von Redaktion
   

Ökologische Rechtsgesinnte

Unter dem Titel "Die grünen Braunen" berichtet die taz in ihrer heutigen Ausgabe von Rechtsgesinnten, die sich in der Mecklenburgischen Schweiz niedergelassen haben.

Zu ihnen gehört der Biobauer Helmut Ernst. Er zeigt sich als ökologisch bewusster Anwohner und war 2004 mit dabei, als die Initiative "Gentechnikfreie Region Nebel/Krakow am See" entstand.

Zur Landtagswahl 2006 verteilte Ernst ein Interview, welches die NPD-Zeitung "Deutsche Stimme" mit ihm geführt hatte. Heute äußert er sich offen in der "DS": Durch gentechnisch verändertes Saatgut solle die "Ernährungssouveränität der Völker schlichtweg gebrochen werden." Im Sinne der Globalisierung käme es zur Versklavung der Bauern weltweit. Im Februar stolperte Ernst jedoch über die Absage verschiedener Parteien bei einer Podiumsdiskussion. Den Vorsitz bei der Initiative musste er zurückgeben.

Pikant: Helmut Ernst lebt in Koppelow, einer Siedlung mit brauner Vergangenheit. 1933 ließ sich hier der rechtsextreme Verein "Artamanensiedlung Koppelow e.V." nieder. Die Artamanen, so berichtet die taz, waren eine völkische Siedlungsbewegung, die "ohne Inanspruchnahme fremder Mittel" den Lebensunterhalt sichern wollte. Heute leben einige Nachfahren in der Gemeinde.

"Man redet dort nicht viel über die Vergangenheit", sagt Richard Scheerer, vom Freundeskreis ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Güstrow. Mittlerweile werden die Siedler von einigen Anwohnern skeptisch betrachtet. Soziologe Scheerer plant unterdessen eine Informationsveranstaltung.

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