von Oliver Cruzcampo
   

„Pro Deutschland“ ohne Sarrazin: 15.000 Plakate müssen überklebt werden

Erneut musste der Ex-Banker Thilo Sarrazin unfreiwillig als Wahlkampfhelfer rechter Parteien in Berlin herhalten. Dieser wehrte sich jedoch erfolgreich dagegen. „Pro Deutschland“ darf die betreffenden Plakate nicht länger benutzen.

Wahlkampf-Helfer der rechtspopulistischen Bürgerbewegung „Pro Deutschland“ hatten nach eigenen Angaben 15.000 Wahlplakate mit dem Slogan „Wählen gehen für Thilos Thesen“ in Berlin hängen lassen. Darüber war eine durchgestrichene Moschee zu sehen. 

Der früherer Berliner Finanzsenator hatte aufgrund der Plakate Klage gegen „Pro Deutschland“ eingereicht. Seine Anwälte wollten ein Verbot des Plakats durchsetzen. Offenbar erfolgreich: Das Landgericht Berlin untersagte den Rechtspopulisten am Donnerstag per einstweiliger Verfügung, mit Sarrazins Namen zu werben, da dies das Recht am eigenen Namen verletze.

Zudem hätte das Gericht einem Artikel der „Berliner Morgenpost“ zufolge der Partei verboten, die betreffenden Plakate weiter im Wahlkampf zu nutzen. „Pro Deutschland“ hätte jedoch mitgeteilt, die Entscheidung genau zu prüfen und erst dann entscheiden, ob man dagegen vorgehen werde. Vorerst werde sie jedoch keine neuen Plakate mit dem Verweis auf Sarrazin anbringen und die bereits hängenden überkleben.

Zwar könnte man meinen, dass die Rechtspopulisten um deren Spitzenkandidaten Manfred Rouhs somit eine Niederlage einstecken mussten, allerdings dürften sie genau das erreicht haben, auf was die Plakat-Aktion abzielte: Aufmerksamkeit. Alle großen Medien in Berlin berichteten über die Partei, die ansonsten kaum Erwähnung in den Leitmedien findet.

Noch am selben Tag kam es jedoch zu einem weiteren Vorfall in Verbindung mit „Pro Deutschland“, die den Rechtspopulisten mitten im Wahlkampf alles andere als gefallen haben dürfte. Zwei Wahlkampfhelfer der Partei waren von Polizeibeamten vorübergehend festgenommen worden.

Ein im Libanon geborener 32-jähriger Mann hatte die beiden Männer angesprochen und kritisiert, dass auf den Plakaten eine rot durchgestrichene Moschee abgebildet sei. Laut Pressemitteilung der Polizei hätte sich im weiteren Verlauf ein Streitgespräch ergeben, in dessen Folge einer der beiden Männer einen Hammerstiel ergriff und dem 32-Jährigen drohte, ihn „totzuschlagen“.

Ein Beamter in Zivil, der einschreiten wollte, wurde vom anderen Pro-Wahlkampfhelfer mit Pfefferspray attackiert. Gegen die beiden Männer wurde u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Wahlkampfhelfer hätten ihrerseits Anzeige wegen Körperverletzung im Amt erstattet.

Am 18. September wird das Berliner Abgeordnetenhaus neu gewählt. Neben „Pro Deutschland“ konkurrieren auch die NPD und „Die Freiheit“ um Wählerstimmen rechts der CDU. Laut einer Umfrage der „INFO GmbH“ kommen unter „Sonstige“ diese Parteien insgesamt jedoch nur auf zwei Prozent.

Foto: xtranews.de, Lizenz: CC

Kommentare(30)

Xberg Freitag, 12.August 2011, 20:47 Uhr:
Die SPD hätte sich Sarrazin vor den Karren spannen sollen, dann hätte sie abkassiert wie nix, und außerdem etwas Gutes getan, denn S. ist ein grundvernünftiger Mensch, der wie kein anderer erkannt hat, was den Staat gefährdet. Aber die SPD ist zu 99% leider so verlottert, daß sie sich lieber weiter am Abwrackwerk beteiligt...
 
