Rechte Hooligans in Konkurrenz

Köln – Die rechte Hooligan-Szene bleibt gespalten. Nachdem Dominik Roeseler, Ex-Sprecher des Hool-Vereins „Gemeinsam Stark Deutschland“ und stellvertretender Chef von „pro NRW“, eine Demonstration für den 25. Oktober in Köln angekündigt hatte, kontern mehrere Organisationen der Szene nun mit einer eigenen Veranstaltung.

Dienstag, 04. August 2015
Redaktion

Sie soll ebenfalls in der Domstadt stattfinden – nur einen Tag vor Roeselers Aktion. Als „Bündnis-Großdemonstration“ kündigen „Gemeinsam Stark Deutschland“ (GSD), die „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), das „Bündnis Deutscher Hooligans“ (B.D.H) und die „Berserker Deutschland“ ihre Veranstaltung an, die – ginge es nach ihnen – am 24. Oktober mittags am Kölner Hauptbahnhof beginnen soll.

In einer gemeinsamen Mitteilung kritisieren die vier Organisationen den „pro NRW“-Funktionär unter anderem wegen „seiner Alleingänge im Hinblick auf die bevorstehende Demo“. Roeselers Anmeldung für den 25. Oktober sei „so nicht abgesprochen“ gewesen. Man lasse sich nicht „für politische Zwecke ,benutzen'“ und werde „keine Aktionen bzw. Demos unterstützen, die politisch und wirtschaftlich gesteuert sind“, erklärten die Hooligan-Organisationen. Für ihr „Bündnis“ habe es im Vordergrund gestanden, „gemeinsam zu agieren und dies tun wir auch und lassen am Samstag, den 24. 10. 2015 Taten sprechen“.

Symbolisch wichtiger Ort und Termin

Szeneintern wird die doppelte Demo-Anmeldung als „Super-Gau“ kritisiert. Gerade erschien es so, als hätte sich die gespaltene Szene wieder auf eine Linie verständigt, da konkurrieren erneut zwei Fraktionen öffentlich wahrnehmbar gegeneinander. Und das ausgerechnet an einem für rechte Hooligans symbolisch so wichtigen Ort und Termin: Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor, am 26. Oktober in Köln, hatte die Republik die bisher größte Aktion rechter Hooligans erleben müssen. Die Demonstration endete in Randale-Aktionen der Hools und der ebenfalls zahlreich angereisten Neonazis. (bnr.de berichtete) Knapp 50 Polizeibeamte wurden verletzt. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums wurden im Zusammenhang mit der HoGeSa-Veranstaltung insgesamt 174 Gewaltdelikte verübt. Die Szene feierte die Aktion mit annähernd 5000 Teilnehmern dennoch – manche auch gerade wegen der unübersehbaren Gewaltbereitschaft – als Erfolg.

Die Organisatoren von damals – auf der einen Seite Roeseler und der Rechts-Hool Andreas Kraul aus Herne, auf der anderen Seite das Bündnis der Hooligan-Vereine – präsentieren sich ein Jahr später zerstrittener denn je. Roeseler & Co. werben für ihre Aktion mit dem Spruch „In den Farben getrennt – in der Sache vereint!“ Das dürfte ein unfrommer Wunsch bleiben. (ts)

Kategorien
Tags