von Redaktion
   

Offen für nationalsozialistisches Gedankengut: 1. FC Saarbrücken entzieht Fanclub Auszeichnung

Traditionell verleiht der 1. FC Saarbrücken an Fanclubs, die sich durch besonderes Engagement auszeichnen, die Ehrung „Fanclub des Monats“. Im November wurde die Auszeichnung der „Saarland Brigade“ verliehen – einer Gruppe mit zweifelhaftem Ruf. Nachdem ein Bündnis antirassistischer Fans den Drittligisten darauf aufmerksam gemacht hatte, entzog der Verein der „Saarland Brigade“ den Titel wieder und distanzierte sich von dem Zusammenschluss.

Saarbrücken-Fan (Foto: Groundhopping Merseburg)

Der Traditionsclub 1. FC Saarbrücken hat schon bessere Zeiten gesehen. Derzeit kämpft der Verein aus der saarländischen Landeshauptstadt in der Dritten Liga gegen den Abstieg. Darüber hinaus hat das Image des „FCS“ in den letzten Tagen Schaden genommen. Der Verein zeichnete ausgerechnet am 9. November einen seiner Fanclubs, die „Saarland Brigade“, mit der Ehrung „Fanclub des Monats“ aus. Nach Angaben des Vereins wird dieser Titel an Zusammenschlüsse verliehen, die ein „besonderes Engagement“ an den Tag legen.

Die Übergabe in der Halbzeitpause während des Spiels gegen den SC Preußen Münster sollte nicht ohne Folgen bleiben. Die antirassistische Faninitiative „FCS.antiraciste“ machte den 1. FC Saarbrücken in einem offenen Brief darauf aufmerksam, dass sich unter den rund 25 Mitgliedern des geehrten Clubs „rechtsoffene bzw. rechtsradikale Personen“ befinden würden. Außerdem definiere sich die „Saarland Brigade“ über Gewalt und mache dies in ihrem Auftreten deutlich, schreiben die Verfasser. Einige ihrer Anhänger seien häufiger in Kleidungsstücken der bei Neonazis beliebten Modemarke „Thor Steinar“ aufgetreten. Auch Fan-T-Shirts der Bremer Hooligan Band „Kategorie C“ gehörten zum Standardinventar der Truppe.

Die Fanbetreuung des Drittligisten reagierte nach nicht einmal zwei Wochen auf die erhobenen Vorwürfe. Umgehend wurde der „Saarland Brigade“ die verliehene Auszeichnung wieder entzogen. Grund hierfür sei eine nachträgliche Überprüfung mit dem Ergebnis, dass der Fanclub Personen mit „nationalsozialistischem Gedankengut“ offen stehe.

Für den 1. FC Saarbrücken sei dies „in keinster Weise akzeptabel und tolerierbar“, heißt es in einer in dieser Woche veröffentlichten Erklärung. Der Verein bedauere den Fehler sehr und entschuldige sich hierfür. Diese gelte auch für das Übergabedatum, bei dem man wenig Sensibilität gezeigt hatte.

Foto: Groundhopping Merseburg, Lizenz: CC

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