von Oliver Cruzcampo
   

Politikverdrossenheit? Birger Lüssow legt NPD-Mandat nieder

Nach Raimund Borrmann kann nun auch das Kapitel um Birger Lüssow geschlossen werden. Der ehemalige NPD-Landtagsabgeordnete hat sein Mandat in der Rostocker Bürgerschaft niedergelegt, einen Nachrücker gibt es bisher nicht. Die NPD scheint die Großstädte endgültig abgeschrieben zu haben.

Mitglied der Rostocker Bürgerschaft war Birger Lüssow seit der letzten Kommunalwahl 2009, zog damals zusammen mit dem jetzigen NPD-Landtagsabgeordneten David Petereit in die Stadtvertretung ein. Doch seine politische Karriere bei der NPD scheint spätestens jetzt endgültig beendet.

„Herr Lüssow hat sein Mandat in der Bürgerschaft zum 9. Januar 2013 niedergelegt“, bestätigte ein Sprecherin des Rathauses gegenüber ENDSTATION RECHTS. Zu den Gründen für den Rückzug des 38-Jährigen ist nichts bekannt. Auch die NPD hat bis heute keine Stellungnahme zur Mandatsniederlegung des ehemaligen Landtagsabgeordneten veröffentlicht.

Ob das freigewordene Mandat nun durch einen Nachrücker besetzt wird, ist noch unklar. Derzeit laufe noch das Verfahren beim Wahlleiter, daher können genauere Informationen erst nach Abschluss veröffentlicht werden. Somit ist der Platz seit nunmehr über drei Monaten unbesetzt. Ohnehin gibt es laut damaliger Kandidatenliste nur noch zwei mögliche Nachfolger: Lutz Mumrey oder Normen Schreiter. Sollte die NPD keinen Nachrücker finden, wird bis zur Kommunalwahl 2014 der Platz frei bleiben.

Derzeit sitzt Thomas Jäger als einzige Person für die NPD in der Bürgerschaft der Hansestadt. Der Mann war im vergangenen Jahr für David Petereit nachgerückt, der sein Mandat ebenfalls niedergelegt hatte – aus „persönlichen und organisatorischen Gründen“, wie er damals verlauten ließ. Petereit hatte zuvor bereits das Mandat von Franziska Vorpahl übernommen, da sich diese direkt nach der Wahl ohne Angabe von Gründen zurückgezogen hatte.

Birger Lüssow konnte seinerzeit 3785 Stimmen auf sich vereinen und somit mehr als die anderen fünf NPD-Kandidaten zusammen. Seitdem übernahm er jedoch die Rolle, die er bereits seit 2006 im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern perfektionierte: Er übte sich in politischer Inaktivität. Ebenso wie sein ehemaliger Landtagskollege Raimund Borrmann können die beiden wohl nun abgehakten NPD-Karrieren wohl am ehesten als Totalausfall eingeordnet werden.

Auch für den NPD-Landesverband sind die beiden kreisfreien Städte M-Vs – Rostock und Schwerin – aus kommunalpolitischer Sicht nun wohl auch offiziell begraben. Der NPD-Mann Günther Wohlert sitzt in Schwerin seine Zeit ab und Thomas Jäger wird in Rostock voraussichtlich auch weiterhin ohne „Kameraden“ auskommen müssen.

Kommentare(1)

Pasteurs-Kenner Samstag, 13.April 2013, 08:58 Uhr:
Pastörs hätte Lüssow einfach mal unter die Pferdedusche in seinem neuen Stall stellen sollen. Danach wäre Lüssow sicher wieder frisch, frei und fröhlich ans Werk gegangen...
 

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