von Oliver Cruzcampo
   

Rechtsrock in Sachsen-Anhalt: Behörden untersagen Veranstaltung

Bis zu 1.500 erwartete Teilnehmer würden ein für übernächstes Wochenende geplantes Rechtsrock-Konzert zu einer der größten Szeneveranstaltungen des Landes machen. Um mögliche Verbote zu umgehen, hat der Veranstalter gleich drei Lokalitäten eingeplant. Doch für zwei Orte wurden jetzt bereits Verbote ausgesprochen.

Als Anfang April die Meldung die Runde machte, dass der umtriebige Neonazi Oliver Malina in Groß Germersleben ein Schloss erworben hatte und dort eine Rechtsrock-Veranstaltung durchführen wollte, war das Entsetzen groß. 

Malina organisiert seit Jahren szenetypische Musikveranstaltungen, bis zuletzt in Nienhagen (Landkreis Harz). Doch hat ihm der Eigentümer einen Riegel vorgeschoben, nachdem sich die Bürger des kleines Ortes mehrheitlich gegen die braunen Konzerte ausgesprochen hatten. Der Neonazi musste sich erneut auf die Suche machen. Mit dem bei einer Versteigerung erworbenen Schloss samt Grundstück erhoffte sich Malina, so einen diesjährigen Ausfall der sogenannten Skinhead-Party umgehen zu können.

Da auf dem Schlossgelände laut MDR offenbar keine gesicherten Fluchtwege vorhanden sind, steht der Veranstaltungsort auf der Kippe. Wie der Focus zudem berichtet, sei das Konzert nun untersagt worden, da eine Frist nicht eingehalten wurde.

Malina hatte zudem in in Annaburg (Landkreis Wittenberg) eine weitere Lokalität angemietet. Aber auch in dem Ort sei der Mitteldeutschen Zeitung zufolge eine Frist verstrichen – die Nutzung wurde auch dort untersagt.

Doch auch für den Ort Ballenstedt im Harz liege eine Anmeldung vor. Eine Diskothek sei dort als Ausweichort angemeldet worden. Laut MDR-Bericht soll dort die Polizei mit dem Pächter reden, um mögliche Sicherheitsbedenken zu erläutern.

Kommentare(2)

Henriette von Stetten Mittwoch, 15.Mai 2013, 20:26 Uhr:
Das Schloss hat wohl zukünftig die besten
Aussichten als Veranstaltungsort.
Ein Obdachloser hatte es für einen Euro
gekauft,konnte aber die Steuern nicht bezahlen.Deshalb ging es in die Zwangsversteigerung und wurde vom heutigen
Besitzer für 12000 Euro erworben.
Der drittletzte Besitzer hatte bereits 2,5 Mio Euro Versicherungssumme bekommen ,da
es abgebrannt war.
Zwischenzeitlich hätten mehrere Leute
das Schloss erwerben können,spätestens in
der Zwangsversteigerung.
Nun ist das Geschrei und die geheuchelte Empörung wiedermal grenzenlos.
Vorgeschobene Verbote bzw. Auflagen sollen Argumente ersetzen.
 
Ein Nienhagener Donnerstag, 16.Mai 2013, 07:57 Uhr:
"Das Schloss hat wohl zukünftig die besten
Aussichten als Veranstaltungsort."

Neee. Eben nicht. Und warum?

Weil Malina sich ein Grundstück kauft und dabei den nicht ganz unwesentlichen Umstand übersieht, dass er gar keine geeignete Zuwegung zu seinem Schloss hat, um solche Menschenmassen in geeigneter Zeit auf und vom Gelände zu bekommen und welches zudem noch mitten in einem, seit Jahren bestehenden, LSG liegt.

Den 10.05. als Frist hinsichtlich der Auflagen ließ er ungenutzt verstreichen.

An den Auflagen kann es nicht gelegen haben. Derlei ist er ja aus Nienhagen gewöhnt. Aber die Groß Germerslebener haben auf sich breit aufgestellt um den "Gästen" deutlich zu machen, dass sie nicht erwünscht sind. Das wird ihn wohl eher gestört haben.

In Groß Naundorf verpennt er den Termin zur Abgabe eines Bauantrages. Dem ist nicht viel hinzu zu fügen.

Und auch das "Mirage" in Ballenstedt ist wohl auch nicht verfügbar.
http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/kein-rechtsrock-in-ballenstedt100_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html

Na ja. Nach eigener Aussage auf der Weltnetzseite lässt er ja nächsten Mittwoch die "Katze aus dem Sack". Bin gespannt ;-)
 

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