Rechte Klänge in der „Ostmark“

Ein großes Rechtsrock-Konzert Ende Januar mit insgesamt acht Bands wird seit mehreren Wochen im Internet beworben.

Dienstag, 17. Dezember 2013
Horst Freires

und Ungarn zusammenkommen. Als Ort für das Ereignis am 25. Januar wird „Zentraleuropa“ angegeben. Etwas konkreter bezogen auf die Region heißt es auf der Homepage der teilnehmenden Band „Exzess“ dazu „Ostmark“. Es darf dennoch spekuliert werden, ob damit das im Dritten Reich von den Nationalsozialisten so titulierte annektierte Gebiet von Österreich oder Tschechien gemeint ist oder eine Örtlichkeit zum Beispiel in der Lausitz oder Sachsen. Die eng mit der „Lunikoff-Verschwörung“ um Sänger Michael Regener befreundeten drei „Exzess“-Musiker kommen aus dem brandenburgischen Strausberg. Sie kündigen im Übrigen noch einen Auftritt am 29. Dezember an einem nicht benannten Ort in Norddeutschland an.

Weiterhin dabei aus Sachsen soll die vierköpfige Kombo „Heiliges Reich“ sein, „Motor Of Hate“ kommen aus Mecklenburg-Vorpommern, „Hermunduren“ ist eine eher selten auftretende Formation aus Thüringen. Bei „Hausmannskost“ aus Cottbus gibt es Verbindungen zum dort ansässigen Label Rebel Records von Martin S. „Kommando 192“ gibt es erst seit wenigen Monaten. Zuletzt trat die Band zum 20-jährigen Bestehen der „Kameradschaft Karlsruhe“ im Oktober in Söllingen auf.

„Feher Törveny“ in Torgau

Aus Italien für die Bühne gebucht wurden „Green Arrows“ aus Bozen, die inzwischen seit 1999 aktiv sind. Mit neonazistischer Hatecore wartet die ungarische Band „Feher Törveny“ auf, die seit ihrer Gründung vor rund 18 Jahren immer wieder Konzerte in Deutschland gegeben hat. Zuletzt soll dies nach Auskunft auf der Band-Homepage am 19. Oktober in Staupitz, einem Ortsteil von Torgau, der Fall gewesen sein. Rechtsrock-Termine in einem ehemaligen Gasthof sind dort seit Jahren an der Tagesordnung, aus behördlicher Sicht aber angeblich stets deklarierte Privatveranstaltungen ohne dann entsprechende ordnungsrechtliche Handhabe.

Auf dem Werbeflyer für den 25. Januar taucht auch das Wort „Solidarität“ auf. Zusammen mit dem ausgegebenen Motto könnte schon der Gedanke aufkommen, dass es sich hier unter Umständen um eine finanzielle Unterstützungsveranstaltung für angeklagte Gesinnungskameraden unter anderem im laufenden NSU-Prozess handeln könnte.

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