von Redaktion
   

Polizei findet Waffen bei Löcknitzer NPD-Gemeinderat

Bei einer Razzia fielen der Polizei in Löcknitz mehrere (Übungs-)Waffen in die Hände. Betrieben wird eines der durchsuchten Objekte, ein Schrottplatz, von einem NPD-Gemeindevertreter. Nicht zum ersten Mal machen die örtlichen NPD-Kräfte Schlagzeilen – ein Kommunalpolitiker schaffte es mit seinem Bekenntnis zu Adolf Hitler sogar in den NPD-Verbotsantrag.

Demonstranten auf einer NPD-Demo (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

In Löcknitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald sitzen zwei Vertreter der NPD im örtlichen Gemeinderat. Der eine, Dirk Bahlmann, ist weit über die Grenzen von Mecklenburg-Vorpommern hinaus bekannt. Für seine Bekanntheit ausschlaggebend ist indes nicht nur der gescheiterte Versuch des mehrfach verurteilten gelernten Maurers, Bürgermeister der rund 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde zu werden, sondern ebenso seine Erwähnung im NPD-Verbotsantrag des Bundesrates. Dort heißt es auf Seite 51: „Eine offene Holocaust-Leugnung erfolgte etwa durch den NPD-Gemeindevertreter Dirk Bahlmann aus Löcknitz (Mecklenburg-Vorpommern) gegenüber einer norwegischen Zeitung. Der Holocaust sei eine jüdische Erfindung und ,die Juden’ hätten beide Weltkriege begonnen. Er stehe ,voll hinter Adolf Hitler’, zitierte ihn die Zeitung.“ Zuletzt stand Bahlmann als mutmaßlicher Organisator eines von der Polizei unterbundenen Rechtsrock-Konzertes in der brandenburgischen Uckermark im Licht der Öffentlichkeit.

In den letzten Tagen allerdings konzentrierte sich das Interesse auf Bahlmanns Ratskollegen Frank Dreblow. Auf einem von dem 50-Jährigen laut Nordkurier betriebenen Schrottplatz am Rande des Ortes stellte die Polizei bei einer großangelegten Razzia einen Karabiner, eine Übungshandgranate, Übungsmunition und mehr als 30 sogenannte NPD-Schulhof-CDs sicher. Außerdem durchsuchten Spezialisten im Auftrag des Berliner Landeskriminalamtes ein weiteres Objekt in Löcknitz sowie drei Wohnungen in der Bundeshauptstadt. Dort betreibt Dreblow zwei Gaststätten. Ob diese von der Polizei unter die Lupe genommen wurden, ist derzeit nicht bekannt. Offen ist bislang ebenfalls, ob der NPD-Kommunalpolitiker mit den beschlagnahmten Waffen etwas zu tun hat. 

Polizei stürmt Nachbarhaus

Wie Polizeisprecherin Ortrun Schwarz dem Nordkurier sagte, sei die Razzia vergangenen Montag nicht der erste Polizeieinsatz auf dem Gelände gewesen. Vor vier Jahren hätten Einsatzkräfte dort bereits ein rechtes Konzert aufgelöst. In Mecklenburg-Vorpommern waren 70 Beamte der Landespolizei, ein Polizeihubschrauber sowie eine Drohne im Einsatz.

Offenbar waren diese aber nicht sonderlich gut informiert. Die Beamten hätten nämlich, so führt Bürgermeister Detlef Ebert (CDU) gegenüber der Ostseezeitung aus, zunächst nicht das Haus des Verdächtigen gestürmt, sondern seien bei dessen Nachbarn eingedrungen. Die dort lebende Frau, die als Tagesmutter arbeitet, hätte einen gehörigen Schrecken davon getragen. Der Grund? Ebert tippt auf eine falsche Hausnummer.

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