von Anna Müller / Thomas Witzgall
   

Pegida radikaler denn je: Ausschreitungen nach Geburtstagskundgebung

Am Montag gingen rund 30.000 Menschen in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden auf die Straße. Etwa die Hälfte feierte den ersten Geburtstag von Pegida und störte sich scheinbar nicht an der heftigeren Tonlage. Am Rande der Kundgebungen kam es zu heftigen Ausschreitungen. ENDSTATION RECHTS. war vor Ort – hier schildern wir unsere Eindrücke.

Dresden, im Oktober 2015. Obwohl sich der Herbst bereits von seiner schlechten Seite zeigte, sind die Temperaturen an diesem Montagabend nicht zu kalt. Auch der Regen macht eine Pause. Viele Menschen machen sich auf den Weg zur Kundgebung der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) und zu den Gegenprotesten. Wir reihen uns ein, passieren ohne Probleme den Zugangsbereich. Mit den Auflagen scheint es hier, auf dem Theaterplatz, niemand allzu ernst zu nehmen. Obwohl verboten, sind Glasflaschen beispielsweise keine Seltenheit.

Zuerst ergriff Pegida-Frontmann Lutz Bachmann das Wort. Er ließ es sich nicht nehmen, nach öffentlichen Warnungen vor den „rechten Rattenfängern“ die Anhänger auf eine Stufe mit den im NS-Regime verfolgten Juden zu stellen. Eine gezielte Provokation. Wo sich seine selbsternannten Patrioten selbst verorteten, machten sie deutlich, als sie Bachmanns Anschuldigungen mit der NS-Parole „Volksverräter“ beantworten, die auf Justizminister Heiko Maas (SPD) gemünzt war. Wie sehr es hier um Show ging, zeigte Bachmanns Ankündigung, Innenminister Thomas de Maizière (CDU) im Namen des „Orga-Teams“ für seine Warnung vor den „knallharten Rechtsextremisten“ wegen Volksverhetzung anzuzeigen. Das dürfte ein kurzes Ermittlungsverfahren werden.

Wer Galgen und Hitlerbärten hinterher läuft, für den gelten keine Ausreden mehr. #Pegida sät Hass, der dann zur Gewalt wird #HerzstattHetze!

— Heiko Maas (@HeikoMaas) 19. Oktober 2015

Neonazis geben sich deutlich zu erkennen

Bachmann zeigte sich zu keinem Zeitpunkt beeindruckt von dem Attentat auf die zukünftige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Die Verletzung eines mutmaßlichen Anhängers auf dem Weg zur Veranstaltung setzte er mit dem gezielten Mordanschlag auf die Politikerin gleich. Genesungswünsche hatte er nur für den mutmaßlichen Unterstützer seiner Seite. Der Galgen letzte Woche und der Anschlag von Köln sind Ausdruck, was Pegida mit Rufen wie „Volksverräter“oder Aufforderungen zum „maximalen Wiederstand“[sic!] seit Monaten auf die Straße trägt.

Wo selbst über Mordanschläge nicht nachgedacht wird, kann die offene Beteiligung organisierter Rechtsextremisten nicht mehr überraschen. Mindestens ein Teilnehmer zeigte seine Sympathie für die „Hammerskins“ mit einer Tätowierung am Hals. Auf einem weiteren Schild erkannten wir die verbotene Parole der SA „Deutschland erwache“. Daneben warben Teilnehmer für einen antisemitischen Blog, der allerhand Verschwörungstheorien verbreitet. Der bayerische NPD-Anhänger, der es in den Pegida-Song von Extra3 geschafft hat, stand derweil mit einer Bildertafel mitten in der Menge. In seiner Nähe inszenierten sich die Identitären. Ihr geistiger Mentor und einer der Köpfe der Neuen Rechten, Götz Kubitschek, stand wie selbstverständlich auf der Bühne und übersetze einige Reden ausländischer „Gäste“. Zum Gratulieren kam der bekennende „Nationalsozialist“ Thomas „Steiner“ Wulff vorbei. Hinter der Bühne, nahe des Backstage-Bereiches, wo Pegida-Demosanitäter erschöpfte Anhänger versorgten, hielt er sich kurze Zeit auf, sprach mit offenbar Bekannten.

