von Mathias Brodkorb
   

Post von Dieter Stein: JF-Kampagne gegen Stephan Braun (SPD) geht in neue Runde

Heute erhielten die Landtagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern Post von der rechtskonservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" (JF). Und offenbar nicht nur sie. Auch im Bundestag soll eine Massenpostwurfsendung eingetroffen sein. In einem Brief nebst beigelegter Broschüre erneuert Chefredakteur Dieter Stein Vorwürfe gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Stephan Braun aus Baden-Württemberg.   


Schon im Jahr 2007 war im JF-Verlag eine Broschüre mit dem Titel "Die offene Flanke der SPD" vom JF-Autor Felix Krautkrämer erschienen. SPD-Landtagsabgeordneter Braun hatte im Jahr 2007 zum zweiten Mal ein Buch herausgegeben, das sich kritisch mit der JF auseinander setzte. Für die JF war das offenbar Grund genug zurückzuschlagen. Krautkrämer bohrte nach und wollte in "Die offene Flanke der SPD" aufgezeigt haben, dass Autoren der Braun-Bücher Kontakte zum linksextremistischen Spektrum unterhalten.

Braun und auch der Nachrichten-Dienst "Blick nach Rechts" gingen hiergegen juristisch vor - mit Erfolg. Krautkrämer und die JF verpflichteten sich daraufhin, künftig einige Behauptungen zu unterlassen. Aus Sicht der JF scheint dies aber nur Details betroffen zu haben. Schließlich wurde nun eine zweite, korrigierte Auflage der Broschüre veröffentlicht und in ganz Deutschland an Abgeordnete versandt. Dieter Stein merkt in seinem Brief an, dass es das Recht und die Pflicht eines jeden Staates sei, gegen extremistische Bedrohungen vorzugehen. "Indessen liegt eine merkwürdige Asymmetrie vor, wenn bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus Vertreter linksextremer Gruppierungen und Milieus herangezogen und aus staatlichen Förderprogrammen finanziert werden.", so Stein.

Jedoch wird auch von rechtskonservativer Seite Kritik an dem Vorgehen der JF geäußert. So meinte Wiggo Mann in einer Rezension zur 1. Auflage der Krautkrämer-Studie in der Zeitschrift "Sezession": “Der Eindruck eines vornehmlich lobbyistischen Vorgehens verstärkt sich, wenn wir einen Blick in die Studie werfen, die jetzt von JF über die Hintergründe der Autoren von Brauns und Vogts neues Buch und damit über Die offene Flanke der SPD vorgelegt hat. Die JF dreht damit den Spieß um, mit dem linke Schnüffler seit Jahren in den Eingeweiden des rechten Milieus herumstochern: Wer hat wann was wo geschrieben und dabei nicht aufgepaßt, ob an demselben Ort auch schon ein ganz harter Hund fabulierte. Und weil jeder einen kennt, der einen kennt, ist am Ende jeder ein „Scharnier“ oder eine „Brücke“. (…) Es kann hilfreich sein, mit solchem Wissen gelegentlich aufzutrumpfen. Gleichzeitig aber fordert dieser Ansatz von uns selbst eine für geistig rege Menschen geradezu peinliche Hygiene.”

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