von Robert Scholz
   

Reichen sich Hansa Rostock und St. Pauli beim Aktionstag gegen Rechtsextremismus die Hand?

Nach dem viel beachteten Rausschmiss einer NPD-Delegation aus dem Ostseestadion scheint Hansa Rostock weiter an seinem Image arbeiten zu wollen. So kündigte der Verein an, am 4. September den Aktionstag gegen Rechtsextremismus „Hamburg und alle stehen auf“ unterstützen zu wollen. An der Aktion beteiligt sich auch der FC St. Pauli. Der Ex-Präsident des Vereins, Corny Littmann, zollte den Rostockern seinen Respekt für die Teilnahme.

Der Leiter der Kampagne „Laut gegen Nazis“, Jörn Menge, hatte den FC Hansa Rostock für die Aktion gewinnen können. Hansa-Marketingchef Peter Zeggel habe schließlich bestätigt, dass sich Hansa Rostock in Hamburg gegen Rechtsextremismus positionieren werde. Von einer „sehr positiven Wendung“ sprach daher Ex-Pauli-Präsident Littmann laut Nachrichtenagentur „ddp“. Er stufte die Teilnahme der Rostocker als „bemerkenswert“ ein.

Littmann hofft über die Aktion hinaus auf eine Annäherung der Clubs, zwischen denen es in der Vergangenheit wiederholt zu teils heftigen Ausschreitungen gekommen war. Durch das gemeinsame Vorhaben beider Vereine, sich gegen Menschenverachtung und Rechtsextremismus zu positionieren, hoffe man, dass auch die Fanlager aufeinander zugehen würden und sich am 4. September auf dem Heiligengeistfeld symbolisch die Hand reichten, so Menge: „Für uns und die Fußballbundesliga ist das Zusammengehen der bisher verfeindeten Clubs gegen rechtsextremes Gedankengut eine Sensation, die Nachahmer finden sollte.“

Kommentare(7)

Björn Dienstag, 24.August 2010, 17:55 Uhr:
Hier können dann die Suptras zeigen ob es ihnen Ernst war damit gegen jegliche politische Einflußnahme beim F.C. Hansa Rostock zu kämpfen.
Mal sehen ob es dann auch Applaus von ER gibt wenn mit den Anti-Rechts-Kämpfern ähnlich umgesprungen wird wie mit den NPD-Leuten.

Bin sehr gespannt ob sich einige Hansa-Fans dazu benutzen lassen ein Teil dieses peinlichen Kampfes gegen Rechts zu werden.
 
B.C. Mittwoch, 25.August 2010, 09:23 Uhr:
@bjoern
immer noch nicht ueber den schmachvollen auftritt vom pastoerchen nebst gefolge hinweggekommen?
ihre erwartbare reaktion auf das kommende haben sie uns ja hier schon dargelegt.
wenn da hansa-fans hingehen, dann verstossen sie gegen das gebot der politikfreiheit. wenn sie nicht hingehen, war der rauswurf der NPD nicht substantiell.
fuer sie offenbar eine win-win situation. gratulation!
da koennten sie uns ja eigentlich mit einem kommentar, wenn die aktion vorrueber ist, verschonen. so haetten wir dann auch was davon.
 
Matthias Schmidt Montag, 30.August 2010, 16:18 Uhr:
Wie wir neulich gesehen haben, stand Hansa jahrelang zu Unrecht am Pranger. Der Verein ist der einzige im Norden Ostdeutschlands, der noch eine Rolle spielte. Wie als Abwehrreflex war gleich die Nazikeule zur Hand - als ob auf dem Kiez in St. Pauli nur lammfromme Klosterschüler leben würden. Gerade zeigt der von der Fanstruktur her eher bürgerliche, rechte oder SPD-nahe HSV, dass es in seiner Mitte mindestens ebenso viele rechte Fans gibt wie in Rostock. Wie war das noch mit der Prügelei und der attacke gegen St.Paulis Spieler neulich? Medien sollten sich bei Rostock entschuldigen und die Fanstrukturen solch "unantastbarer" Vereine wie des HSV mal besser beleuchten.
 
B.C. Dienstag, 31.August 2010, 07:10 Uhr:
@Matthias Schmidt
jetzt machen sie es sich aber auch ein bisschen einfach. selbst eingefleischte fans von hansa raeumen ein, dass hansa am rechten rand zumindest in den 90ern ein problem hatte. inwiefern das heute nicht mehr gilt vermag ich nicht zu sagen. diese bisher einmalige aktion als beweis fuer die falschheit der allgemeinen wahrnehmung in der vergangenheit heranzuziehen, ist nicht gerade serioes.
 
Matthias Schmidt Dienstag, 31.August 2010, 09:24 Uhr:
Es ist wie immer: Die Ossis stehen unter generalverdacht, NPD zu wählen, rechts zu sein oder gar Schläger zu sein.

Wer Fan beim HSV ist, der darf nach Herzenslust die Spieler des FC St. Pauli angreifen, wer in der SPD ist (und deren Wirtschaftssenator war), der darf rassistisch gegen Türken und andere Muslime hetzen. Man sieht immer nur den Splitter im Auge des Nachbarn, den Balken im eigenen Kopfe sieht man nicht!
 
Björn Mittwoch, 01.September 2010, 15:34 Uhr:
Sicher, der Angriff auf die St. Pauli-Typen war nicht die feine englische Art. Aber wie Herr Schmidt gleich wieder darauf kommt, dass die Angreifer die totalen Nazis waren, diese Antwort bleibt er uns schuldig.

Das Problem ist nicht, dass eine Fan irgendwie "Rechts" ist. Sondern, dass Problem ist die Gewalt im und um das Stadion. Und da braucht gerade St. Pauli sich nicht zu verstecken.
 
Björn Dienstag, 07.September 2010, 16:11 Uhr:
Was ist nun eigentlich aus dem großen Zeichen gegen Rechts geworden?

Gab es keine Berichte darüber oder hab ich sie nur übersehen?
 

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