Aber die KZs sind ja leider außer Betrieb“

Nicht nur auf ungeteilte Gegenliebe stieß der Autor Akif Pirrinçi. Applaus gab es, wenn er tief in die Kiste verfügbarer Beleidigungen griff. Er schreckte nicht davor zurück, die Bundesregierung und die demokratischen Parteien mit dem NS-Regime zu vergleichen und ihnen eine ähnliche Politik zu unterstellen. Statt dem eigenen Leuten – speziell „Asylgegnern“ – die Ausreise zu empfehlen, wie es CDU-Politiker getan haben sollen, wüsste er Alternativen. „Aber die KZs sind ja leider außer Betrieb.“ Einem Zuhörer wurde es zu viel. Er drängte vor die Bühne und forderte lautstark „Keine Hetze! Keine Hetze!“ Drei Ordner stürzten sich auf ihn, brachten ihn mit Griffen ins Gesicht zum Schweigen und übergaben ihn der Polizei. Lutz Bachmann brach die Rede ab, nachdem weitere Aufhören-Rufe aus der Menge zu vernehmen waren.

Heftige Auseinandersetzungen am späten Abend

Auf den sozialen Netzwerken freuten sich Pegida-Anhänger über angeblich 40.000 Teilnehmer. Diese Zahl dürfte wohl stark übertrieben sein. Die Studentengruppe „Durchgezählt“ schätzt die Zahl auf 15.000 bis 20.000 Menschen auf dem Theaterplatz. Fotos belegen, dass der Platz nicht vollständig gefüllt war.

Unter dem Motto „Herz statt Hetzte“ hatte ein breites Bündnis einen Sternenlauf organisiert, um ein Zeichen gegen Pegida zu setzen. Teil des Netzwerkes waren unter anderem „Dresden für Alle“, „Dresden Nazifrei“, „Leipzig nimmt Platz“ sowie „NoLegida“, „Chemnitz Nazifrei“ und die Parteien SPD, Linke und Grüne. Insgesamt beteiligten sich laut MDR

Tausende Menschen bei #HerzstattHetze #nopegida http://t.co/0jILDHeEDq pic.twitter.com/9k9SV9NT1s

— DNN-Online.de (@dnn_online) 19. Oktober 2015

Bereits am Rande der Kundgebungen von Pegida und des bunten Bündnisses kam es teilweise zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern, Polizisten seien ebenfalls angegriffen worden. Auch nach Ende der Kundgebungen hatten die Behörden die Lage zeitweise nicht unter Kontrolle, sodass es an verschiedenen Stellen zu Konfrontationen kam, wohl auch, weil Gegendemonstranten die Abzugswege der Pegida-Anhänger blockierten.

„Am Postplatz musste das dortige Konzert vorzeitig abgebrochen werden, da die Polizei die Teilnehmer nicht mehr vor aggressiven Hooligans schützen konnte,“ schreiben unterdessen die DNN. Ein Kameramann des eigentlich als Pegida-nah geltenden Senders „Ruptly“ sei von Neonazis angegriffen und seine Kamera zerstört worden. Während des Angriffs brach die Liveübertragung des Senders ab. Die DNN berichten zudem, dass sie aus Sicherheitsgründen ihre Reporter „an manche Ecken […] nicht mehr schicken“ konnten.

Laut Sächsischer Zeitung sei es in den späten Abendstunden zu weiteren Ausschreitungen von Hooligans am Albertplatz, an der Marienbrücke und am Bahnhof Mitte gekommen. Die Polizei, die mit 1.900 Beamten im Einsatz war, berichtet dennoch von nur einem verletzten Pegida-Anhänger. Die Behörden hätten zahlreiche Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung sowie Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet.

