Rechtsextreme Hochburgen

In Ostdeutschland hat die NPD durchwegs besser abgeschnitten als im Westen – für die Republikaner gab es nur sehr vereinzelt achtbare Erfolge.

Freitag, 23. September 2005
Zusammenstellung: Gabriele Nandlinger

Die NPD holte bei der Bundestagswahl – dem vorläufigen amtlichen Ergebnis zufolge – einen Stimmenanteil von 1,6 Prozent (743 903 Wähler; 2002: 0, 4 und 214 872 Wähler). Ihre Erststimme gaben der NPD 853 742 Wähler, 1,8 Prozent. Die Republikaner erhielten 266 317 Wählerstimmen und 0,6 Prozent (2002: 280 735 Stimmen und 0,6 Prozent).
Ihre höchsten Landesresultate erreichte die NPD in Sachsen (4,9 %; Erststimmen 5,1), Thüringen (3,7, %; 4,0), Mecklenburg-Vorpommern (3,5 %; 3,3), Brandenburg (3,2 %; 3,3), Sachsen-Anhalt (2,5 %; 2,8), dem Saarland (1,8 %; 1,7%) und in Berlin (1,6 %; 1,8). Im Folgenden die Wahlkreise (WK), die überdurchschnittliche Ergebnisse für die Rechtsextremisten aufweisen:

In knapp der Hälfte der Wahlkreise in Sachsen gelangte die NPD über die 5-Prozent-Marke: Sächsische Schweiz (7,1 %, Zweitstimmen 7,8 %), Kamenz-Hoyerswerda (6,5 %, 6,7), Bautzen-Weißwasser (6,3 %, 7,0), Annaberg-Aue-Schwarzenberg (6,3 %, 6,6), Freiberg Mittlerer Erzgebirgskreis (6,1 %, 6,1) und Löbau-Zittau (6,0 %, 6,7). Über 4 Prozent lagen die WK Vogtland – Plauen (4,6 %, 4,8), Chemnitzer Land Stollberg (4,7 %, 5,0), Leipziger Land (4,4 %, 4,5), Dresden II – Meißen I (4,1 %, 4,3). Über 3 Prozent gab es in den WK Zwickauer Land – Zwickau mit 3,6 % (3,4), Chemnitz 3,2 % (2,9), Leipzig I 3,0 % (3,0), Schlusslicht bildete Leipzig II mit 2,2 % (2,3). Der Stimmenanteil der REP lag überwiegend bei 0,4 oder 0,5 Prozent; lediglich in Chemnitz erzielten sie 1,7 und im WK Chemnitzer Land 1,0 Prozent.

Auch in den Thüringer Wahlkreisen schnitt die NPD weit überdurchschnittlich ab: Sonneberg – Saalfeld – Rudolstadt (4,6 % Zweitstimmen, 4,8 % Erststimmen), Greiz – Altenburger Land (4,3, 4,5 %), Kyffhäuser Kreis (4,1, 4,5 %), Gotha – Ilm-Kreis (3,9, 4,4 %), Eisenach – Wartburgkreis (3,8, 3,89 %), Suhl – Schmalkalden (3,5, 3,7 %), Gera – Jena – Saale (3,2, 3,5 %), Eichsfeld – Nordharz (3,2, 3,3 %) und Erfurt – Weimar (2,5, 3,1 %). Die REP holten Ergebnissse zwischen 0,5 und 0,8 Prozent der Stimmen. In Mecklenburg-Vorpommern gab es die höchsten NPD-Ergebnisse in Neubrandenburg – Mecklenburg – Strelitz mit 4,6 % (Erstimmenanteil 4,8 %), dem folgen Greifswald – Demmin – Ostvorpommern (4,5, 4,8 %), Stralsund – Nordvorpommern – Rügen (3,6, 3,5 %), Bad Doberan – Güstrow – Müritz (3,3, 3,5 %), Schwerin – Ludwigslust (3,3, 3,4 %), Wismar – Nordwestmecklenburg (3,1, 3,3 %) und Rostock (2 %).

