von Redaktion
   

Proteste erfolgreich: Umstrittener Leipziger Szeneladen schließt zum 31. März

Christian P. eröffnete im Dezember 2011 im Leipziger Täubchenweg den Laden „Fighting Catwalk“ und bot dort auch Kleidung der Marke Thor Steinar an, die als beliebtes Label innerhalb der rechtsextremen Szene gilt. Nach öffentlichem Protest des Aktionsbündnisses Ladenschluss reichte die Eigentümerin im März 2012 Räumungsklage ein. Beide Parteien einigten sich nun in einem Vergleich, dass der Laden bis zum 31. März 2013 schließen muss.

Nachdem Christian P. Seine Karriere als Boxer beendet hatte, widmete er sich ab 2009 dem Vertrieb von Kleidung, berichtet die Leipziger Internetzeitung. Zunächst eröffnete er im sächsischen Eilenburg das Geschäft „Crash Style Store“ und dann Ende 2011 den Laden „Fighting Catwalk“ im Täubchenweg in Leipzig. Außerdem habe er einen gleichnamigen Onlineversandhandel mit einem ähnlichen Sortiment. Dazu gehörten auch Kleidungsstücke der bei Neonazis beliebten Marke Tor Steinar.

Kurz danach habe eine Gruppe Rechtsextremer versucht, in der Nähe des Ladens eine Wohnung anzumieten, um einen Szenetreff zu etablieren. Dieses Vorhaben sei wegen des großen zivilgesellschaftlichen Protestes aber gescheitert.

Bereits im Dezember 2011 nahm das Aktionsbündnis „Ladenschluss“ seine Arbeit wieder auf, um mit zivilem Protest gegen den Ladenbetreiber vorzugehen. Das Bündnis hatte sich bereits 2007 und 2008 erfolgreich dafür eingesetzt, dass ein anderer Laden, der in der Leipziger Innenstadt Thor Steinar-Kleidung vertrieb, geschlossen werden musste. Auch damals hatte der Vermieter das Ende des Geschäfts durch eine Räumungsklage erreicht, schreibt die Welt.

Wegen des „Fighting Catwalk“ setzten sich Vertreter des Bündnis „Ladenschluss“ mit der Vermietung des Ladens in Verbindung und klärten über den politischen Hintergrund der Kleidermarke auf. Damals sagte Daniel Kaboth von „S Immo Germany“ der Leipziger Internetzeitung: „Wir waren bei der Vermietung ein wenig überrumpelt.“ Der Betreiber des Geschäfts hätte lediglich von „Sportbekleidung“ gesprochen.

Nachdem sich der Betreiber Christian P. weigerte, die Marke Thor Steinar aus seinem Sortiment zu nehmen, kündigten ihm die Vermieter fristlos. P. zog aber nicht aus dem Geschäft aus, sodass die Eigentümerin im März 2012 eine Räumungsklage beim Landgericht Leipzig eingereicht hat. Laut der Leipziger Volkszeitung organisierte das Aktionsbündnis „Ladenschluss“ parallel eine Demonstration unter dem Motto „Im Osten nichts Neues. Gegen Nazis und rechte Alltagskultur“, die im März 2012 mit über 600 Teilnehmern durchgeführt wurde.

Nach fast einem Jahr hätte sich nun die Vermietungsfirma mit dem Betreiber auf einen Vergleich geeinigt, berichtet die Leipziger Internetzeitung. Dieser sehe vor, dass das Geschäft bis zum 31. März geschlossen wird.

„Es ist überaus erfreulich, dass es ein weiteres Mal gelungen ist, der Marke Thor Steinar Grenzen zu setzen“, erklärt Stadträtin Juliane Nagel von der Linken. Dass sich der Betreiber Christian P. geweigert habe, auf den Verkauf von Thor Steinar zu verzcihten, weise auf seine Kenntnis über die politische Bedeutung des Labels hin. Für die Zukunft hofft sie, „dass VermieterInnen sensibel bleiben und es dem ‚Fighting Catwalk‘ nicht gelingt an anderer Stelle wiederzueröffnen“.

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