Parteigründer Worch am Ende?

Zwei Jahre nachdem er „Die Rechte“ aus der Taufe gehoben hatte, verliert ihr Gründer und Vorsitzender Christian Worch offenbar die Lust an parteipolitischer Arbeit.

Parteigründer Christian Worch desillusioniert?

Mit freundlicher Genehmigung des "blick nach rechts" übernommen

In einer knapp gehaltenen Mail an die anderen Vorstandsmitglieder, die aus der Feder Worchs stammen soll und bnr.de vorliegt, heißt es, er werde beim Bundesparteitag am 5. Juli nicht persönlich anwesend sein. Dass Worch eine Terminkollision an der Teilnahme hindern könnte, erscheint unwahrscheinlich: Er selbst hatte den 5. Juli vorgeschlagen. Auch einen Rechenschaftsbericht aus der Feder des Vorsitzenden wird es der Mail zufolge bei dem Parteitag nicht geben.

Zur Frage einer erneuten Kandidatur für das Amt an der Spitze der „Rechten“ wird in dem Schreiben nicht explizit Stellung genommen. Der mutmaßliche Autor Worch beschränkt sich zum Thema Wahlen auf die Bitte an die restlichen Vorstandsmitglieder, „dafür Sorge zu tragen, dass für die Personalwahlen Stimmzettel in ausreichender Zahl vorhanden sind“ und wünscht ansonsten dem Parteitag „auf diesem Wege viel Erfolg und gutes Gelingen“. Verfasst wurde die Mail einen Tag nach einer Vorstandssitzung der Partei, die in Dortmund stattfinden sollte, über deren Ergebnisse aber noch nichts bekannt wurde.

Eine Bilanz der Amtszeit des in Parchim lebenden Neonazis fällt äußerst bescheiden aus. Die von ihm angekündigte „Die Rechte“-Kandidatur bei der Europawahl scheiterte, weil die Partei nicht die erforderlichen Unterstützungsunterschriften zusammenbekam. Mit vollmundigen Ankündigungen auf den Weg gebrachte Landesverbände wie in Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Niedersachsen oder Baden-Württemberg existieren bereits nicht mehr oder sind inaktiv. Widerspruch musste sich der kritikempfindliche Worch zudem gefallen lassen, als es um die Aufnahme eines Ex-Porno-Sternchens in die Partei ging.

Zwei Jahre nach ihrer Gründung ist „Die Rechte“ faktisch eine nordrhein-westfälische Regionalpartei, die Ex-Mitgliedern verbotener Neonazi-Kameradschaften als Unterschlupf dient. Der Landesverband NRW stellt mehr als die Hälfte der rund 500 Mitglieder. Gut möglich, dass genau von dort nun die „Machtfrage“ in der Partei gestellt wurde.

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