Im Bundesland Brandenburg erzielte die NPD im WK Oberspreewald-Lausitz II mit 5,0 Prozent (Erststimmen: 5,3) ihr bestes Resultat. Überdurchschnittlich schnitt sie auch in sämtlichen Wahlkreisen ab: Frankfurt – Oder-Spree (3,6, 3,6 %), Cottbus – Spree-Neiße (3,4, 3,5 %), Märkisch Oderland (3,4, 3,3 %), Uckermarck – Barnim (3,2, 3,5 %), Oberhavel – Havelland (3,2, 3,2 %), Dahme-Spreewald (3,1; 3,2 %), Brandenburg – Potsdam Mittelmark (2,9, 3,0 %), Prignitz (2,7, 2,8 %) sowie Potsdam (1,8, 1,8 %). Die höchsten Stimmenanteile der NPD lagen in Sachsen-Anhalt im Burgenland (4,2 und 4,7 %) und Mansfelder Land (3,3 und 3,5 %). Über dem Durchschnitt waren auch die Resultate in den übrigen Wahlkreisen: Bernburg – Bitterfeld – Saalkreis (2,7, 2,9 %), Harz (2,5, 2,9 %), Börde (2,5, 2,7 %), Anhalt (2,4, 2,5 %), Elbe-Havelgebiet (2,3; 2,8 %), Altmark (2,2, 2,2 %) sowie jeweils 1,7 Prozent in Magdeburg und Halle.

In fünf Berliner Wahlbezirken war das NPD-Ergebnis höher als der Bundesschnitt: Marzahn-Hellersdorf (3,2, 3,7 %), Lichtenberg (2,7, 3,2 %), Treptow-Köpenick (2,4, 2,5 %), Pankow (1,9, 2,2 %) sowie Neukölln (1,7, 2,0 %). Als einzigem westlichem Bundesland erzielte die NPD in allen vier saarländischen Wahlkreisen überdurchschnittliche Resultate: Saarbrücken (1,8 %, Zweitstimmen 1,5), Saalouis (1,7, 1,7), St. Wendel (1,7, 1,7) und Homburg (2,1, 2,0).

Unter den bundesweiten 1,6 Prozent blieb die NPD in sämtlichen Wahlkreisen in Hamburg und Schleswig-Holstein (jeweils 1,0 %). Im Bundesland Bremen (1,4 %) kam die NPD in Bremerhaven auf 1,9 (Erststimmen: 2,0) Prozent. In Niedersachsen holte sie im WK Helmstedt – Wolfsburg 1,8 (Erststimmen: 1,9) Prozent sowie jeweils 1,6 Prozent in den WK Rotenburg – Verden und in Salzgitter – Wolfenbüttel. Nordrhein-Westfalen lag mit 0,8 Prozent unter dem NPD-Bundesergebnis. Lediglich im WK Duisburg II gab es 1,6 (Erststimmen: 2,0) Prozent; dort zusätzlich 0,6 Prozent für die REP, deren bestes Ergebnis im WK Herne Bochum II 0,9 Prozent betrug. In Rheinland-Pfalz gelangen der NPD in drei Wahlkreisen überdurchschnittliche Ergebnisse: Kaiserslautern (2,3, 2,8 %), Pirmasens (2,1, 3,3 %; zusätzlich 2,1 % für REP), Worms (2,0, 2,3 %). In Ludwigshafen-Frankenthal erzielten die REP ihr bestes Resultat mit 2,8 Prozent (NPD: 1,5), in Pirmasens und der Südpfalz jeweils 2,1 und in Neustadt-Speyer 2,0 Prozent. In Hessen (1,2 %) schaffte die NPD in den WK Lahn-Dill (1,9, 2,3 %) sowie Wetterau (2,0, 2,2 %) ihre höchsten Stimmenanteile.

Überdurchschnittlich schnitt die NPD in Baden-Württemberg (1,1 %) in drei Wahlkreisen ab: Schwarzwald-Baar (1,7 %; Erststimmen 2,9), Heilbronn (1,7, 2,3 %) und Schwäbisch-Hall – Hohenlohe (1,6, 2,2 %). Die REP, die von 1992 bis 2001 im Landesparlament vertreten waren, erhielten 1,1 Prozent. Ihren höchsten Anteil holten sie im WK Nürtingen mit 2,0 Prozent. In 16 bayerischen Wahlkreisen erreichte die NPD höhere Resultate (landesweit: 1,3 %): Schwandorf (2,4, 2,9 %), Coburg (2,3, 2,5 %), Kulmbach (2,3, 3,1 %), Deggendorf (2,2, 3,3 %), Straubing (2,1, 2,7 %), Weiden (2,1, 1,7 %), Rottal-Inn (2,0, 2,9 %), Amberg (2,0, 2,2 %), Neu-Ulm (1,8, 2,4 %), Ansbach (1,6, 2,3 %), Hof (1,9 , 2,3 %), Bamberg (1,7, 3,1 %), Landshut (1,6, 2,2 %), Bad Kissingen (1,9, 2,5 %), Nürnberg-Süd (1,7, 2,2 %) und Fürth (1,8, 2,4 %). Für die REP (1,0 Prozent) gab es in Würzburg 2,4 und in Schweinfurt 2,1 Prozent.

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