Referatsreigen beim GFP-Jubiläum

Villingen-Schwenningen – An einem bislang unbekannten Ort führt die rechtsextreme „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GFP) am 29./30. Mai ihren diesjährigen Kongress durch.

Freitag, 23. April 2010
Redaktion

Getagt werden soll „Zum 50. Jahrestag der Gründung der GFP“. Die etwa 500 Mitglieder umfassende NPD-nahe GFP ist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes die mitgliederstärkste rechtsextreme Kulturvereinigung. Sie wurde 1960 von ehemaligen SS-Offizieren und NSDAP-Funktionären gegründet. Ihr gehören rechtsextreme Publizisten, Redakteure, Buchhändler und Verleger an. Man will „Aufklärungsarbeit“ leisten, um die angeblich verzerrte Darstellung der Zeitgeschichte zu korrigieren.

Den Referatsreigen des Kongresses leitet der Vorsitzende Andreas Molau ein, der einen Rückblick über die GFP-Aktivitäten seit ihrer Gründung geben wird. Molau, ehemals Redakteur der „Jungen Freiheit“, Ex-NPD-Bundesvorstandsmitglied und DVU-Pressesprecher, amtiert seit 2005 als GFP-Vorsitzender. Weitere Referenten sind Bernd Rabehl („Die permanente Neugeburt der Nation in Europa“, Andreas Mölzer („Eurorechte –Traum oder Wirklichkeit“), Harald Neubauer („Bevormundet und entsouveränisiert“) und Thor von Waldstein („Deutsche Entscheidungen im asiatischen Jahrhundert“). Peter Dehoust hält die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger der von der GFP gestifteten „Ulrich-von-Hutten-Medaille“.

Rabehl, einstmals Theoretiker der APO und des SDS sowie Weggefährte von Rudi Dutschke, tritt seit 1998 in extrem rechten Zusammenhängen, unter anderem als Referent bei der NPD, in Erscheinung. Der FPÖ-Europaabgeordnete Mölzer ist Mitherausgeber der rechtsextremen Wochenzeitung „Zur Zeit“. Neubauer, GFP-Vorstandsmitglied, vormals Mitherausgeber des rechtsextremen Monatsmagazins „Nation&Europa“ (NE) ist Kolumnist des rechten Monatsmagazins „Zuerst!“.

Rechtsanwalt von Waldstein war früher Bundesvorsitzender der NPD-Studierendenorganisation Nationaldemokratischer Hochschulbund (NHB). Dehoust, bis Jahresende 2009 Mitherausgeber von „Nation&Europa“, gilt als „Urgestein der politischen Nachkriegsrechten“ (NE), war bereits 1960/1961 beim „Bund Nationaler Studenten“ (BNS) zugange. Die Organisation der GFP-Kongresse obliegt seit Jahren dem baden-württembergischen NPD-Landesvorsitzenden Jürgen Schützinger. (am)

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