Razzia bei „Thiazi“-Helfern

Rostock – Die Staatsanwaltschaft Rostock hat am heutigen Mittwoch eine Razzia bei knapp drei Dutzend Rechtsextremisten gestartet.

Mittwoch, 04. Juni 2014
Redaktion

In zwölf Bundesländern wurden insgesamt 38 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht, berichteten die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern. Ermittelt wird gegen 35 Beschuldigte wegen des Verdachts der Bildung beziehungsweise der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Sie stehen im Verdacht, das neonazistische Internetforum „Thiazi“ durch Sach- und Geldspenden unterstützt oder aber innerhalb des Forums verbotene Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet zu haben.

„Thiazi“, das 2012 offline ging, galt mit mehr als 30.000 registrierten Nutzern über Jahre als das wichtigste Forum der Neonaziszene. Dort seien „in erheblichem Umfang Schriften und Tonträger mit strafrechtlich relevantem Inhalt öffentlich verbreitet“ worden, insbesondere volksverhetzende Inhalte, wie es in der Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und LKA heißt.

Gegen vier mutmaßliche Betreiber des Internetforums hatte die Staatsanwaltschaft bereits im Mai 2013 vor dem Landgericht Rostock Anklage wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit gemeinschaftlich begangener Volksverhetzung in mehreren hundert Fällen erhoben. (bnr.de berichtete) Schon damals hatte es geheißen, man habe eine Vielzahl weiterer Tatverdächtiger identifizieren können. Bei 35 von ihnen standen nun die Ermittler vor der Tür. (ts)

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