Reaktivierung
DVU im hohen Norden gräbt NPD-Potenzial ab.
Die DVU stellt sich in Schleswig-Holstein auf neue Beine. Die Aktivitäten der Partei waren bis vor kurzem nicht zuletzt durch eine Überalterung seiner Mitglieder nahezu zum Erliegen gekommen. Selbst die seit einem halben Jahr wirkende Landesvorsitzende Ingeborg Lobocki (Kiel) sprach in diesem Zusammenhang von einer fast zehnjährigen Inaktivität. Sie hatte ihre politische Heimat zuvor viele Jahre bei den Republikanern und bekleidete auch dort Funktionärsämter. Der Verfassungsschutz sprach zuletzt von rund 200 Mitgliedern bei der schleswig-holsteinischen DVU.
Jetzt gibt es wieder ein Lebenszeichen der Partei im nördlichsten Bundesland. In Preetz hat es ein landesweites Treffen gegeben, bei dem sich verstärkt jüngere Aktivisten zeigten. Im Kreis Stormarn hat man kürzlich einen neuen Kreisverband unter der Leitung von Rene Döhring gegründet, im Kreis Nordfriesland soll dies Anfang 2010 erfolgen. Ferner soll es wieder Schulungsveranstaltungen sowie im Frühjahr öffentliche Kundgebungen geben – eine klare Konkurrenzansage zur NPD. Einer der neuen „Antreiber“ bei der DVU ist beispielsweise der NPD-Überläufer Kevin Stein aus Husum. Der Landesverband Schleswig-Holstein arbeitet organisatorisch eng mit dem niedersächsischen Landesverband zusammen, dem Hans-Gerd Wiechmann (Betzendorf bei Lüneburg) vorsitzt. Letzterer hat in seiner politischen Vita auch bereits die Republikaner und die NPD durchlaufen.