Amtsträger Sonntag, 14.August 2011, 07:27 Uhr:
Verrückt, dass die SPD das die Menschenwrde verletzende Gedankengut nicht direkt aufgegriffen hat. Ebenso verrückt, dass keine andere verfassungstreue Partei es tat...
 
Karl_Murx Sonntag, 14.August 2011, 08:39 Uhr:
@Xberg:
"Die SPD hätte sich Sarrazin vor den Karren spannen sollen, dann hätte sie abkassiert wie nix, und außerdem etwas Gutes getan, denn S. ist ein grundvernünftiger Mensch, der wie kein anderer erkannt hat, was den Staat gefährdet."

Dann wäre die SPD aber nicht die Partei, als die sie sich seit Jahren darstellt: Ein desorientierter Haufen mit abgehobenen Apparatschiks an der Spitze, der zwischen der Meinung der eigenen Parteibasis und der selbstvertretenen Multikultiideologie zerrieben wird. Sie führt somit in selbstmörderischer Weise seit Jahren den Kampf gegen die eigenen Stammwähler. Das sind Leute wie die "Restrentner" von Hamburg-Wilhelmsburg, also die letzten verbliebenen Deutschen in solchen Vierteln, die mit Verbitterung ansehen mußten, wie sich ihre vertraute Wohnumgebung vor ihren Augen durch Masseneinwanderung entfremdete und wo sie sich inzwischen zwischen türkisch-arabischen Jugendgangs und verschleierten Frauen klein machen müssen. Das waren einst die treuesten Stammwähler der SPD. Denen würde eher die Hand verdorren, als eine andere Partei anzukreuzen, und so gehen sie inzwischen gar nicht mehr wählen.

"Aber die SPD ist zu 99% leider so verlottert, daß sie sich lieber weiter am Abwrackwerk beteiligt..."

Würde sich die SPD auf ihre alten Werte besinnen, vor allem aber auf die Interessen, Ängste, Sorgen und Probleme ihrer ehemaligen Stammwähler, hätte sie wieder eine Chance. Vor allem müßte sie das politisch-korrekte Sakrileg begehen und sich darauf besinnen, daß das Kürzel für Sozialdemokratische Partei Deutschlands steht. Wer aber nicht davor zurückschreckt, die Leute, die noch die eigenen Wähler und die Parteibasis ernst nehmen, als Rassisten und Rechtsextreme zu verunglimpfen, der ist ein Teil des Problems und nicht die Lösung.
 
Atze Sonntag, 14.August 2011, 11:08 Uhr:
Ja, ja, die SPD ist wahrlich ganz schwer auf dem absteigenden Ast. Verwunderlich nur, dass sie seit Monaten ständig in der Wählergunst klettert und in einer rot-grünen Koalition völlig unangefochten den kanzler stellen würde...

So realitätsverzerrt eure SPD-Wahrnehmung, so auch der Rest. Aber will ich euch aus eurem selbstgewählten mentalen Ghetto herausholen? Eigentlich nicht. Meinetwegen könnt ihr es euch dort so richtig kuschlig einrichten. :-)
 
Roichi Sonntag, 14.August 2011, 17:43 Uhr:
Na Karl,

mal wieder einen Anlass gefunden gegen Migranten zu hetzen?

Wie Atze schon sagte: Die Umfragen widerlegen dich und Xberg.
Aber hey, wozu braucht man schon Realität, macht nur Scherereien.
 
B.C. Sonntag, 14.August 2011, 20:08 Uhr:
da klatscht der murx in die haende und freut sich dem xberg rhetorisch unter die arme greifen zu duerfen. so schoen kann stammtisch sein. gratuliere xberg. nur kann es sein, das ihr posting bar jedes stichhaltigen argumentes war? was konkret gefaehrdet den staat, was sarrazin blossgelegt hat? es gibt sicherlich sachen, die S. ganz vernuenftig sieht. aber es gibt auch jene, von denen er nix versteht und das selbst nicht erkennt.
 
knorke Montag, 15.August 2011, 10:53 Uhr:
Xberg:
"denn S. ist ein grundvernünftiger Mensch"

verglichen mit denen, die ihn dafür halten auf jeden Fall
 
Karl_Murx Montag, 15.August 2011, 17:51 Uhr:
@Atze:
"Ja, ja, die SPD ist wahrlich ganz schwer auf dem absteigenden Ast. Verwunderlich nur, dass sie seit Monaten ständig in der Wählergunst klettert und in einer rot-grünen Koalition völlig unangefochten den kanzler stellen würde..."

