Rassistische Mörder
Russland (Moskau/Jekaterinburg) – Ein russisches Landgericht hat den 26-jährigen Neonazi Ilya Dorokhov zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
Dorokhov gehörte der Neonazi-Truppe „Volkssturm“ aus der Stadt Jekaterinburg (Uralgebirge) an. Er war das letzte noch nicht verurteilte Mitglied der 2006 gegründeten braunen Terrorgang mit dem deutschen Namen. Weitere elf Mitglieder des „Volkssturms“ sitzen bereits Haftstrafen ab.
Dorokhov wurde vom Landgericht in Sverdlovsk zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt. Weiterhin muss er einem Opfer 1500 Dollar zahlen. Laut Gericht war Dorokhov an sieben Mordversuchen, zwei Morden und einigen Raubüberfälle beteiligt.
Die Neonazi-Bande „Volkssturm“ war im Februar 2008 zerschlagen worden. Wie es in einer im Jahr 2009 auf der Webseite der Generalstaatsanwaltschaft Russlands veröffentlichten Mitteilung heißt, wurden die Neonazis aus Jekaterinburg, alle Jahrgang 1988 bis 1990, beschuldigt, rassistisch motivierte Morde, Mordüberfälle und Raubüberfälle unternommen zu haben.
Ihre Gewalttaten filmten die Neonazis und setzten postwendend die ethnische Hass-Propaganda ins Internet. Feindbild waren Menschen mit nicht-slawischen Aussehen. Dorokhov konnte erst nach einer internationalen Fahndung 2014 festgenommen werden.
In Russland wurden in den Jahren von 2004 bis 2014 rund 600 Personen durch Rechtsextremisten getötet. Neben dieser alarmierenden Zahl gibt es eine hohe Dunkelziffer. Im vergangenen Jahr wurden unter anderem Mitglieder der Moskauer-Neonazi-Truppe „Russkie“ und der St. Petersburger Neonazi-Gang „NS/WP Nevograd“ wegen Mordes und Mordversuches aufgrund von Rassenhass zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.