Kommentare(18)

Dennis Dienstag, 20.Oktober 2015, 17:56 Uhr:
Sigmar Gabriel hat mit seinem Satz absolut recht gehabt. Das ist Pack, was da bei PEGIDA rumläuft. Ausserdem ist der ganze Laden komplett von Nazis unterwandert, genauso wie die AfD.

Das der vorbestrafte Hetzer Bachmann seine Anhänger auf eine Stufe mit den verfolgten Juden stellt, ist an Niederträchtigkeit nicht zu überbieten. Und das er die Verletzung eines Anhängers mit dem Mordversuch an Henriette Reker gleichsetzt, zeigt wieder einmal, wessen Geistes Kind er ist.

Auch zur Hetzrede von Pirrinçi braucht man weiter nichts zu sagen. Ich hoffe inständig, dass sich da die Staatsanwaltschaft einschaltet und die Rede genau unter die Lupe nimmt. So einer gehört in den Knast!

Niemand braucht Gestalten von Pegida oder AfD. Was solche braunen Spinner anrichten, haben wir schonmal vor siebzig Jahren gesehen. Das sollte allen vernünftig denkenden Bürgern hier Warnung genug sein. Die Idioten, die einem Rattenfänger wie Bachmann oder Frauke Petry hinterherrennen, haben offenbar ihr Gehirn ausgeschaltet oder besitzen gar keins. Anders kann ich mir so etwas nicht erklären.
 
Irmela Mensah-Schramm Dienstag, 20.Oktober 2015, 20:20 Uhr:
Auch wenn es manchem Zeitgeist nicht passt: Es war mir ein sehr großes Vergnügen, am 19. Oktober die Ekel-Hass-Pegida -Kundgebung in Dresden lautstark mit zustören!
Wenn es die Gerichte und die Stadt nicht schaffen, diesem Spuk ein Ende zu setzen, werden wir unsere Störaktionen fortsetzen!
 
kritiker Donnerstag, 22.Oktober 2015, 02:04 Uhr:
@ Dennis 20.10.
Die Beleidigung zig tausender Pegida-Demonstranten als "Pack" durch den
"Sozialdemokrat" S.Gabriel grenzt an Volksverhetzung.Und Ihr Kommentar,
werter Dennis, auch. Wer tausende kritische und besorgte Bürger als "Pack"
beleidigt, hat das Recht verwirkt, sich "Volksvertreter" zu nennen. Und er ähnelt
in dieser Äußerung schon fast den Machthabern ,die ihre Kritiker und die
Andersdenkenden 1933-1945 als "Volksschädlinge" und in der DDR als "Staats-
feinde" verunglimpften.
Sie und Ihre Genossen werden sich wohl daran gewöhnen müssen, daß immer
mehr Menschen nicht mehr wie der brave deutsche Michel den populistischen
Parolen der Herrschenden ("Wir schaffen das","Kommt alle her-ihr seid alle
willkommen") glauben, sondern Veränderungen in der Politik fordern. Wer
zig Turnhallen einfach mal so requiriert und damit den Schul- und Vereinssport
lahmlegt, wer viele Kommunen durch hohe Flüchtlingszwangszuweisungen oft
in den finanziellen Ruin treibt,wer die hohe Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen
bis zu deren Erschöpfung schamlos ausnutzt und wer vor allem die betroffenen
Bürger nicht oder zu spät informiert, darf sich nicht über den immer stärker
werdenden Protest der Menschen gegen die chaotische Flüchtlingspolitik
wundern.
Und wer hier wirklich der "Idiot" ohne Gehirn ist, werter Dennis, das ist noch die
Frage.
 
nur mal nachgefragt Donnerstag, 22.Oktober 2015, 09:45 Uhr:
@kritiker
Wo hat Gabriel denn alle Pegida-Demonstranten als "Pack" bezeichnet?
 