Buhahahahaha. Die SPD den Bundeskanzler in einer rot-grünen Koalition? Möglichst mit einem Peer Steinbrück als Spitzenkandidat? Dann müßten der bzw. die SPD ja extrem Wahlkampf gegen sich selbst und die eigene Politik führen. Steinbrück war derjenige, der all diese hochspekulativen Finanzpapiere wie Lehman-Zertifikate in Deutschland erst zugelassen hat, die heute als wertloser Finanzmüll in Höhe von Billionen Euro in den Bilanzen einheimischer Unternehmen vor sich hin schmoren. Die neoliberale Finanz- und Wirtschaftspolitik hat originär ihren Ursprung in der Zeit von rot-grün. An diesem Fakt kommt die SPD nicht vorbei. Von den Grünen will ich im Interesse eines gemäßigten Umgangstones besser nicht reden.

"So realitätsverzerrt eure SPD-Wahrnehmung, so auch der Rest. Aber will ich euch aus eurem selbstgewählten mentalen Ghetto herausholen? Eigentlich nicht. Meinetwegen könnt ihr es euch dort so richtig kuschlig einrichten. :-)"

Das Wunschdenken ersetzt nun mal gewisse Tatsachen nicht. Für den Wahltag sehe ich für dich noch einige unangenehme Überraschungen voraus. Bis dahin werden sich noch einige Dinge tun, die auch die letzten Illusionen vertreiben werden. Die Umfrageergebnisse der Institute würde ich darum in die Tonne treten.
 
B.C. Dienstag, 16.August 2011, 07:59 Uhr:
@murx
wer strukturschwache regionen durch ruestungsindustrien wieder aufpeppeln will, dessen meinung kann man auch getrost in die tonne...
 
Daniel D. Dienstag, 16.August 2011, 10:02 Uhr:
@Karl Murx

Das hatten wir schon einmal. Mir ist nicht bekannt, dass sich Sarrazin jemals von neoliberaler Wirtschaftspolitik oder der Agenda 2010 distanziert hätte. Schlimmer noch, er hatte, ähnlich wie Clement diese Politik mit Hetze gegen Arbeitslose verbunden. Die gesellschaftspolitischen Konzepte in "Deutschland schafft sich ab" lassen sich auch kaum als demokratische Alternative zum Neoliberalismus deuten. Der Neoliberalismus ist übrigens keine Erfindung von rot-grün und bei aller berechtigten Kritik an dieser Regierung, kann man feststellen, dass in dieser Zeit auch durchaus vernünftige Dinge geschehen sind, wie z.B. der Einstieg in die erneuerbaren Energien und die Durchsetzung neoliberaler Transformationsprojekte in viele anderen Ländern wesentlich brutaler und rücksichtsloser von statten ging.
 
Roichi Dienstag, 16.August 2011, 10:29 Uhr:
@ Karl

"Die neoliberale Finanz- und Wirtschaftspolitik hat originär ihren Ursprung in der Zeit von rot-grün."

Wusste gar nicht, dass Erhard und Kohl in der SPD waren.
 
Atze Dienstag, 16.August 2011, 13:41 Uhr:
Hallo Murxi,

wollen wir mal hoffen, dass du nie gezwungen sein wirst, deinen Lebensunterhalt mit Wahrsagen zu bestreiten... :-)
 
Karl_Murx Dienstag, 16.August 2011, 16:04 Uhr:
@Daniel D.:
"Das hatten wir schon einmal."

Wann denn?

"Mir ist nicht bekannt, dass sich Sarrazin jemals von neoliberaler Wirtschaftspolitik oder der Agenda 2010 distanziert hätte. Schlimmer noch, er hatte, ähnlich wie Clement diese Politik mit Hetze gegen Arbeitslose verbunden."

