„Opfer antideutscher Gewalt“

Stolberg – Neonazis rufen abermals zu fremdenfeindlichen Aufmärschen in Stolberg (Städteregion Aachen) auf und wollen angeblich so an einen erstochenen Heranwachsenden erinnern.

Dienstag, 01. Februar 2011
Redaktion

Organisatoren der Aufmärsche am 8. (19.00 Uhr) und 9. April (12.00 Uhr) sind der frühere Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren, Ingo Haller, der Neonazi Axel Reitz (Pulheim) und die „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL). Beide Aufmärsche werden als „Trauer- und Protestmarsch“ angekündigt, offiziell „zum Gedenken“ an einen durch einen Migranten erstochenen 19-Jährigen „und alle Opfer antideutscher Gewalt!“

Am Freitag soll ein kleinerer „Fackelmarsch“ stattfinden, am Samstag dann eine großer Aufmarsch mit mehreren hundert Teilnehmern, angereist aus ganz Deutschland. Seit der Bluttat am späten Abend des 4. April 2008 fanden im April wiederholt Aufmärsche in der Kleinstadt statt, zu Beginn hatten NPD und Neonazis sogar die Lüge verbreitet, das Opfer sei ein „Kamerad“ gewesen. Im Vorfeld der Aufmärsche am Osterwochenende 2010 hatten Neonazis im Rheinland zudem erstmals massiv mit illegalen Flugblatt-, Aufkleber- und Sprühaktionen für die Märsche geworben.

Im Herbst 2010 hatte Haller als Redner auf einer Neonazi-Saalveranstaltung in Belgien erklärt, die Kosten für Flugblätter und Aufkleber sowie die für rechtliche Auseinandersetzungen teilweise über seine „Aufwandsentschädigungen“ als Abgeordneter zu finanzieren. Haller wurde für die NPD in den Kreistag Düren gewählt, gegen ihn läuft aber ein Parteiausschlussverfahren. (mik)

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