von Anna Müller
   

Pegida-Geburtstag: Platzprobleme, Besucherschwund und "Raucherpause"

Am Sonntag feierte Pegida ihren zweiten Jahrestag. Trotz populärer Redner blieben die Teilnehmerzahlen hinter den Erwartungen zurück. Auch die Anzahl der Protestler blieb überschaubar. Für Montag sind ein Bürgerfest und eine Demonstration von „Dresden für alle“ geplant.

Ein Pegida-Anhänger in Dresden (Foto: Oliver Cruzcampo, Archiv)

Lutz Bachmann und seine Anhänger mussten den zweiten Jahrestag der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf Sonntag vorverlegen. Zum eigentlichen Geburtstag am Montag waren bereits zahlreiche Gegenveranstaltungen auf den attraktiven Plätzen der Dresdner Innenstadt angemeldet worden, sodass Pegida an den Stadtrand hätte ausweichen müssen.

Trotz zahlreicher Redner weniger Teilnehmer als erwartet

Um möglichst viele Anhänger anzulocken, hatten Bachmann, Däbritz und Co. zahlreiche Redner zu ihrer Veranstaltung eingeladen. Darunter Götz Kubitschek, Herausgeber der Sezession, Jürgen Elsässer, Herausgeber des Compact-Magazins, sowie Martin Sellner, Chef der Identitären-Bewegung in Österreich, Renate Sandvoß von Journalistenwatch und  Tommy Robinson (bürgerlich Stephen Yaxley-Lennon), Gründer und ehemaliger Leiter der English Defense League.

Doch statt der erwarteten 10.000 Teilnehmer fanden sich nur rund 6.500 bis 8.500 Pegida-Anhänger auf dem Theaterplatz ein, so zählte die Studentengruppe „Durchgezählt“. Im vergangenen Jahr hatten sich rund 20.000 Personen auf dem Platz versammelt, um den ersten Jahrestag der Islamkritiker zu begehen.

Die Redner hetzten wie gewohnt gegen Menschen mit Migrationshintergrund, die Bundesregierung und deutsche Medien. Begleitet wurden ihre Tiraden durch die von der Menge gerufenen Parolen „Merkel muss weg“, „Volksverräter“ und „Widerstand“. Ausgiebig bejubelt wurde die AfD, welche die einzige gute Partei sei und 2017 in den Bundestag gewählt werden müsse, und die von den Pegida-Anhängern erwarteten Erfolge von Donald Trump und Marie Le Penn. Nach rund drei Stunden wurde die Veranstaltung beendet und der nächste „Spaziergang“ für den 31. Oktober angekündigt.

Bachmann: Aufruf zu „Raucherpause“ während des Bürgerfestes am Montag

Lutz Bachmann ließ es sich aber nicht nehmen, seine Anhänger aufzufordern, am Montag eine „Raucherpause“ auf dem geplanten Bürgerfest auf dem Neumarkt abzuhalten. Dort wollen ab 17 Uhr auf Initiative des Dresdner Oberbürgermeisters Dirk Hilbert zahlreiche Bürger ein Zeichen für ein tolerantes und weltoffenes Dresden setzen. Ebenfalls unter dem Motto „eine Raucherpause abhalten“ hatte Bachmann dazu aufgerufen, die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am dritten Oktober zu stören.

Gleichzeitig versammelten sich am Sonntag hunderte Bürger, um gegen Pegida zu protestieren. Neben einer Demonstration des Studentenrates der Hochschule für Technik und Wirtschaft hatten auch die Organisationen von Nope und Kaltland zu Demonstrationen mobilisiert. Zunächst hatte die Polizei die Nope/Kaltland-Veranstaltung nur auf dem Neumarkt gestattet, sodass die Demonstration außer Sicht- und Hörweite stattfinden sollte. Kurzfristig genehmigte die Behörde dann aber doch den Prostest auf dem Schloßplatz, welcher sich in direkter Nähe des Theaterplatzes befindet. Insgesamt blieb die Lage im Gegensatz zum vergangenen Jahr ruhig. Damals war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern gekommen.

Neben dem Bürgerfest ist am Montag außerdem eine Demonstration von „Herz statt Hetze“ unter dem Motto „Freiheit. Gleichheit. Menschlichkeit.“ geplant. Die Demonstration besteht aus zwei Zügen, von denen beide bereits 16 Uhr am Neustädter Bahnhof und an der TU Dresden starten. Um 17:30 Uhr sollen sich beide Züge am Pirnaischen Platz treffen.

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