von Redaktion
   

„NSHC-Gipfeltreffen“ mit „Fear Rains Down“ und „Brainwash“ in „Zentraldeutschland“

Nach der Open Air-Saison beginnt nun die Zeit der Indoor-Konzerte. Mit dabei ist auch die NSHC-Kapelle „Fear Rains Down“, die am 16. November in „Zentraldeutschland“ ihre neue CD „Still Not Dead“ vorstellen möchte. Ebenfalls auf der Bühne werden auch ihre Labelkollegen „Brainwash“ stehen.

Fear Rains Down (Screenshot, Facebook)

Ein hochkarätiges Billing haben die Organisatoren für den 16. November zusammengestellt. Doch „Brainwash“, eine der bekanntesten „NS Hardcore“ (NSHC) Bands Deutschlands, und „Legion of Thor“ sind an diesem Abend nur Beiwerk. Konzentrieren wird sich das Interesse vielmehr auf „Fear Rains Down“, die ihre frisch erschienene neue CD „Still Not Dead“ promoten möchten.

Die Band, die einem Interview mit einem Internetfanzine von 2009 zufolge aus Mitgliedern aus den USA, Deutschland und der Slowakei besteht, veröffentlichte ihr Debütalbum „No Turning Back“ 2006 beim us-amerikanischen Label „Final Stand Records“. Drei Jahre später folgte dann eine auf 1.000 Exemplare limitierte Vinylsingle. Seitdem herrschte mehr oder weniger Sendepause. Gitarrist Bob, zugleich Gründungsmitglied, spielte vorher u. a. bei „Teardown“ und „Blue Eyed Devils“. Die vierköpfige Combo versteht sich selbst als Vorreiter, die schnellen Hardcore und Metalcore in die Neonazi-Szene bringe.

Scheinbar haben die NSHC-Musiker nun Blut geleckt. Neben der bereits angesprochenen CD ist eine weitere Splitveröffentlichung mit „Path of Resistance“ in Planung. Die 2002 gegründete Rostocker Gruppe, deren 2005er Album „Painful Life“ mit antikapitalistischen Aussagen gespickt ist, hat es mittlerweile auf vier Tonträger gebracht, darunter eine Split mit „Moshpit“. Auf ihrer Facebook-Seite weisen sie ihre Anhängerschaft ebenfalls auf das Konzert am 16. November hin.

Erscheinen wird die zweite Platte von „Fear Rains Down“ bei „OPOS Records“ aus Dresden. Dort stehen mit „Moshpit“ und „Brainwash“ weitere Pioniere der deutschen NSHC-Szene unter Vertrag. Naheliegend, dass sich letztere am übernächsten Wochenende die Bühne mit „Fear Rains Down“ teilen werden, zumal die Thüringer in diesem Jahr ebenfalls einen aktuellen Tonträger – „Time To React“ – auf den Markt geschmissen haben. Mit dem Song „Credulous Slaves“ war die Truppe um Frontmann „Major Williams“ 2004 an der berüchtigten ersten Auflage der „Schulhof-CD“ beteiligt, einem Projekt militanter Kameradschaftsstrukturen und rechtsextremer Musikvertriebe. Mit „Noie Werte“, „Stahlgewitter“ oder „H.K.L.“ fuhr die Zusammenstellung, deren Verbreitung durch einen bundesweiten Beschlagnahmungsbeschluss unterbunden wurde, echte Szene-Schwergewichte auf.

Angekündigt für das Konzert sind außerdem „Painful Life“ (Magdeburg) und „Legion of Thor“ aus Berlin, die die laut apabiz Teil des im Jahr 2000 verbotenen Blood & Honour-Netzwerkes gewesen seien. Die Neonazis traten zuletzt bei einem großen Benefitz-Konzert auf dem Gelände des brandenburgischen Landeschef der Rechten, Klaus Mann, in Finowfurt auf, das von der Polizei noch vor dem Ende aufgelöst wurde. Zuvor hatten einige feiernde Rechtsrock-Fans den Hitlergruß gezeigt.

Damals waren laut Polizeiangaben 550 Neonazis in die brandenburgische Provinz gereist. Mit einem derart hohen Zuspruch rechnen die Veranstalter der „Fear Rains Down“-Releaseparty freilich nicht. Denn diese ist – wie so oft – konspirativ organisiert. Mehr als der Veranstaltungsort „Zentraldeutschland“ ist bisher nicht bekannt.

Kommentare(2)

Seliim Donnerstag, 31.Oktober 2013, 12:26 Uhr:
HC kann per se garnicht rechts sein, also tituliert doch diese Schwachmaten bitte mit ner anderen Bezeichnung. "Dumper Rechtsrock" wäre doch ein guter Anfang, oder?
 
Ramallah Freitag, 01.November 2013, 15:13 Uhr:
Nennt sich "Hatecore", war ursprünglich links orientiert und wurde dann von der White-Power Szene mitte der 90er vergewaltigt bzw. als Plattform für ihren Rassenhass verwendet.
 

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