Randale gegen Gewerkschafter und Polizei

Dortmund – Vor dem  Amtsgericht Dortmund hat am Freitag der Prozess gegen zwei führende Dortmunder Neonazis begonnen.

Samstag, 28. April 2012
Redaktion

Ihnen wird vorgeworfen, bei der Randale in der Ruhrgebietsstadt am 1. Mai 2009 als Rädelsführer aufgetreten zu sein. (bnr.de berichtete) Polizeibeamte und Teilnehmer einer DGB-Demonstration zum „Tag der Arbeit“ waren dabei aus einer Gruppe von 400 Neonazis heraus massiv attackiert worden. Die Neonazis, die angeblich mit dem Zug nach Siegen zu einer angemeldeten Demonstration der Szene nach Siegen hatten fahren wollen, waren plötzlich vom Hauptbahnhof in die Innenstadt gestürmt.

Der 26-jährige Alexander D. und der gleichaltrige alte Dennis G. beharrten darauf, dass es sich seinerzeit um eine „spontane Versammlung“ gehandelt habe, bei der sie selbst keine führende Rolle gespielt haben wollen. Auch an Gewalttätigkeiten hätten sie sich nicht beteiligt. D. erklärte gar, er habe „beruhigend“ auf die Teilnehmer einzuwirken versucht. Mitgelaufen sei er, „um Schlimmeres eventuell zu verhindern“.

Polizeibeamte, die am ersten Verhandlungstag aussagten, stellten die Situation anders dar. D. habe die Neonazis „immer wieder aufgewiegelt“, erklärte ein Dienstgruppenleiter der Polizei, der an diesem Tag vor Ort war. 22 Jahre sei er nun im „Geschäft“ – er habe aber „noch nie so eine Lage gehabt, die so schwierig in den Griff zu bekommen war“, schilderte er die Aggressivität und die wiederholten Attacken der Neonazis gegen ihn und seine Kollegen. Als der Neonazi-Zug schließlich auf die DGB-Demonstration traf, sei die Polizei mit rund zwei Dutzend Beamten kräftemäßig deutlich unterlegen gewesen. Nach einer knappen halben Stunde hatte die Polizei, die eilig Verstärkung herbeigerufen hatte, die Situation schließlich wieder im Griff.

„Das war definitiv nicht unkoordiniert“, widersprach auch ein Beamter der Bundespolizei der Behauptung, der Zug der Neonazis durch Dortmund sei tatsächlich spontan und nicht geplant gewesen. „Irgendwer hat das koordiniert.“ Dass dies D. und G. waren, wird die Staatsanwaltschaft an den fünf noch folgenden Verhandlungstagen zu beweisen versuchen. (rr/ts)

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