Rechtsrock-Event nach dem Aufmarsch

Mehr als 1000 Neonazis werden zum „Nationalen Antikriegstag“ am Samstag in Dortmund erwartet –im Anschluss sollen die Teilnehmer noch zum Konzert mit „Lunikoff-Verschwörung“ ins thüringische Leinefelde fahren.

Donnerstag, 01. September 2011
Tomas Sager

Mit „1000 plus x“ Teilnehmern rechnet die Dortmunder Polizei bei dem Neonazi-Aufmarsch zum „Nationalen Antikriegstag“ am kommenden Samstag. Anders als in den beiden vorigen Jahren wird es diesmal auch einen Demonstrationszug durch die Ruhrgebietsstadt geben.

2009 und 2010 hatte die Polizei die Demonstrationen verboten. Auf einem abgelegenen P+R-Parkplatz am Dortmunder Hafen fanden lediglich stationäre Kundgebungen statt, im vorigen Jahr mit knapp 500 Teilnehmern. Weitere 500 Neonazis waren, statt auf einem Parkplatz stehend einigen Rednern zuzuhören, schon eine Station vor dem Hauptbahnhof aus dem Zug gestürmt. Vier Kilometer zogen sie Richtung Innenstadt, ehe die Polizei sie stoppen konnte. Dortmunds Polizeipräsident Hans Schulze rechnet nicht damit, dass es in diesem Jahr zu einer ähnlichen „spontanen“ Aktion kommen wird.

Die Polizei werde auf eine deutliche räumliche Trennung zwischen Neonazis und Gegendemonstranten achten, kündigte er an. Bei insgesamt rund 20 Gegenveranstaltungen werden etwa 10.000 Teilnehmer erwartet. Zudem rechnet Schulze mit drei- bis viertausend Linksautonomen, die nach Dortmund anreisen würden. Für Gegendemonstranten gesperrt ist ein Bereich nordwestlich des Hauptbahnhofs, durch den die Neonazis ziehen sollen. Angemeldet ist ihr Aufmarsch für die Zeit von 12.00 bis 20.00 Uhr.

„Vorabenddemo mit Livemusik“

Parallel zum „Antikriegstag“ findet im thüringischen Leinefelde der „Eichsfelder Heimattag“ statt, organisiert von NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise. Nachdem in der Szene massive Kritik wegen der Terminüberschneidung laut geworden war, hatte Heise das Programm umgestellt. Die für Neonazis besonders attraktiven Rechtsrock-„Events“ mit der „Lunikoff -Verschwörung“, „Oidoxie“ und „Words of Anger“ sollen erst ab 20.00 Uhr beginnen. „Für die jungen Aktivisten sollte der Dortmunder Antikriegstag die Pflichtveranstaltung sein“, versuchte Heise nach der Fehlplanung bei seinen „Kameraden“ in Nordrhein-Westfalen wieder gute Stimmung zu machen. Wenn in Dortmund die Demonstration beendet sei, könne man immer noch bequem in zweieinhalb Stunden nach Leinefelde fahren.

Die Bands „Oidoxie“ und „Words of Anger“ sollen auch bei einer Demonstration am Freitagabend in Dortmund spielen. Erwartet werden zu dieser „Vorabenddemo mit Livemusik“ nach Angaben der Polizei zwischen 200 und 300 Teilnehmern.

 

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