Öffentlichkeitsarbeit

In Kürze soll in Mecklenburg-Vorpommern eine neue Schulhof-CD der NPD erscheinen. Der Kameradschaftsfunktionär und NPD-Aktivist David Petereit bittet um Spenden für das neue Projekt und hofft auch auf eine Verbreitung in anderen Bundesländern.

Donnerstag, 12. August 2010
Maik Baumgärtner

Mit kaum einem anderen Projekt gelang es der NPD in der Vergangenheit soviel mediale Aufmerksamkeit zu erregen, wie mit den so genannten Schulhof-CDs. Die Auflagenzahl der verschiedenen Tonträger, die zwischen 2004 und 2009 kostenlos – vor allem im Wahlkampf - verteilt wurden, soll in die Hunderttausende gehen. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl an Downloads von den Internetseiten der Partei.

Kein Wunder also, dass nun der NPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern nachziehen möchte und eine eigene CD-Produktion plant. Die Partei will sich offenbar bereits propagandistisch auf die Landtagswahlen im September 2011 vorbereiten. Treibende Kraft im Hintergrund scheint hier der NPD-Kommunalpolitiker David Petereit zu sein, der als einer der führenden Köpfe der Mecklenburger Kameradschaftsszene gilt. Er galt auch als wichtiger Kader der im Mai 2009 verbotenen Kameradschaft „Mecklenburgische Aktionsfront“ und betreibt den völkischen „Levensboom“-Versand, über den in der Vergangenheit verschiedene braune Musikprojekte ihre CDs veröffentlichten.

Derzeit kursieren in der rechtsextremen Szene zwei Schreiben, die von Petereit unterzeichnet sind. In einem wird um Spenden für die CD-Produktion gebeten, im anderen wird den übrigen NPD-Landesverbänden angeboten, die neue CD mit einem entsprechend angepassten Adressfeld für ihre Öffentlichkeits- und Propagandaarbeit einzukaufen.

14 Lieder „von Balladen bis Hardcore“

Um die „Kosten für die Aktivisten, die diese dann verteilen gegen null laufen zu lassen“, wird um Spenden an den Mecklenburger NPD-Landesverband gebeten, für die es dann auch eine „Spendenquittung“ gibt, die von der „Steuer abgesetzt werden kann“. Anonyme Spender sollen ihren Beitrag bei der nächsten „Tischsammlung reinhauen“. Im üblichen und autoritären Ton weist Petereit darauf hin, dass „inhaltliche Fragen zur CD“ nicht beantwortet werden, da „diese keine
Diskussionsgrundlage ist.“

Insgesamt 14 Lieder „von Balladen bis Hardcore“ mit einer Spielzeit von 55 Minuten werden sich auf der CD finden, die ohne Beiheft in einer Papphülle verteilt werden soll. Für 3200 Euro können die übrigen NPD-Landesverbände 10 000 CDs bei Petereit bestellen.

Zuletzt musste die Bundespartei 2009 den Tonträger „BRD vs. Deutschland“ einstampfen lassen, da das neonazistische Musikprojekt „Hassgesang“ die Melodie zu ihrem Stück „Brot und Spiele“ bei einer anderen Band klaute, deren Rechte die „EMI Music Publishing Germany GmbH“ (EMI) verwaltet. Eine Unterlassungsaufforderung der EMI wurde sofort unterzeichnet und der weitere Vertrieb der CD eingestellt.

Kategorien
Tags