Dennis Donnerstag, 22.Oktober 2015, 10:34 Uhr:
@kritiker:

"Die Beleidigung zig tausender Pegida-Demonstranten als "Pack" durch den
"Sozialdemokrat" S.Gabriel grenzt an Volksverhetzung."

Nö. Nicht mal ansatzweise. Machen Sie sich doch einfach mal schlau, was Volksverhetzung ist. Kleiner Tipp: PEGIDA.

"Und Ihr Kommentar, werter Dennis, auch"

So ein Quatsch. Aber Sie können mich ja gerne anzeigen.

"Wer tausende kritische und besorgte Bürger als "Pack"
beleidigt, hat das Recht verwirkt, sich "Volksvertreter" zu nennen."

Nö, nicht wirklich. Leute, die Galgen zeigen mit Namen von Politikern, die "Ausländer raus" brüllen, die Neonazis wie Bachmann hinterherrennen, sind keine "kritischen und besorgten Bürger".

"Und er ähnelt in dieser Äußerung schon fast den Machthabern ,die ihre Kritiker und die Andersdenkenden 1933-1945 als "Volksschädlinge" und in der DDR als "Staatsfeinde" verunglimpften."

Jetzt wirds lächerlich, kritiker. Sie wollen ernsthaft einen demokratischen Minister mit den Nazis um Hitler vergleichen? Lachhaft.....

"Sie und Ihre Genossen werden sich wohl daran gewöhnen müssen,..."

Ich habe keine Genossen, wer soll das sein? Nicht alle, die nicht Ihrer Meinung sind, sind automatisch links. Aber dieses Differenzierungsproblem kennen wir schon von Björn.

"...sondern Veränderungen in der Politik fordern."

DIe darf natürlich auch jeder fordern. Aber bitte nicht mit Gewalt, Anschlägen und Hetze.

Ende Teil 1
 
Dennis Donnerstag, 22.Oktober 2015, 10:39 Uhr:
"...,wer viele Kommunen durch hohe Flüchtlingszwangszuweisungen oft
in den finanziellen Ruin treibt,..."

Da hätte ich doch gerne mal Belege, wieviele Kommunen es denn schon erwischt hat. Müssen ja ganz schön viele sein. Oder ist das am Ende auch nur wieder eine platte Parole und Lüge?

"Und wer hier wirklich der "Idiot" ohne Gehirn ist, werter Dennis, das ist noch die
Frage.

Ich bestimmt nicht. Ich setze mich mit dem Thema nämlich differenziert auseinander und renne nicht irgendwelchen vorbestraften dummen Hetzern hinterher, wie es die PEGIDA-Anhänger tun. Und dabei merken die Typen nicht mal, dass der ganze Laden (sowohl PEGIDA als auch AfD) mittlerweile komplett von Nazis unterwandert ist. Siehe Petereit in der ersten Reihe in Rostock.
 
Roichi Donnerstag, 22.Oktober 2015, 12:38 Uhr:
@ Kritiker

Na, mal wieder Menschenleben und Menschenwürde gegen Freizeitvergnügen aufrechnen?
Ich mag ja diesen offenen Rassismus. Da muss man nicht mal Arbeit reinstecken, den aufzuzeigen.

Keine Angst, der "brave deutsche Michel" rennt liebend gern brandschatzend und brüllend den Parolen der selbsternannten "Patrioten" hinterher, wenn die Bierflasche leer ist und das Sofa nicht bequem genug.
 
Dresdner Donnerstag, 22.Oktober 2015, 14:41 Uhr:
@kritiker:

"wer die hohe Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen bis zu deren Erschöpfung schamlos ausnutzt"

Na wer ist das wohl? In meinen Augen die brüllenden "Patrioten", die jede Woche die Sau rauslassen, anstatt die Flüchtlingswelle als nationale Aufgabe zu begreifen. Warum nimmt denn z.B. Pegida die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge nicht selbst in die Hand, wenn die Politiker doch so unfähig sind? Dann wäre sofort das Nazi-Thema vom Tisch und es wäre wirklich eine Leistung. Aber nein, diese Klientel ist zu dumm und zu faul so eine Möglichkeit zu sehen, geschweige denn etwas zu unternehmen.

