„Pro NRW“ gegen Erdogan

Köln – Die unter Auflösungserscheinungen leidende rechtspopulistische Partei „pro NRW“ plant gewohnt vollmundig eine „überparteiliche Großdemonstration“ am kommenden Sonntag. Anlass ist ein Aufzug von Anhängern des türkischen Staatspräsidenten Erdogan in der Domstadt.

Mittwoch, 27. Juli 2016
Redaktion

Angemeldet hat die Demonstration Ester Seitz, die regelmäßig rechte Veranstaltungen organisiert und selbst als Rednerin auftritt. Angekündigt wurden bis zu 350 Teilnehmer. „Die Organisatoren sind PRO NRW, in Kooperation mit einem breiten Bündnis verschiedener Organisationen“, heißt es in einem von Seitz verbreiteten Aufruf. Die Demonstration unter dem Motto „Stoppt den islamistischen Autokraten“ solle, so der Wortlaut, „als ein überparteiliches Monument gegen Erdogan gesehen werden“. Man lade „recht herzlich alle ein, die gerne gegen eine türkische Vormachtsstellung vom Bosporus auf deutschem Boden sind!“

Beginnen soll die „pro NRW“-Veranstaltung am Sonntagmittag vor dem Kölner Hauptbahnhof. Ob auch ein Demo-Zug stattfinden kann oder man sich auf eine stationäre Kundgebung beschränken muss, ist offenbar noch nicht abschließend geklärt.

Nicht recht erkennbar ist bislang auch die „überparteiliche“ Unterstützung. Genannt werden derzeit lediglich die Kleingruppen „Essen gegen Politik-Wahnsinn“ des ehemaligen „pro NRW“-Lokalpolitikers Holm Teichert sowie „Karlsruhe wehrt sich!“, wo Seitz selbst Regie führt. Dennoch spricht „pro NRW“ von einer „machtvollen Protestkundgebung“ – wohl in der Hoffnung auf weitere auswärtige Unterstützer: Aus eigener Kraft ist die Partei, die in den letzten Monaten durch Austritte etwa die Hälfte ihrer vormals rund 60 Mandatsträger verlor, nicht mehr zu größeren Aktionen in der Lage. (rr)

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