Die wirtschaftspolitischen Vorstellungen von Sarrazin sind sicher diskussionswürdig. Aber ebensowenig wie er gegen "die Migranten" gehetzt hat, so wenig hat er gegen "Arbeitslose" gehetzt.

"Die gesellschaftspolitischen Konzepte in "Deutschland schafft sich ab" lassen sich auch kaum als demokratische Alternative zum Neoliberalismus deuten."

Da wäre doch erst mal zu definieren, was man unter Neoliberalismus versteht. Ich verstehe darunter die Dominanz der Finanzmärkte über die Realwirtschaft bzw. die schädliche Aufblähung des ersteren gegen der Entwicklung der zweiteren.

"Der Neoliberalismus ist übrigens keine Erfindung von rot-grün"

Wurde aber vor allem von dieser Regierung intiiert.

"und bei aller berechtigten Kritik an dieser Regierung, kann man feststellen, dass in dieser Zeit auch durchaus vernünftige Dinge geschehen sind, wie z.B. der Einstieg in die erneuerbaren Energien"

Von der man inzwischen wieder abrückt, weil die eine Chimäre menschen-, d.h. CO2-gemachter Klimawandel inzwischen zugunsten einer anderen namens böse Atomkraft aufgegeben wurde.

"und die Durchsetzung neoliberaler Transformationsprojekte in viele anderen Ländern wesentlich brutaler und rücksichtsloser von statten ging."

Keine Entschuldigung für die deutsche Politik.
 
Karl_Murx Dienstag, 16.August 2011, 17:27 Uhr:
@Atze:
"Hallo Murxi,

wollen wir mal hoffen, dass du nie gezwungen sein wirst, deinen Lebensunterhalt mit Wahrsagen zu bestreiten... :-)"

Gott bewahre, Atzi. Ich habe einen anständigen Job. Allerdings würde ich auch nie als Lohnschreiber und Auftragsfeder wie du unterwegs sein müssen, um mir damit meine Brötchen zu verdienen.
 
Roichi Dienstag, 16.August 2011, 20:38 Uhr:
@ Karl

Einfach mal Wiki bemühen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus
 
Daniel D. Dienstag, 16.August 2011, 22:18 Uhr:
@Karl Murx

Sarrazins Diffamierungen von Hartz IV Empfängern sind für mich Hetze.
Deine Definition von Neoliberalismus finde ich flach. Du bedienst hier das Märchen vom Gegensatz zwischen schaffenden und raffenden Kapital. Der Neoliberalismus ist auch eine normative Sozialtheorie, die älter als die heutigen Finanzmärkte ist und die heutige neoliberale Wirtschaftsordnung schlägt sich nicht nur in Zirkulations- sondern auch in der Produktionssphäre nieder.
Die Erschließung neuer Energiequellen ist nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch eine sicherheitspolitische Notwendigkeit. Fossile Energieträger und der Brennstoff Uran sind nicht unbegrenzt vorhanden. Neue Energiequellen könnten auch ein Mittel sein, Verteilungskonflikte zu entschärfen. Die heutige Kerntechnik ist nicht ausgereift. Es gibt immer noch keine Lösung für das Problem der Lagerung des Atommülls. Die Folgen von mgl. Nuklearkatastrophen sind kaum zu bewältigen.
Ich sehe ehrlich gesagt keinen Grund, die Grünen und SPD wegen der Schröder-Regierung für alle Zeiten zu verdammen. Es gab und gibt in diesen Parteien auch kritische Stimmen zum Neoliberalismus und inzwischen ist es auch bei Teilen des Bürgertums angekommen, dass der Neoliberalismus eine verfehlte Ideologie ist.
 
Karl_Murx Mittwoch, 17.August 2011, 19:24 Uhr:
@Daniel D.:
"Sarrazins Diffamierungen von Hartz IV Empfängern sind für mich Hetze."

Dann stelle das bitte auch als deine Meinung und nicht als feststehende Tatsache dar.

"Deine Definition von Neoliberalismus finde ich flach."

Nein, das ist der essentielle Kern. Vielleicht ein kleiner Literaturhinweis für dich: "Ende der Party" von Lucas Zeise.

