„Parteifreie“ jetzt für „Die Rechte“ aktiv?

Ludwigshafen/Dortmund – Dennis Giemsch, einst Anführer der im August verbotenen Neonazi-Gruppe „Nationaler Widerstand Dortmund“, ist als Beisitzer in den Bundesvorstand von Christian Worchs Partei „Die Rechte“ gewählt worden.

Montag, 15. Oktober 2012
Redaktion

Giemschs Wahl erfolgte beim ersten Bundesparteitag der Ende Mai gegründeten Formation am vergangenen Samstag in Ludwigshafen. Auch Sascha Krolzig, Landesvorstandsmitglied „Die Rechte“ in Nordrhein-Westfalen, wurde dabei neu in den Bundesvorstand gewählt. Ob bei dem Treffen weitere Personalentscheidungen auf der Tagesordnung standen, teilte die Partei nicht mit. Vakant geworden war aber die Position des Schiedsgerichtsvorsitzenden, nachdem Amtsinhaber Oliver Kulik die Partei bereits kurz nach ihrer Gründung wieder verlassen hatte.

Giemsch war bereits am 15. September als Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen gewählt worden. Mit ihm gehören in NRW mindestens zwei weitere ehemalige Anführer verbotener Neonazi-Gruppen aus Dortmund und Hamm dem Landesvorstand an. (bnr.de berichtete) Im einwohnerstärksten Bundesland sollen derzeit „Die Rechte“-Gruppen in Dortmund, Hamm, Mülheim, Münster sowie im Rhein-Erft-Kreis existieren. Zumindest im Fall Münster liegt die Vermutung nahe, dass auch dort ehemals „parteifreie“ Neonazis aus dem Kameradschaftsspektrum nun für „Die Rechte“ aktiv sind: Kurz nach den Verboten des „Nationalen Widerstands Dortmund“, der „Kameradschaft Hamm“ und der „Kameradschaft Aachener Land“ hatte das ebenfalls neonazistische „Netzwerk Münsterland“ ohne jede Begründung seine „Auflösung“ bekannt gegeben.

Zu beschließen hatte der Parteitag am Samstag auch über Änderungen der Satzung und der Schiedsgerichtsordnung. „Die Rechte“ hatte Mitte September auf ihrer Internetseite berichtet, der Bundeswahlleiter habe „zwei kleine Formalitäten“ darin bemängelt und die Partei daher noch nicht in die Liste der bei ihm registrierten Parteien aufgenommen. (ts)

Kategorien
Tags