Rassistischer Provokateur

Nürnberg – Der antisemitische Autor Kemi Seba ist auf Lesereise in verschiedenen europäischen Ländern. Für den 7. Mai kündigt er eine Veranstaltung in Nürnberg an.

Freitag, 15. April 2016
Redaktion

Er kämpft für einen Pan-Afrikanismus, befürwortet die Rassentrennung, bezeichnet das Vorgehen Israels gegen Palästinenser schlimmer als den Holocaust, umgibt sich mit einem Freundeskreis von Antisemiten und bewegt sich mit seinen provozierenden Äußerungen und Reden immer nahe an Aufrufen zu Gewalt und Hass, was ihm auch bereits gerichtliche Verurteilungen eingebracht hat: Kemi Seba, in Frankreich geboren mit familiären Wurzeln aus Benin, hat gerade sein neues Buch „Obscure Epoque“ veröffentlicht. Damit ist er auf einer Lesereise unterwegs, die ihn durch Frankreich führt, aber auch Termine in Großbritannien, Italien und Belgien vorsieht.

Für den 7. Mai kündigt er eine Veranstaltung in Nürnberg an. Einer seiner Weggefährten ist der französische Komiker Dieudonne, der wegen seiner antisemitischen Auslassungen in rechtsextremen Kreisen gefeiert wird. Seba, der mit bürgerlichem Namen Stellio Capochichi heißt, pflegt seit gut einem Jahr auch Deutschland-Kontakte. Im Vorjahr war Seba erstmals im April zu Gast in Erlangen beim Kamerunischen Verein „Kasen e.V.“ Den Vorsitz hatte dort Guetse Yannick, der jetzt dem Verein „Bantu Development Initiative e.V.“ vorsteht, der sich im Juni des Vorjahres gründete. Dieser fungiert nun als Gastgeber für den 7. Mai und hat sich dafür eine städtische Kultureinrichtung ausgesucht. 2004 scharte Seba die Organisation „Tribu Ka“ um sich, die zwei Jahre später wegen rassistischen und antisemitischen Agierens per Dekret aufgelöst wurde. Auch eine Nachfolgegruppierung hatte nur kurzzeitigen Bestand.

Am 4. Mai 2014 stand der 34-jährige Seba auch auf der Namensliste beim geplanten ersten so genannten europäischen Dissidentenkongress in Brüssel, einem Treffen von Künstlern und Intellektuellen mit antisemitischen Ansichten aus dem französischsprachigen Raum, das dann aber kurzfristig verboten wurde. Für eine Pressekonferenz der Kongress-Protagonisten in einem Restaurant hatte die Polizei die Öffentlichkeit ausgeschlossen. In der Schweiz wurde bereits ein Einreiseverbot für Seba verhängt, der sich inzwischen über große Zeiträume im Senegal aufhält. (hf)

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