Nur 300 AfD-Anhänger in Rostock – fast 3.000 halten dagegen
Links knapp 3.000 Gegendemonstranten, rechts fanden sich nur 300 Sympathisanten der AfD ein.
„7. Großdemo! Für unser Land und unsere Kinder“ hier es in dem Aufruf der AfD für die gestrige Demonstration in Rostock. Dem Anspruch einer Großdemonstration wurden jedoch weder die ersten sechs Versammlungen noch die gestrige gerecht. Nachdem Ende September noch rund 700 AfD-Sympathisanten Björn Höcke auf dem Neuen Markt in Rostock sahen, brach die Teilnehmerzahl ein, lediglich 300 Personen fanden sich auf dem zentralen Platz ein.
Der Rostocker Kreisverband stellt derzeit Demonstrationen im Vier-Wochen-Rhythmus auf die Beine, doch immer mehr AfD-Mitglieder bleiben diesen zunehmend fern, die Teilnehmerzahlen sind rückläufig. Ein Grund dürfte die kaum wahrnehmbare Mobilisierung der Gliederung sei, erst durch einen Bericht der Ostsee-Zeitung wurde beispielsweise bekannt, dass Doris von Sayn-Wittgenstein, AfD-Landesvorsitzende aus Schleswig-Holstein, als Rednerin auftreten würde.
Am 16. November und 12. Dezember will die Alternative für Deutschland dann wieder in der Hansestadt demonstrieren. Nach dem gestrigen Verlauf dürften es die Organisatoren um Vize-Chef Volker Litke und den Beisitzer Steffen Reinicke nicht einfacher haben, ihre Anhänger zur Teilnahme zu bewegen. 
AfD in altbewährter Opferrolle
Eines hatten alle Redner am Sonnabend gemein, sie arbeiteten sich deutlich an den Gegenprotesten ab, die diesmal in wenigen Metern Entfernung auch auf dem Neuen Markt anzutreffen waren. Sayn-Wittgenstein zeigte sich empört über diesen Umstand, man dürfe „Meinung und Protest nicht demokratisch äußern“. Woran die 64-Jährige das festmacht, wird wohl ihr Geheimnis bleiben, denn eine Beschneidung der AfD-Proteste war an dem Abend nicht festzustellen.
Fotogalerie der AfD-Versammlung und Gegendemo
Weitere Demos angekündigt
Ein weiterer Redner nahm Bezug auf die Anfang Oktober festgenommenen Neonazis der mutmaßlich rechtsterroristischen Gruppierung „Revolution Chemnitz“. Bei den Razzien wurde keine Schusswaffen gefunden, in rechten Kreisen seitdem ein Indiz für die vermeintliche Harmlosigkeit der Gruppe. So relativierte auch der AfD-Mann eine mögliche Gefahr: „Kauft euch kein Luftgewehr.“ Eine Anspielung auf ein während der Durchsuchungen gefundenes Luftgewehr. Kurz vor Ende kam es zudem zu einer Farbattacke auf die Gegendemo. Rund drei bis vier Dutzend Personen, die sich in der Nähe der Absperrung zur AfD aufhielten, wurden von einer blauen Flüssigkeit getroffen, die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.
Am 16. November und 12. Dezember will die Alternative für Deutschland dann wieder in der Hansestadt demonstrieren. Nach dem gestrigen Verlauf dürften es die Organisatoren um Vize-Chef Volker Litke und den Beisitzer Steffen Reinicke nicht einfacher haben, ihre Anhänger zur Teilnahme zu bewegen.