"Du bedienst hier das Märchen vom Gegensatz zwischen schaffenden und raffenden Kapital."

Diese Vokabeln bringst du hier ins Spiel. Das sind absolut keine volkswirtschaftlich relevanten Begriffe, mit denen man die Funktionsprinzipien des Neoliberalismus beschreiben kann.

"Der Neoliberalismus ist auch eine normative Sozialtheorie, die älter als die heutigen Finanzmärkte ist und die heutige neoliberale Wirtschaftsordnung schlägt sich nicht nur in Zirkulations- sondern auch in der Produktionssphäre nieder."

Lies einfach das angegebene Buch.

"Die Erschließung neuer Energiequellen ist nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch eine sicherheitspolitische Notwendigkeit. Fossile Energieträger und der Brennstoff Uran sind nicht unbegrenzt vorhanden ..."

In der Schule würde ich sagen: Thema verfehlt, setzen.
 
Daniel D. Donnerstag, 18.August 2011, 09:54 Uhr:
@Karl Murx

Wie kommst du eigentlich auf die Idee, dass ein Buch ausreicht, um einen komplexen Gegenstand wie den Neoliberalismus zu erklären. Ich habe schon viele Bücher zu diesem Thema gelesen und muss dir noch einmal mitteilen, dass dein Definitionsversuch oberflächlich ist. Wahrscheinlich erfreut er sich deshalb auch bei pöbelnden Idioten mit angelesen Halbwissen so großer Beliebtheit und wird von den Mainstream-Medien rauf und runter gebetet.
 
B.C. Donnerstag, 18.August 2011, 11:53 Uhr:
@murx
"In der Schule würde ich sagen: Thema verfehlt, setzen."
sie waeren wohl gern der lehrer (oberdiktator)?

"Dann stelle das bitte auch als deine Meinung und nicht als feststehende Tatsache dar."
wenn jemand das wort "hetze" im munde fuehrt, dann ist das wohl eindeutig als meinungsbekundung auszulegen. diese vokabel an sich ist ein subjektiver begriff. oder wie wollen sie beweisen, ob hetze vorliegt, oder nicht?
dass sarrazin HARTZ4-empfaenger mehrfach verunglimpft hat, haben recht viele subjektiv empfunden.
 
Atze Donnerstag, 18.August 2011, 13:06 Uhr:
Aua Murx,

sich bei der Bestimmung dessen, was Neoliberalismus sein soll, auf lediglich ein Buch zu verlassen, das dem gegenstand gegenüber auch noch eine ausdrücklich kritische Position gegenüber bezieht ist schon recht albern. Der Begriff hat tatsächlich eine längere Geschicht, ist mit verschiedenen ökonomischen Schulen verknüpft und hat einige Bedeutungsmodifikationen durchlaufen.
Was sagt dieser kabarettist immer? " Wenn man keine Ahnung hat..." :-)
 
Karl_Murx Donnerstag, 18.August 2011, 17:33 Uhr:
@Daniel D.:
"Wie kommst du eigentlich auf die Idee, dass ein Buch ausreicht, um einen komplexen Gegenstand wie den Neoliberalismus zu erklären."

Wieviel Bände veranschlagst du denn, um einen solchen Gegenstand zu erklären?

"Ich habe schon viele Bücher zu diesem Thema gelesen"

Hast du sie auch verstanden?

"und muss dir noch einmal mitteilen, dass dein Definitionsversuch oberflächlich ist."

Wahrscheinlich vereinigst du in dir alle volkswirtschaftliche Weisheit der Welt, daß du solche Urteil fällen kannst.

"Wahrscheinlich erfreut er sich deshalb auch bei pöbelnden Idioten mit angelesen Halbwissen"

Dazu gehört erfahrungsgemäß auch derjenige dazu, der sich so äußert. Also immer genau einer mehr.
 
Karl_Murx Donnerstag, 18.August 2011, 17:36 Uhr:
@Atze:
"sich bei der Bestimmung dessen, was Neoliberalismus sein soll, auf lediglich ein Buch zu verlassen, das dem gegenstand gegenüber auch noch eine ausdrücklich kritische Position gegenüber bezieht ist schon recht albern."