"...wer viele Kommunen durch hohe Flüchtlingszwangszuweisungen oft
in den finanziellen Ruin treibt..."

Meine Kommune treibt nur die Pegida in den finanziellen Ruin. Man braucht nicht mal eine Statistik zu lesen, um sich davon zu überzeugen. Es reicht ein Spaziergang durch das barocke Stadtzentrum. Vor einem Jahr waren da noch haufenweise Japaner und Amerikaner. Die sind jetzt weg. Als nächstes gibts bestimmt ein paar freie Stellen bei Max Planck und Global Foundries.

"[...] nicht mehr [...] den populistischen Parolen der Herrschenden ("Wir schaffen das" [...]) glauben"

Und sie tun gut daran, sie schaffen nämlich auch nichts.
 
Luise Donnerstag, 22.Oktober 2015, 17:32 Uhr:
Wer einem Demagogen wie Pirincci zuhört und dann auch noch applaudiert ist alles andere als "besorgt" oder gar "kritisch" zu nennen. Auch wer Galgenbastlern nachrennt hat nicht nur die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Diese "Bewegung" bildet den Boden für Hass, wie er online und offline in unserem Land zu erleben ist.
Es sollte mal jemand die Rechnung aufmachen, wie viel Steuergelder durch die rechtsterroristischen Anschläge der letzten Monate buchstäblich in Flammen aufgegangen sind?! - Wenn hier schon der finanzielle Ruin der Kommunen herbei geredet wird.
 
Bürger Donnerstag, 22.Oktober 2015, 19:39 Uhr:
@ Kritiker

"Wer zig Turnhallen einfach mal so requiriert und damit den Schul- und Vereinssport lahmlegt, wer viele Kommunen durch hohe Flüchtlingszwangszuweisungen oft in den finanziellen Ruin treibt,wer die hohe Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen
bis zu deren Erschöpfung schamlos ausnutzt und wer vor allem die betroffenen
Bürger nicht oder zu spät informiert, darf sich nicht über den immer stärker
werdenden Protest der Menschen gegen die chaotische Flüchtlingspolitik
wundern."

Und genau deswegen
- zünden "besorgte und kritische Bürger" Flüchtlingsheime und Turnhallen an
- stechen "besorgte und kritische Bürger" Politiker ab
- pinkeln "besorgte und kritische Bürger" auf Kinder in der S-Bahn
- spazieren "besorgte und kritische Bürger" mit Galgenattrappen durch die Gegend
- basteln "besorgte und kritische Bürger" Bomben
und so weiter und so fort?
Und am besorgtesten und kritischsten ist dann wohl dieser Katzenkrimi-Autor, der den "besorgten und kritischen Bürgern" am Montag in Dresden so richtig aus der Seele gehetzt hat?
Stimmt's, werter "Kritiker"?
 
Gerold Freitag, 23.Oktober 2015, 00:08 Uhr:
Ich dachte früher tatsächlich, die Linken wären die besseren Menschen.
Ich junger Depp, der ich war.
Aber mittlerweile sehe ich extrem faschistische Tendenzen selbst bei denen, die damals mit mir die Basis zur Gründung der Grünen stellten.
Deren wachsender PC- und Genderwahn und ein extrem aggressiver Beißreflex bei Meinungsabweichungen haben mich nach 30 Jahren aus der Partei austreten lassen.
Auch die, immer anderen vorgeworfene "Sitzfestigkeit" auf politischen Ämtern und die großzügige Selbstbedienung wollte ich nicht mehr mittragen.
Der gewonnene Abstand klärte meinen Verstand.
Mittlerweile weiß ich, daß es links und rechts von der Mitte die gleiche Anzahl Nazis gibt.
Nur zu unterscheiden durch minimale Abweichungen im Dresscode und den konsumierten Drogen.

