Rassistische „Bruderschaft“

In Deutschland gibt es derzeit zehn Chapter der elitären rechtsextremen „Hammerskins“ – viele HSN-Anhänger sind polizeibekannt.

Dienstag, 09. Oktober 2012
Redaktion

Anfang August dieses Jahres erschoss der US-Neonazi Wade Michael Page im Bundesstaat Wisconsin in einem Sikh-Tempel sechs Menschen und verletzte mehrere Personen schwer. Der Neonazi, der nach der Bluttat bei einem Schusswechsel mit der Polizei starb, zählte zur „Hammerskin Nation“ (HSN). Seit 2000 bewegte sich der Ex-Soldat in der rassistischen „White Power“-Musikszene, gründete die Band „End Apathy“ und spielte bei „Definite Hate“, deren Logo der Wahlspruch der Hammerskins ziert: „HFFH“ - Hammerskin Forever, Forever Hammerskin. Sie propagieren Hass und Krieg.

Insiderinformationen zufolge soll der stark tätowierte Brillenträger Page ein so genannter Patchholder gewesen sein. Kurz vor der Mordtat kündigte er demnach seine Mitgliedschaft, heißt es – wohl um der elitären, rassistischen „Bruderschaft“ nicht zu schaden. Page, der von der Polizei erschossen wurde, soll Recherchen des Southern Poverty Law Center (SPLC) zufolge angegeben haben, auch mal in der deutschen Kultband „Radikahl“ gespielt zu haben.

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es momentan zehn „Hammerskin“-Chapter, zwei jeweils in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Als führender europäischer „Hammerskin“ gilt Malte Redeker aus Ludwigshafen, genannt „Westmark“. Mit Sven Krüger aus Jamel sitzt ein anderer Bekannter zur Zeit unter anderem wegen Waffenbesitzes ein. Der mehrfach verurteilte Ex-NPD-Mandatsträger hatte illegal eine Maschinenpistole mit 200 Schuss Munition gehortet.

Viele der Anhänger der HSN und von deren Supporter „Crew 38“ sind polizeibekannt. Als vor 12 Jahren die deutsche Sektion des militanten „Blood&Honour“-Netzwerkes verboten wurde, gab es auch Bemühungen, die „Hammerskin Nation“ hierzulande zu verbieten. (ar)

Kategorien
Tags