Genau auf Grund der kritischen Positon des Autors kommt er auch zu so einer prägnanten und treffenden Analyse.

"Der Begriff hat tatsächlich eine längere Geschicht, ist mit verschiedenen ökonomischen Schulen verknüpft und hat einige Bedeutungsmodifikationen durchlaufen."

Ich merke schon, ähnlich wie bei Daniel D., daß ich es hier im Forum mit ausgewiesenen Experten zu tun habe, ganz besonders in Volkswirtschaft. He Daniel: Wie war das noch mal mit dem Halbwissen und den pöbelnden Idioten?

"Was sagt dieser kabarettist immer? " Wenn man keine Ahnung hat..." :-)"

... sollte man den Mund besonders weit aufreißen, nicht? Kann man an dir exemplarisch beobachten.
 
Daniel D. Donnerstag, 18.August 2011, 19:22 Uhr:
@Karl Murx

Hast du denn das Buch von Zeise überhaupt verstanden? Zeise soll ja ein Linker sein, viele seiner Schlussfolgerungen dürften dir nicht schmecken. In einem kann man Zeise zu zustimmen, die jetzige Krise geht auf politische Fehlentscheidungen deiner Freunde, der US-amerikanischen Rechten, zurück.
Es bedarf keines besonderen Expertenwissens, um deine Definition als oberflächlich einzustufen. Schau doch einfach mal in den Wikipedia-Artikel, dort findest du auch viele Literaturhinweise. Wenn dir das zu aufwendig ist, dann lese wenigstens deinen Zeise genauer.
 
B.C. Donnerstag, 18.August 2011, 20:56 Uhr:
@murx
und wie fuehlen sie sich so, nach absolvierter abwertungsorgie? koennen sie auch mal zur abwechslung konstruktiv?
 
Roichi Donnerstag, 18.August 2011, 21:27 Uhr:
Och Karl

Wenn schon Wiki mehr weiß und tiefer herangeht, als du hier von dir gibst, solltest du vielleicht etwas zurückhaltender sein.
 
Karl_Murx Freitag, 19.August 2011, 17:05 Uhr:
@Daniel D.:
"Hast du denn das Buch von Zeise überhaupt verstanden?"

Aber sicher doch. Hast du denn verstanden, was er geschrieben hat?

"Zeise soll ja ein Linker sein, viele seiner Schlussfolgerungen dürften dir nicht schmecken."

Möglich, daß er eher der Linken zuzuordnen ist. Warum sollten mir seine Schlußfolgerungen nicht schmecken? Man merkt, du glaubst hier einen Kampf gegen pöhse Rechte kämpfen zu müssen, und die sind irgendwie auch alle kapitalistisch-ausbeuterisch rechts oder so. Eine stärkere Regelung des Finanzsektors, ähnlich wie sie lange Zeit nach der großen Weltwirtschaftskrise bestanden hat, um die Aufblähung der Finanzwirtschaft gegenüber der Realwirtschaft zu verhindern mit den bekannten Folgen, die Konzentration auf die Entwicklung der Realwirtschaft als der einzigen Schöpferin von gesellschaftlichen Reichtum, da im Finanzsektor lediglich nur umverteilt bzw. neue Eigentumstitel konstruiert werden, die von der Realwirtschaft zu erbringen ist. Dazu die Vermeidung der volkswirtschaftlich schädlichen Ungleichverteilung des Volksvermögens durch die auseinanderklaffende Einkommensentwicklung zwischen den Einkommensschichten bzw. zwischen Arbeits- und Kapitaleinkommen. Dann vor allem die Vermeidung der Ungleichgewichte in den Leistungs- und Handelsbilanzen über die Lohndumpingpolitik im Inland infolge der gesetzlich erlaubten Ausweitung des Zeit-, Leih- und Niedriglohnsektors, die uns in erster Linie jene Finanzkrise beschert hat. Alles übrigens schon bei John Maynard Keynes nachzulesen, der beileibe kein Linker oder Kommunist war.

"In einem kann man Zeise zu zustimmen, die jetzige Krise geht auf politische Fehlentscheidungen deiner Freunde, der US-amerikanischen Rechten, zurück."

