von Redaktion
   

Polizei sucht Zeugen nach Angriff auf Schweriner Moschee

Unbekannte schmissen gestern Abend die Scheiben einer Moschee in Schwerin ein. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand – das Gebäude war zum Tatzeitpunkt leer. Im letzten Quartal 2016 verzeichneten die Behörden zwei Dutzend solcher Straftaten.

Die Polizei Schwerin ist auf der Suche nach Zeugen, die am frühen Donnerstagabend einen Angriff auf die Moschee in der Anne-Frank-Straße beobachtet haben. Unbekannte Täter hatten die Scheibe des vom Islamischen Bund betriebenen Gebetshauses eingeschmissen. Hinweise nehme das Revier der Landeshauptstadt entgegen, wo die Ermittlungen angesiedelt sind, sagte ein Sprecher heute Morgen.

Nach Polizeiangaben wurde bei der Attacke niemand verletzt. Möglicherweise war hier schlicht der Zufall am Werk, denn zum Tatzeitpunkt hätten sich keine Menschen in dem Gebäude aufgehalten. Erst am 20. März hatten Unbekannte einen gegen den Islam gerichteten, etwa 20 Meter langen Schriftzug in Parchim angebracht. Da dieser strafrechtlich relevant sei, ermittele fortan die Kriminalpolizei, hieß es aus dem Rostocker Polizeipräsidium.  

Jeden vierten Tag wird eine Moschee angegiffen

Im letzten Quartal des vergangenen Jahres registrierten die Sicherheitsbehörden 24 Angriffe auf Moscheen bzw. muslimische Religionsstätten im gesamten Bundesgebiet. Andere Stätten der Religionsausübung, Moscheevereine oder sonstige islamische Einrichtungen erfasst das BKA nicht, in die Statistik fließen nur Übergriffe auf Moscheen selbst ein. Die Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Linken im Bundestag hervor, die ENDSTATION RECHTS. vorliegt.

Nur einer der 24 Fälle passierte in den neuen Bundesländern, was nicht zuletzt an der deutlich geringeren Dichte an muslimischen Gebetshäusern in Ostdeutschland liegt. Am 23. November wurde in Dresden die Moschee mit volksverhetzenden Parolen beschmiert, die zuständige Polizei ermittelte einen Tatverdächtigen. Ermittlungserfolge verzeichnete die Polizei bei fünf der zwei Dutzend Straftaten, sechs mutmaßliche Täter wurden dabei festgestellt.     

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