Ober-„Autonome“ werden Parteichefs

Dortmund – Drei führende Vertreter der „Autonomen Nationalisten“ im Ruhrgebiet bilden den Kern des nordrhein-westfälischen Landesvorstands bei Christian Worchs Partei „Die Rechte“.

Sonntag, 16. September 2012
Redaktion

Wie aus deren Reihen per Twitter und Facebook mitgeteilt wurde, fand am Samstag der Gründungsparteitag des NRW-Landesverbandes statt – wohl nicht zufällig in Dorstfeld, jenem Dortmunder Stadtteil, in dem sich Rechts-„Autonome“ in den letzten Jahren zunehmend breit gemacht hatten. Zum Landesvorsitzenden wurde demnach Dennis Giemsch gewählt. Er galt als führender Kopf der Gruppierung „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO). NRW-Innenminister Ralf Jäger hatte die Neonazi-Vereinigung im August verboten. Auch Giemschs Stellvertreter im Landesvorsitz von „Die Rechte“ kommt aus der Führungsriege des NWDO: Michael Brück soll als NRW-Vize fungieren.


Im künftigen Landesvorstand vertreten ist auch der Ex-Anführer der ebenfalls verbotenen neonazistischen „Kameradschaft Hamm“: Sascha Krolzig, der als „Student der Rechtswissenschaften“ vorgestellt wird, solle „insbesondere für juristische Fragen eine Antwort finden“. Zum Vorstand gehören außerdem ein Schatzmeister und ein Pressesprecher, die nicht namentlich genannt wurden.


Die Funktionäre des neuen Landesverbandes hoffen offenbar auf weiteren Zuwachs aus den Reihen bisher „parteifreier“ Neonazis. „Bereits jetzt ist erkennbar, dass ein enormes Potential im Rheinland und Westfalen vorhanden ist, das es nun auszuschöpfen gilt!“, heißt es in einem Bericht über den Gründungsparteitag.


Bereits in der vorigen Woche war bekannt geworden, dass sich in Dortmund eine lokale Gruppe von Worchs Partei gebildet hatte; in Hamm war „Die Rechte“ als Veranstalterin einer schließlich abgesagten Neonazi-Demonstration genannt worden (bnr.de berichtete hier und hier). (ts)

Kategorien
Tags