Rechtsextremist hinter Hagida

Wie die Polizei eingeräumt hat, ist der Organisator des Pegida-Ablegers in Hannover ein Anhänger der „Identitären“. Er unterhält auch Verbindungen zur AfD.

Montag, 19. Januar 2015
Redaktion

Um die Identität des Anmelders zu schützen, hatte die Polizei in der niedersächsischen Landeshauptstadt im Vorfeld des Hagida-Aufmarsches am Montag vergangener Woche nichts über den politischen Hintergrund des Organisators bekanntgegeben. Anmelder und Versammlungsleiter war Olaf Schulz aus Hildesheim. Schulz ist als Anhänger der „Identitären Bewegung“ dem niedersächsischen Verfassungsschutz bekannt, der die fremdenfeindliche Gruppierung seit April 2014 als rechtsextrem einstuft und beobachtet.

Schulz trat 2013 in Garbsen (Region Hannover) öffentlich in Erscheinung, als er einen Kirchenbrand für rechte Propaganda missbrauchen wollte. „Kirchen werden angezündet, weil sie das Symbol der Einheimischen sind“, sagte Schulz damals in einem TV-Interview. Der aus Hameln stammende Schulz ist Verantwortlicher einer bisher inhaltsleeren Internetseite mit dem Titel „Konservativer Gesprächskreis Hannover“. Der „Gesprächskreis“ war Anfang der 1990er Jahre aus einem Leserkreis der „Jungen Freiheit“ hervorgegangen und hatte auch Referenten aus dem extrem rechten Spektrum zu Vorträgen eingeladen. 2005 wurde er aufgelöst.

Nach Informationen, die bnr.de vorliegen, unterhält Schulz enge Kontakte zur AfD. Er nimmt regelmäßig an Veranstaltungen des Hildesheimer Kreisverbands teil. So kam er etwa zu einem „Stammtisch“ der örtlichen AfD Hildesheim am vorigen Dienstag  – genau wie „pro Deutschland“-Bürgermeisterkandidat Andreas Tute. Vorsitzende des Kreisverbands ist Alexandra Kriesinger, die bei Hagida zusammen mit Schulz eine Deutschlandfahne trug  und ihn als „demokratischen, seriösen Menschen“ beschreibt. Er sei jedoch kein AfD-Mitglied, so Kriesinger.  An dem Hagida-Aufmarsch am Montag vergangener Woche in Hannover, der von tausenden Gegendemonstranten blockiert wurde, nahmen neben Rechtspopulisten und einem CDU-Ratsherrn auch rund 60 Neonazis und rechtsextreme Hooligans teil. (bnr.de berichtete) Ab dem 26. Januar will Hagida jeden Montag auf die Straße gehen. (jf)

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