„Parteipolitische Aktivitäten“ der „Rechten“
Dortmund – Christian Worchs Partei „Die Rechte“ bleibt stramm auf Neonazi-Kurs.
Der 60-Jährige wurde am Samstag bei einem Bundesparteitag, der in Dortmund-Dorstfeld stattgefunden haben soll, in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Worch, der ohne Gegenkandidaten angetreten war, erhielt einem Bericht seiner Partei zufolge 92 Prozent der abgegebenen Stimmen. Insgesamt sollen an dem Treffen 75 Mitglieder und Gäste teilgenommen haben – eine Zahl, die man angesichts der bekannt gewordenen Umstände des Treffens freilich anzweifeln darf.
Als stellvertretende Vorsitzende wurden der Dortmunder Christoph Drewer (bnr.de berichtete) und der Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt, Roman Gleißner, in ihren Ämtern bestätigt. Sie erhielten 96 beziehunsweise 72 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl scheiterte Michael Idir, der auf dem Papier als Vorsitzender des weithin inaktiven „Die Rechte“-Landesverbandes Rheinland-Pfalz firmiert.
Wiedergewählt wurden vier der sechs Beisitzer: der Kreisvorsitzende in Ostwestfalen, Sascha Krolzig (90 %), Holger Niemann aus Niedersachsen (71 %), Martin Ziegler aus Schleswig-Holstein (71 %) und der Vorsitzende im Rhein-Erft-Kreis, Markus Walter (65 %). Als Beisitzer ausgeschieden sind Dennis Giemsch und Mario Messerschmidt. Sie stellten sich offenbar nicht wieder zur Wahl. Für sie rückten der sächsische Landesvorsitzende Alexander Kurth (79 %), Michel Fischer (71 %), Landesorganisationsleiter in Thüringen, und Manuel Mültin (69 %), Landeschef in Baden-Württemberg, nach. Wie bisher sollen Niemann und Ziegler als Bundesorganisationsleiter und Schatzmeister fungieren; Kurth wird „Vernetzungsbeauftragter“. Als Vorsitzender des Schiedsgerichts wurde der Ostwestfale Meinhard Elbing im Amt bestätigt (79 %).
Grußwort von Ester Seitz
Auf einer Internetseite Dortmunder Neonazis wurde die Wahl mit den Worten kommentiert, im Vorstand würden die „zahlreichen Mitglieder aus ehemals parteifreien Strukturen“ gewährleisten, dass „Die Rechte“ zwar „selbstverständlich parteipolitische Aktivitäten entfaltet, jedoch nicht zu einem selbstlähmenden Bürokratiemonster verkommt“.
Grußworte bei der Veranstaltung sprachen Ester Seitz, in der Vergangenheit Anmelderin von Veranstaltungen eines so genannten „Widerstands Ost/West“ und aktuell für „Karlsruhe wehrt sich“ aktiv, der Düsseldorfer Neonazi Sven Skoda, Standardredner bei der „Rechten“, sowie der ehemalige Dortmunder Feuerwehr-Chef Klaus Schäfer (bnr.de berichtete), der in den vergangenen Monaten wiederholt bei Veranstaltungen der „Rechten“ und der NPD aufgetreten ist. (ts)