Rechter Anschlag auf Falken-PKW
In der Nacht zu Samstag kam es in Berlin-Neukölln erneut zu einem rechtsextrem motivierten Brandanschlag. Diesmal traf es das private Auto der Geschäftsführerin der Jugendeinrichtung Anton-Schmaus-Haus der Neuköllner Falken.
Wie die Polizei mitteilte, entdeckten Streifenpolizisten gegen 1.00 Uhr nachts im Berliner Ortsteil Rudow den Brand an dem Audi und alarmierten die Feuerwehr, die die Flammen löschte. Der im Kornblumenring geparkte Wagen wurde im Frontbereich stark beschädigt, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Der Vorsitzende der Neuköllner Falken, Tim Haverland geht davon aus, „dass auch dieser feige Brandanschlag von Neonazis verübt wurde“, wie er in einer Mitteilung erklärte.
In den letzten Monaten nahmen die rechtsextremen Attacken auf Personen und Initiativen aus der Zivilgesellschaft in dem Berliner Bezirk wieder zu. So wurden bereits im Juni das Auto eines örtlichen SPD-Politikers und im Juli der Wagen eines Erziehers, der Aufkleber von den Falken und gegen die AfD an seinem PKW hatte, angezündet. Zudem kam es im Sommer zu mehreren rechtsmotivierten Sachbeschädigungen an Privatadressen und Lokalen. Die Facebook-Seite „Freie Kräfte Berlin Neukölln“ (FKBN) veröffentlichte in dem Zeitraum eine Karte mit diversen linken und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen sowie Parteibüros unter der Überschrift „Neukölln wehrt sich gegen Linksextreme“ und dem Hinweis: „Damit jeder weiß, wer der Feind ist und wo er seine Räumlichkeiten hat.“ Auch das Anton-Schmaus-Haus der Neuköllner Falken ist auf der Liste.
Seit Jahren im Fokus der Neonazis
Solche Drohungen und Angriffe sind keineswegs neu für die Falken in Neukölln, sie stehen seit Jahren im Fokus der örtlichen rechten Szene. Gleich zwei mal war es im Jahr 2011 zu Brandanschlägen auf das Anton-Schmaus-Haus gekommen, bei dem das Gebäude erheblich beschädigt wurde. (bnr.de berichtete) Mit Sicherheitszaun und Überwachungstechnik musste der Jugendtreff fortan gesichert werden. Dennoch gab es auch 2012 noch Sachbeschädigungen und Drohungen an der Einrichtung. (bnr.de berichtete)
Dennoch wollen sie die Neuköllner Falken auch nach der neuerlichen Attacke nicht einschüchtern lassen. Vorsitzender Haverland erklärte, „Wir wissen, dass wir mit unserer demokratischen Kinder- und Jugendarbeit immer noch im Fadenkreuz von Rechtsextremisten sind. Hetze, Hass und Gewalt werden auf unseren entschiedenen Widerstand treffen. Verbrechen wie diese sind uns ein Ansporn, unsere Arbeit noch zu verstärken. Wir sind das Bollwerk gegen Nazis!“