Rechte Kundgebung im Sperrgitter

120 Hooligans und „Wutbürger“ versammeln sich vor dem Düsseldorfer Landtag.

Dienstag, 28. August 2018
Susanne Müller

Vor dem Düsseldorf Landtag hatten sich am gestrigen Montag rund 120 Hooligans, Neonazis und „Wutbürger“ zusammengefunden, um die rechtsradikalen Ausfälle in Chemnitz auch in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen. Sie versammelten sich, ohne Transparente und Mikrofon, in einem Sperrgitter, gut 200 Gegendemonstranten standen ihnen gegenüber. Ein Aufmarsch war den Rechten laut Auskunft eines Polizeibeamten aufgrund der Kurzfristigkeit der Anmeldung untersagt worden.

Ursprünglich hatten die extrem rechten „Patrioten NRW“ – diese hatten eine Woche zuvor bereits in Köln eine Kundgebung veranstaltet (bnr.de berichtete) – für die Versammlung geworben und diese auch angemeldet, wenige Stunden vor Beginn machten sie jedoch einen Rückzieher. An ihre Stelle trat wohl eine Einzelperson als Anmelder. Auch Dominik Roeseler hatte einen Tag zuvor per Twitter zur Teilnahme aufgerufen.

„Widerstandsteigtauf“ mit schwarzen Luftballons

Die von einer Hundertschaft der Polizei begleitete Kundgebung vor dem Düsseldorfer Landtag dauerte eine gute Stunde, ohne jegliche Rede. Zahlreiche Rechte positionierten sich am Sperrgitter, 20 Meter von den Gegendemonstranten entfernt, und versuchten zu provozieren. Es kam aber zu keinerlei Auseinandersetzungen. Aus Dortmund waren einige Mitglieder der Neonazi-Partei „Die Rechte“ anwesend wie auch die Gruppe „Widerstandsteigtauf,“ die einzelne schwarze Luftballons steigen ließ. Nur wenige Kundgebungsteilnehmer trugen eindeutig rechtsextreme T-Shirts wie „Legion Nord“ und „Die Rechte“. Auf der Gegenseite wurden mit einer Lautsprecheranlage mehrere Reden von Düsseldorfer Gruppen aus dem linken Lager gehalten

Die rechtsradikale Versammlung wurde von dem neu in Erscheinung tretenden, mit Pressewesten auftretenden Videoteam „German Defence24“ aufgezeichnet. Diese Filmgruppe hat im August bereits rechte Kundgebungen aus Kandel und aus Köln in mehr als einstündigen Videos veröffentlicht. Auch die Düsseldorfer Veranstaltung steht bereits im Netz.

Nach gut einer Stunde durften die extrem rechten Demonstranten die Versammlung in Kleingruppen verlassen.

Kategorien
Tags