Und das ist dann auch der Grund für mein Posting hier.
Hat eigentlich von den linken Ultras mal jemand drüber nachgedacht, daß jeder Bürger aus der diffusen politischen Mitte zum Gegner wird, wenn man ihn mit dummen und aggressiven Parolen nach rechts prügelt, wenn er sich unwohl fühlt?

Ist doch irgendwie unklug, oder?
So einfach aus dem Nichts die Schar seiner politischen Gegner zu vergrößern?
Man muß andernfalls natürlich auch was zu bieten haben außer lauwarmer Willkommensrethorik, die sämtliche anstehenden Probleme ausblendet.

Man braucht auch kein linker Idealist sein, um das zu übersehen.
Eher ein Ignorant. Nur ist Ignoranz keine Meinung, die man gut anderen vermitteln kann.

Viel Spaß mit Pegida...
 
Kurth Freitag, 23.Oktober 2015, 10:32 Uhr:
Gender und PC-Wahn... jaja die konservativen Mythen...

PC heißt nichts anderes als "Menschen, die einer Minderheit angehören mit Respekt zu behandeln". Scheint manchen wohl schon schwer zu fallen..
Was Gendern angeht: Herauszufinden, was nun von der Biologie und was von der Gesellschaft an Geschlechterrollen produziert wird, scheint wohl auch Kastrationsängste zu erzeugen... aber anderes Thema.

Ansonsten wieder mal dummes Geschwätz von wegen die Linken würden die Mitte an den rechten Rand treiben. Dabei zeigen doch genug Studien, dass die "Mitte" der Gesellschaft von rechten Einstellungen durchzogen sind (die Mitte im Umbruch oder Extremismus der Mitte googeln).

Abgesehen davon: Was soll diese "Mitte" denn sein? Um die Deutungshoheit diese Mitte wird von allen Seiten gefochten. Vor 50 Jahren war die "Mitte" noch deutlich intoleranter, frauenfeindlicher usw. und sie hat sich gewandelt. Also auch ganz dummes Argument.

"Nur zu unterscheiden durch minimale Abweichungen im Dresscode und den konsumierten Drogen."
Ach Gleichstellung von Rechts und Links mal wieder. Dass die einen auf der Vorstellungen basieren, dass die Menschen erstmal Gleichwertig sind (Links) und die anderen nicht (Rechts) kann man ja auch ignorieren. Sind alle irgendwie doof oder wie?

"Nur ist Ignoranz keine Meinung, die man gut anderen vermitteln kann."
QED!
 
Dumbo Samstag, 24.Oktober 2015, 15:05 Uhr:
@Kurth

"Ach Gleichstellung von Rechts und Links mal wieder. Dass die einen auf der Vorstellungen basieren, dass die Menschen erstmal Gleichwertig sind (Links) und die anderen nicht (Rechts) kann man ja auch ignorieren."

Oh Mann, die dato vollkommen antiquierten Termini "rechts" und "links" haben NICHTS mit "humanitärer Gleichwertigkeit" zu tun, sondern stammen aus der Sitzordnung im Reichstag während der Weimarer Republik. Weiland saß die NSDAP übrigens neben der KPD auf der LINKEN Seite.

Bei Leuten, die politisch auf der Basis eines 6-Jährigen diskutieren, ist wahrlich Hopfen und Malz verloren...!
 
kritiker Sonntag, 25.Oktober 2015, 12:31 Uhr:
@ roichi
Das ist ja interessant und zeigt die wahre Gesinnung Ihres Kommentars, werter
Roichi. Sie sehen Schulsport als "Freizeitvergnügen" an. Ebenso Vereinssport.
Eine eigenartige Auffassung vom Bildungssystem und von der Wichtigkeit der
Gesundehaltung unserer Menschen, insbesondere unserer Kinder und Jugend-
lichen. Aber da es ja nur einheimische (deutsche) Kinder und Jugendliche be-
trifft, kann man Ihre (diesbezüglich etwas menschenfeindliche) Einstellung fast
schon verstehen. Mal sehen, wann die ersten Schulen geschlossen werden, um
zwangsweise Platz für Zuwanderer zu schaffen.
 
