Rechtsrock-Festival zu Ostern

Im norditalienischen Verona stehen wieder mehrere deutsche Neonazi-Bands auf der Bühne – Veranstalter des Spektakels sind die „Veneto Fronte Skinheads“.

Dienstag, 06. März 2012
Horst Freires

Die aus Neuburg an der Donau kommenden Rechtsrocker von „Sturmtrupp“ und die Band „Sachsonia“ aus Dresden werden zusammen mit fünf anderen Gruppen für ein Konzert im norditalienischen Verona angekündigt. Die bereits 1987 gegründete Formation aus Bayern soll dort am 7. April zum traditionellen Oster-Festival auf die Bühne steigen, wie sie es bereits 2010 getan hat. Gastgeber sind die „Veneto Fronte Skinheads“ (VFS).

Die extrem rechtsgerichtete Gruppierung existiert bereits seit 1986. Sie knüpfte schnell Kontakte zum „Blood&Honour“-Netzwerk, arbeitet inzwischen aber nach beseitigten Querelen auch mit den einst konkurrierenden „Hammerskins“ zusammen. VFS beschäftigte immer wieder die italienische Justiz, etwa wenn es um die Aufstachelung zum Rassenhass oder die Verharmlosung des Holocaust geht. Das geben die Verantwortlichen von VFS in einem Interview mit dem nationalistischen slowenischen Magazin „Hail The New Dawn“ sogar offen zu. Dort rühmen sie sich aber auch ihrer guten Rechtsanwälte. Unumwunden sagen die VFS-Funktionäre, dass man sich einen anderen Ausgang des Zweiten Weltkrieges für die Achsenmächte gewünscht hätte.

VFS-Aktivisten in Dresden mit dabei

Die Verbindungen der VFS zur NPD wurden durch die Teilnahme am „Fest der Völker“ 2007 und 2008 in Jena und Altenburg augenscheinlich. Im vergangenen Herbst reisten VFS-Aktivisten ins sächsische Rothenburg, um sich dort im Rahmen eines Solidaritätsfestivals an der Forderung nach einer Freilassung des in Rom unter Hausarrest stehenden deutschen Kriegsverbrechers Erich Priebke zu beteiligen. Nahezu jedes Jahr hatten sich VFS-Mitglieder früher zum Gedenken an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß auf den Weg nach Deutschland gemacht. Auch bei den Demonstrationen der rechtsextremen Szene in Dresden waren die Italiener auf der Straße mit dabei.

Aktueller Chef der VFS, die sich offiziell als Kulturvereinigung bezeichnen, ist Giordano Caracino. Auch der nächste Konzerttermin wird bereits propagiert: Am 14. Juli lädt man zum Sommerfest ein. Bei den „Veneto Fronte Skinheads“ waren bereits diverse deutsche Rechtsrock-Formationen zu Gast. Dazu zählen unter anderem „Kraftschlag“, „Noie Werte“, „Frontalkraft“, „Faustrecht“, „Path Of Resistance“ und „Carpe Diem“.

Die VFS-Veranstaltungen haben sich seit Jahren kontinuierlich zu den wohl am besten besuchten Konzerten der extrem rechten Musikszene in Westeuropa gemausert. Aus den eigenen VFS-Reihen stammen mehrere Bands, darunter „Ultima Frontiera“ und „Gesta Bellica“. Letztere sollen jetzt zu Ostern wieder dabei sein. Auch die Gruppe „Injustice Side“ bekennt sich zu ihrer Zusammenarbeit mit den VFS, die mit Tuono Records sogar über ein eigenes Produktionslabel verfügen.

 

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