NRW-NPD sucht neues Domizil

Bochum – Bis Ende Mai muss die nordrhein-westfälische NPD ihre Landesgeschäftsstelle im Bochumer Stadtteil Wattenscheid geräumt haben.

Freitag, 25. Mai 2012
Redaktion

Das Gebäude, in dem in den letzten mehr als zehn Jahren die NPD logierte, war im vorigen November bei einer Zwangsversteigerung unter den Hammer gekommen. Für 79.000 Euro hatte eine Essener Immobilienfirma den Zuschlag erhalten. Das Unternehmen bestätigte nun, dass der Mietvertrag mit der NPD rechtskräftig um 1. Juni gekündigt worden sei. Bei der Stadt Bochum hat das Unternehmen die Genehmigung zum Abbruch des vermutlich in den 1920er Jahren gebauten Hauses beantragt. Entstehen sollen auf der Fläche an der Günnigfelder Straße neue Wohnhäuser. Wo die Partei künftig ihre Landesgeschäftsstelle unterhalten wird, ist nicht bekannt.

Das Zwangsversteigerungsverfahren hatte die UniCredit Bank, die frühere Bayerische Hypo- und Vereinsbank, betrieben. Ausstehende Rückzahlungen eines Kredites, den die Bank einem Immobilienunternehmen des früheren NPD-Schatzmeisters Erwin Kemna gewährt hatte, waren der Grund für das Vollstreckungsverfahren. Kemnas Firma KEL hatte das Haus im November 2000 für 300.000 Mark gekauft, größtenteils finanziert mit jenem Kredit der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank.

Das Haus an der Günnigfelder Straße beherbergte nicht nur die Büroräume des NPD-Landesverbands. In einem Veranstaltungsraum fanden Parteitage, Treffen des Vorstands und der diversen Arbeitskreise sowie Vortragsabende statt. Auf dem Hof hinterm Haus und im Gebäude selbst organisierte die NPD größere Veranstaltungen wie ihre Sommerfeste. Die Partei residierte in Wattenscheid konkurrenzlos günstig: Laut einem 2010 erstellten Wertgutachten zahlte sie für die von ihr genutzten insgesamt 425 Quadratmeter eine Nettokaltmiete von nur 450 Euro. (ts/rr)

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