Roichi Sonntag, 25.Oktober 2015, 14:30 Uhr:
@ Dumbo

Wo bist du dann anzusiedeln?
Im Kindergarten? Oder doch noch früher?
Die Sitzordnung, auf die Bezug genommen wird, gibt es seit kurz vor der französischen Revolution. Also schon etwas länger.

Wolltest du auch noch etwas inhaltliches beitragen?
 
Kurth Sonntag, 25.Oktober 2015, 16:29 Uhr:
@Dumbo

Och Dumbo, wieder mal der peinliche Versuch intellektuell zu wirken und wie Erika Steinbach die NSDAP zu einer Linken Partei zu machen? Obwohl, "Links" gibt es zwar nicht in deinen Vorstellungen... gut, die Politikwissenschaft sagt - trotz aller Querfrontbemühungen noch immer was anderes - aber lassen wir das. Du meintest ja schon:
"Bei Leuten, die politisch auf der Basis eines 6-Jährigen diskutieren, ist wahrlich Hopfen und Malz verloren...!"

Auch wenn ich dir so viel Selbstreflektion nicht zugetraut hätte und du ja schon gesagt hast es mache keinen Sinn, ich versuche es dennoch:
Wenn dir die Begriffe nicht passen sag das doch deinem Gesinnungsgenossen Gerold, der die Begriffe verwendete. Aber du willst natürlich nicht als Nestbeschmutzer gelten, das verstehe ich, da wieder die bösen intoleranten "Linken", die es ja gar nicht gibt, angreifen...
 
JayBee Montag, 26.Oktober 2015, 08:40 Uhr:
@ Kritiker

"Aber da es ja nur einheimische (deutsche) Kinder und Jugendliche be-
trifft, kann man Ihre (diesbezüglich etwas menschenfeindliche) Einstellung fast
schon verstehen."

Da sieht man wieder, daß Du die Gesellschaft überhaupt nicht begriffen hast. Vielleicht kann Björn die ja mal aufklären. Die vorübergehende Umnutzung von Hallen betrifft nämlich alle Kinder und Jugendlichen unserer Gesellschaft. Also auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, Zum Teil grade erst angekommen, zum Teil schon seit Jahren da. Aber es opfert sich halt besser, wenn man nur die Deutschen (die es so auch gar nicht gibt, wie Du es meinst) als Betroffene benennt.
 
Roichi Montag, 26.Oktober 2015, 09:26 Uhr:
@ Kritiker

"Roichi. Sie sehen Schulsport als "Freizeitvergnügen" an. Ebenso Vereinssport."

Lesen hilft auch dir.
Natürlich ist Vereinssport ein Freizeitvergnügen.
Und dass flächendeckend Schulsport ausfallen würde, ist eine gerne genommene Lüge. Mehr aber auch nicht.
Mal abgesehen davon, dass Schule auch eine gesellschaftliche Funktion hat und der Ausfall desSportsunterrichts zu verschmerzen ist.
Wie du nun aber Menschenleben und Menschenwürde jetzt dagegen aufrechnen willst, bleibt immernoch dein Geheimnis.
Obwohl, du versuchst es ja.
"Aber da es ja nur einheimische (deutsche) Kinder und Jugendliche be-
trifft, kann man Ihre (diesbezüglich etwas menschenfeindliche) Einstellung fast
schon verstehen."

Dumm für dich, dass die Grundrechte für alle Menschen gelten.
Dass du die Grundrechte abschaffen willst, ist ja nicht neu. Ebenso, dass du und deine Kamerraden damit keinen Erfolg haben.

Also, kannst du noch mehr, als Parolen dreschen?
Zu einer Argumentation hat es bisher ja nicht gereicht.
 

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