Razzia bei militantem Neonazi

Aachen/Berlin – Wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin einen Aachener Neonazi festnehmen und drei Wohnungen durchsuchen lassen.

Mittwoch, 01. September 2010
Redaktion

Erst kürzlich war der seit seinem 15. Lebensjahr mehrfach polizeilich aufgefallenen Falko W. wegen Körperverletzung gegenüber zwei Männern, die er als „Zecken“ oder Gegner einstufte, zu vier Wochen Dauerarrest verurteilt worden. Der 19-Jährige war bis Anfang Juli noch Mitglied der eng mit der NPD verwobenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL). Am 1. September wurde er in Aachen festgenommen und zwecks Untersuchungshaft nach Berlin verbracht. Ermittelt wird zudem gegen einen Neonazi aus dem Raum Radevormwald im Bergischen Land.

Laut Generalstaatsanwaltschaft Berlin ist der 19-jährige W. im Umfeld des Neonazi-Aufmarsches am 1. Mai in Berlin-Pankow Polizisten aufgefallen, als er Gegenstände weggeworfen hat und floh. Die sichergestellten Dinge haben sich laut Behörde als Utensilien zum Bau eines Sprengkörpers herausgestellt. W. steht nach bnr-Recherchen im Verdacht, auch in Aachen weitere Straftaten gegenüber politischen Gegnern, Privatpersonen und dem jüdischen Friedhof verübt zu haben. Noch am 14. August hatte der 19-Jährige gemeinsam mit KAL-Mitgliedern und dem Pulheimer Neonazi Axel Reitz an dem Neonazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf teilgenommen. (mik)

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