an. (hf)

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