Welche politischen rechten Freunde, du Heini? Deine verbissene Art, blind mit der Nazi- oder Rassismuskeule um dich zu schlagen und alles in einen Sack zu stecken, was nicht in deine eigene Gesinnung hineinpaßt, sind bezeichnend für dich wie auch für die anderen geiferspritzenden Antifanten hier im Forum. Dieser Kampf gegen Rechts, der hier geführt wird, vernebelt ganz offensichtlich die klare Sicht. Kommt euch nicht einmal in den Schädel, daß es zwischen rechtsextrem und islamkritisch eine Vielfalt an Meinungen und Ansichten gibt, welche die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen und die demokratisch legitimiert auch dann sind, wenn sie von eurer eigenen Gesinnung abweichen?

"Es bedarf keines besonderen Expertenwissens, um deine Definition als oberflächlich einzustufen."

Das bei dir mit Sicherheit nicht zu finden ist.

"Schau doch einfach mal in den Wikipedia-Artikel, dort findest du auch viele Literaturhinweise."

Auf dieses gesammelte Halbwissen der Erde bzw. das von linken Auftragsschreibern zurechtgeklierte Sammelsurium namens Wikipedia pfeife ich und halte mich an die richtigen Experten wie Zeise. Würde ich dir auch empfehlen.

"Wenn dir das zu aufwendig ist, dann lese wenigstens deinen Zeise genauer."

Wenn sein Expertenwissen aus ein paar gegoogelten Wikipediaschlagwörtern bezieht, sollte hier anderen keine Ratschläge erteilen.
 
Atze Freitag, 19.August 2011, 21:32 Uhr:
Seid nicht so böse zu Murxi. Der duldet nunmal keine Götter neben sich im Murx-Universum, muss immer ganz alleine mit und an sich herumspielen... :-)
 
Amtsträger Samstag, 20.August 2011, 08:06 Uhr:
"Auf dieses gesammelte Halbwissen der Erde bzw. das von linken Auftragsschreibern zurechtgeklierte Sammelsurium namens Wikipedia pfeife ich..."

Lieber den "Experten" aussuchen, dessen Ansichten man mag. Guter Weg!

Da wirkt man gleich wie ein Prof. für VWL ;)
 
Daniel D. Samstag, 20.August 2011, 12:04 Uhr:
@Karl Murx

Kannst dir mir verraten, weshalb ich versuchen sollte, mit jemanden ernsthaft zu diskutieren, der sich hier regelmäßig durch seine Unfähigkeit einfachste Sätze zu verstehen, lächerlich macht? Du bist ein Ressentiment geladener Kleinbürger, dessen Weltbezug kaum als rational zu bezeichnen ist. Motor deines „Denkens“ und Handelns ist die dumpfe Angst vor allem was dir fremd ist. Du nimmst hier und da Sachen mit, ohne von etwas wirklich Ahnung zu haben. Ansonsten würde dir auffallen, dass du Dinge vermischt (wie die Verehrung für Sarrazin und die Kritik am Neoliberalismus), die zu Ende gedacht, nicht vereinbar sind. Dir ist auch nicht aufgefallen, woher deine Art der „Islamkritik“ kommt.
Als Beleg für diese Feststellung schlage ich deinen ersten Kommentar in diesem Thread vor.
 
B.C. Samstag, 20.August 2011, 12:37 Uhr:
@murx
mal wieder in der sachlichkeitsoffensive?:

"Auf dieses gesammelte Halbwissen der Erde bzw. das von linken Auftragsschreibern zurechtgeklierte Sammelsurium namens Wikipedia"

sicher findet man fehler. nur die findet man bei britannica und brockhaus auch. alle studien bescheinigen der wikipedia gleichauf mit benannten lexika zu liegen. wer die linken auftragschreiber waeren, ist bisher ihr geheimnis allein. wenn man allerdings fast alles neben sich links einstuft, behaelt in seinem privaten koordinatensystem irgendwie immer recht mit einer solchen aussage. einziges manko bleibt dann aber noch - seit wann gibt es bei wikipedia auftragschreiber?
 

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