Rassistischer Schulterschluss

Das neurechte „Thule-Seminar“ (Kassel) und die antisemitische „Europäische Aktion“ (EA) in der Schweiz wollen künftig eng zusammenarbeiten.

Freitag, 21. Dezember 2012
Anton Maegerle/Hans Stutz

Der Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub (Jg. 1954) gibt auf der Homepage der im Kanton Zürich ansässigen „Europäischen Aktion“ (EA) bekannt, dass zwischen der EA, der „Bewegung eines neuen europäischen Selbstbewusstseins“, und dem „Thule-Seminar“ (Untertitel: Forschungs- und Lehrgemeinschaft für die indoeuropäische Kultur e.V.) eine Zusammenarbeit vereinbart wurde. Schaub zufolge hat der Neuheide Pierre Krebs (Jg. 1946), der Kopf des „Thule-Seminars“, bereits vor wenigen Wochen in der Schweiz einen von der EA organisierten Vortrag gehalten.

Die neonazistisch, rassistisch und antisemitisch ausgerichtete Europäische Aktion wurde 2010 zunächst unter dem Namen „Bund Freies Europa“ (BFE) von einer Personengruppe um Schaub, vormals Vorsitzender des 2008 vom Bundesinnenminister verbotenen „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV) gegründet. Ansprechpartner der EA in Deutschland sind unter anderem Rigolf Hennig (Verden) und Claus Herzberg (Mainz). Informationsstellen der EA sollen neben Affoltern in der Schweiz noch in Österreich, Liechtenstein und England existieren.

Das 1980 gegründete „Thule-Seminar“, das von Krebs geleitet wird, versteht sich als „geistig-geschichtliche Ideenschmiede für eine künftige Neuordnung aller europäischen Völker unter besonderer Berücksichtigung ihres biokulturellen und heidnisch-religiösen Erbes“.

In seinem aktuellen „Leitbrief“ anlässlich der Wintersonnenwende erklärt Schaub, dass die EA „keine klerikalen Umtriebe“ in ihren Reihen dulden werde und wettert gegen „christliche Werte“ und vor allem die „verlogene kirchliche Machtpolitik“. Schaub schließt sein Schreiben mit dem Wunsch nach einer „licht- und kraftvollen Sonnwendzeit“.

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