Rechtsextreme Wachmänner

Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die Flüchtlingsunterkünfte bewacht, sympathisieren mit Neonazis und Hooligans.

Donnerstag, 03. September 2015
Andrea Röpke

Die zwei Männer stehen am Eingang der improvisierten Flüchtlingsunterkunft in einem ehemaligen Praktikermarkt in Heidenau. Sie tragen gelbe Westen der Sicherheitsfirma Securitas und kontrollieren den Einlass. Inzwischen wurde einer von ihnen von diesem sensiblen Dienstbereich abgezogen, denn Philipp B. ist Neonazi. Sehr offen sympathisiert er mit der NPD und der rechtslastigen Dresdener Hooligantruppe „Army of Dresden-West“. Zu der soll auch sein Kollege Thomas K. zählen, der neben ihm den Eingang bewachte, während Wutbürger und extreme Rechte protestierten und engagierte Menschen den angekommenen Flüchtlingen ein Willkommensfest boten. Ein Photo der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ zeigt die beiden an diesem Tag.

Thomas K. präsentiert sich bei Facebook stolz als Sicherheitskraft der Eventfirma DSO mit dem Rennfahrer Ralph Schumacher. Andere Photos aber zeigen ihn mit Shirt der Dresden-West-Hooligantruppe. Ein Gruppenfoto wurde ausgerechnet vor dem ehemaligen Treffpunkt der Neonazi-Szene „Grüner Heinrich“ aufgenommen. In den 1990er Jahren verkehrten dort die Schlägergruppen um Rainer Sonntag. In der Location befindet sich inzwischen ein Asia Imbiss. Einige der Hools sind vermummt und recken die Faust.

Lob für NPD-Werbespot

Fußballfan K. schrieb bereits 2011 neben das Photo eines Dresdener Fanblocks „Dönerverkäufer Eintracht Frankfurt“. Eines zeigt Mitglieder der „Army“ sowie der bekannten rechten Hooligan-Truppe „Faust des Ostens“ beim Ausflug nach Südeuropa. Der 22-jährige bärtige B., der noch in der vergangenen Woche für die Sicherheit der Heidenauer mitbetraut war, wetterte am 7. Dezember 2013  bei Facebook: „Na Klasse jetzt komm schon die ersten Asyl schmarotzer bei uns auf der Straße an.“ Einen Werbespot der NPD zur Bundestagswahl 2013 fand er „Sehr gelungen !!!!“, man müsse schließlich ein „biss’l mobil machen“.

Im Juli 2015 stand Wachmann Philipp B. dann auf der Seite der Angreifer. Als es nach einer Protestveranstaltung der NPD vor einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in der Bremer Straße zu Ausschreitungen von rechts kam, befand er sich weit vorne. Mit verschränkten Armen – in Zivil – beobachtet er zwischen Rechten und Hooligans stehend eine antifaschistische Demonstration. In seiner Nähe steht einer der Neonazis, die später in Heidenau mitrandalierten. Ein weiteres Foto des MDR zeigt Philipp B. dann weiter hinten in dem Pulk, von dem die vordersten Reihen versuchen, mit Gewalt die Polizeikette zu durchbrechen.

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